Eine Reise durch die Erdgeschichte
100 Jahre ist es her, seit die Höhlenforscher Georg Lahner und Hermann Bock ins Innere der Dachstein Rieseneishöhle vorgedrungen sind. 100 Jahre, in denen sich die größte unterirdische Eislandschaft Mitteleuropas zu einem Publikumsmagneten für das Innere Salzkammergut entwickelt hat. Aber auch 100 Jahre, in denen die Verantwortlichen durch eine sanfte, naturnahe Erschließung der Höhlen, fachkundige Führungen sowie authentische künstlerische Akzente bewiesen haben, dass Naturerlebnis, Abenteuer und Kunst einander nicht ausschließen, sondern sich zu einem harmonischen Ganzen verbinden können.
Welterbe Wanderwelt am Krippenstein
In der Welterbe Wanderwelt am Krippenstein warten familiengerechte Themenwanderwege und atemberaubende Aussichten auf den Hohen Dachstein, den höchsten Berg Oberösterreichs.
© Dachstein Welterbe/Semrad
Dieses Bild darf bei Nennung des Urhebers honorarfrei verwendet werden.
Dass es im Dachstein Massiv unzählige Höhlen gibt, die im Falle eines Unwetters Schutz bieten, ist schon den Menschen in der Steinzeit bewusst gewesen. Funde in den Höhlen zeugen davon. Die talnahe Koppenbrüllerhöhle wurde sogar schon in Reiseführern des 19. Jahrhunderts als „berühmte Schauhöhle“ bezeichnet.
Auch die Höhlen auf der Schönbergalm dürften den Einheimischen schon lange bekannt gewesen sein, doch erst der Hirte Peter Gamsjäger entdeckte um die Jahrhundertwende im altbekannten „Wetterloch“ das glitzernde Höhleneis, das auch heute noch tausende Besucher nach Obertraun lockt. Damals mussten sich die Höhlenforscher dieses Erlebnis jedoch noch hart erkämpfen. Vom heutigen Höhlenausgang aus galt es zuerst eine 17 Meter hohe Felsbarriere zu überwinden, bevor man überhaupt in den Eis führenden Teil der Höhle vordringen konnte. Die Installation „Klettermax“ erinnert heute an diese frühen Forscherzeiten und liefert ein eindrucksvolles Bild davon, welchen Strapazen Männer wie Hermann Bock und Georg Lahner ausgesetzt waren.
Ebenfalls 1910 wagten sich die Höhlenforscher erstmals auch in die benachbarte Mammuthöhle, deren Inneres sie auf Grund riesiger, seltsam ausgewaschener Gänge und wahrer Höhlenkathetralen faszinierte. Inzwischen hat sich die Mammuthöhle mit knapp 70 Kilometer erforschter Gänge als eines der ausgedehntesten Höhlensysteme der Welt entpuppt, das bis heute Höhlenforscher aus aller Welt anlockt.
Die Rieseneishöhle, die „lediglich“ zwei Kilometer lang ist, war hingegen bereits 1913 nahezu vollständig erschlossen und vermessen. Georg Lahner beschrieb das ewige Eis damals wie folgt: „Die Pracht der Eisgebilde ist unbeschreiblich, der Glanz der Höhle, ihre Erhabenheit sind etwas Erdentrücktes.“ Genau diese Erdentrücktheit und archaische Natur wurde sehr schnell auch für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Bereits 1922, also noch lange vor dem Bau der heutigen Seilbahn, besuchten über 11.000 Touristen die Rieseneishöhle – wenn auch auf deutlich schwierigen Pfaden als heute. Auch die Elektrifizierung der Höhle fällt in diese Zeit und bescherte Obertraun so ganz nebenbei den lange ersehnten Anschluss an die öffentliche Stromversorgung. Weltwirtschaftskrise, steigende Arbeitslosigkeit und schließlich der 2. Weltkrieg machten weitere Bemühungen um eine Verbesserung der Infrastruktur jedoch schnell zunichte. Erst nach 1945, als im Salzkammergut eine gewaltige Aufbruchstimmung herrschte, wurde auch rund um die Dachstein-Höhlen wieder kräftig investiert. So wurde als erste wichtige Maßnahme die Dachstein Fremdenverkehrs AG gegründet und 1947 erfolgte unter dem damaligen Bundespräsident Dr. Karl Renner der Spatenstich für die 1. Teilstrecke der Dachstein Seilbahn von Obertraun zur Schönbergalm und in Folge der Bau der beiden weiteren Teilstrecken auf den Krippenstein und zur Gjaidalm. Nach der Fertigstellung der 1. Teilstrecke erlebte die Rieseneishöhle einen wahren Besucheransturm. Innerhalb von nur zwei Jahren vervierfachte sich die Besucherzahl und erzwang somit einen Ausbau der touristischen Einrichtungen sowie einen leistungsfähigen Führungsbetrieb. Dieser ermöglichte es, dass Forstarbeiter ganzjährig in Obertraun beschäftigt sein konnten - im Sommer bei der Waldarbeit und im Winter beim Ausbau der Wege zu den und in den Höhlen.
