/ Die vier Kleinen Historischen Städte in Oberösterreich

Die vier Kleinen Historischen Städte in Oberösterreich


Kaiser, Keramik und Kaufleute

Oft glänzen kleine, kunstvoll gefasste Juwelen viel strahlender als die großen Diamanten. Klein aber fein, das gilt auch für die vier "Kleinen Historischen Städte" in Oberösterreich: Sie können auf Jahrhunderte bewegter Geschichte zurückblicken, glänzen mit architektonischen Preziosen und wuchern üppig mit historischen Kleinoden. Hereinspaziert zur Rundreise nach Bad Ischl, Gmunden, Schärding und Steyr.

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"Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut." Mit diesem Bonmot, dem österreichischen Kaiser Franz Joseph zugeschrieben, hätte Majestät wohl auch seine Aufenthalte in Bad Ischl quittiert. Denn dass er sein Leben lang gerne ins Salzkammergut gekommen ist, das ist fix. Bis 1914 verbrachte Franz Joseph seine Sommer in Bad Ischl und hat damit nachhaltige Wirkung entfaltet. Das Stadtbild wurde durch die Epoche der höfischen Sommerfrische geprägt. Das Kronjuwel aus dieser Zeit ist die Kaiservilla. Und natürlich ranken sich um den Monarchen jede Menge Geschichten - vom kaiserlichen Guglhupf aus der Hofkonditorei Zauner bis zu den legendären Jagdausflügen in den Bergen des Salzkammergutes.

Am Nordufer des Traunsees liegt die Stadt Gmunden mit ihrer nahezu südländisch anmutenden Seepromenade und dem markanten, das Stadtbild prägenden Seeschloss Ort. Würde die Kulisse aus der Stadt, dem dunkelblau glitzernden See und dem fast senkrecht ins Wasser abfallenden Traunstein am gegenüber liegenden Ufer nicht schon existieren, man müsste sie erfinden. Als Umschlagplatz für das Salz aus den Bergwerken des Salzkammergutes war Gmunden schon früh ein wirtschaftlich bedeutender Handelsort. Ein Produkt, für das die Stadt am Traunsee weit über die Grenzen hinaus bekannt machte, ist die Gmundner Keramik.

Als die barocke Perle Oberösterreichs gilt Schärding am Inn. Bekannt ist die direkt am Grenzfluss zu Bayern gelegene Stadt vor allem für die barocke "Silberzeile" am Oberen Stadtplatz. So reich waren die Schärdinger Kaufleute und Handwerker, dass sie ihr "Silber" in die prächtigsten Hausfassaden weit und breit investieren konnten. Keine Frage, die Schärdinger haben auf diese Weise ein Kleinod geschaffen, das die Zeiten überdauert hat. Gerühmt wird die Stadt am Inn zudem für ihre Gastlichkeit. Zahlreiche Wirtshäuser pflegen die Innviertler Küche und vor allem die Tradition des Innviertler Biers. Denn nirgendwo in Oberösterreich ist die Dichte an Brauereien größer, als in der Region am Inn.

Der Wohlstand von Steyr im Osten Oberösterreichs ist auf Eisen gebaut. Der Handel mit Eisen und Eisenprodukten, seine Verarbeitung sind die Quellen, aus denen das Stadtensemble mit Bauten von Gotik bis Rokoko entstanden ist. Hilfreich bei dieser Entwicklung war zweifelsohne die Lage der Stadt am Zusammenfluss von Enns und Steyr. Beide Flüsse dienten als Transportwege und trieben gleichzeitig die Schmiedehämmer an. Der Wehrgraben ist eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Oberösterreichs. Gleichzeitig dient "Steyr am Nationalpark" als Eintrittstor zum Nationalpark Kalkalpen und schlägt damit eine Brücke zwischen Stadt und Natur. Ein Tipp: Auf jeden Fall sollte ein Besuch im Stadtteil Christkindl versäumt werden. Denn hier wohnt tatsächlich das Christkind.