Diese neu geschaffene Infrastruktur und die reiche Geschichte der Region waren es auch, die dazu führten, dass in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zu 190.000 Besucher die phantastische Höhlenwelt erkundeten. Hauptfrequenzbringer war und ist dabei die Rieseneishöhle, doch auch Mammut- und Koppenbrüllerhöhle lockten tausende Gäste aus dem In- und Ausland nach Obertraun. Dieser Reichtum an Naturschätzen und die große geschichtliche Bedeutung der Region rund um Hallstatt führte schließlich auch dazu, dass dieser Teil des Inneren Salzkammergutes 1972 von der UNESCO in der „Liste des Welterbes“ aufgenommen wurde. Seither darf sich die Region „Hallstatt-Dachstein-Salzkammergut“ als eine von ganz wenigen auf der Welt gleichzeitig „Weltkultur- und Weltnaturerbe“ nennen.
Diese hohe Auszeichnung verstanden die Verantwortlichen jedoch nie als Lorbeeren auf denen man sich ausruhen kann, sondern als Auftrag für die künftige Arbeit. Seit der Gründung der Dachstein & Eishöhlen GmbH & CoKG, deren Eigentümer die Österreichischen Bundesforste AG und das Land Oberösterreich sind, wurde viel investiert, um den Besuchern einerseits ein außergewöhnliches Naturerlebnis zu bieten, andererseits auch die strengen Auflagen, die mit der Auszeichnung „Welterbe“ einhergehen, einzuhalten.
Ergebnis dieser Millioneninvestitionen sind eine Höhlen- und Wanderwelt, die den Dachstein zu einer der Top-Tourismusdestinationen Europas macht. Dank einer neuen Infrastruktur ist bereits die Anreise auf den Berg ein Vergnügen. Generalsanierte Seilbahnstationen, großzügige Panoramagondeln und ein Leitsystem aus einem Guss machen einen Ausflug zu den Höhlen aber auch auf das Dachsteinplateau zum Genuss. Auf der Schönbergalm angekommen erwartet die Besucher seit der OÖ Landesausstellung 2008 ein naturnaher Familienerlebnispark, der Kindern und Erwachsenen die Karstlandschaft am Dachstein sowie deren Entstehung zum Greifen nahe bringt. In den Höhlen selbst sorgen seit 2007 zahlreiche Installationen der Kunstuniversität Linz für besondere Akzente. So kann man in der Mammuthöhle Projektionen riesiger Kirchenfenster bestaunen und in der Rieseneishöhle den Klängen der „Atmenden Höhle“ lauschen.
Wieder im Tageslicht angekommen müssen sich die Besucher entscheiden, ob sie den Tag lieber gemütlich im Erlebnisrestaurant Schönbergalm ausklingen lassen oder doch noch den Gipfel des Krippensteins mit der spektakulären Aussichtsplattform „5fingers“ oder einem der Themen-Wanderwege stürmen wollen. Egal wie die Entscheidung ausfällt, eins ist sicher: nie war das Eintauchen in die Erdgeschichte spannender und abwechslungsreicher als am Dachstein.
Dieser Text hat 6068 Zeichen.
Auch die Höhlen auf der Schönbergalm dürften den Einheimischen schon lange bekannt gewesen sein, doch erst der Hirte Peter Gamsjäger entdeckte um die Jahrhundertwende im altbekannten „Wetterloch“ das glitzernde Höhleneis, das auch heute noch tausende Besucher nach Obertraun lockt. Damals mussten sich die Höhlenforscher dieses Erlebnis jedoch noch hart erkämpfen. Vom heutigen Höhlenausgang aus galt es zuerst eine 17 Meter hohe Felsbarriere zu überwinden, bevor man überhaupt in den Eis führenden Teil der Höhle vordringen konnte. Die Installation „Klettermax“ erinnert heute an diese frühen Forscherzeiten und liefert ein eindrucksvolles Bild davon, welchen Strapazen Männer wie Hermann Bock und Georg Lahner ausgesetzt waren.
Ebenfalls 1910 wagten sich die Höhlenforscher erstmals auch in die benachbarte Mammuthöhle, deren Inneres sie auf Grund riesiger, seltsam ausgewaschener Gänge und wahrer Höhlenkathetralen faszinierte. Inzwischen hat sich die Mammuthöhle mit knapp 70 Kilometer erforschter Gänge als eines der ausgedehntesten Höhlensysteme der Welt entpuppt, das bis heute Höhlenforscher aus aller Welt anlockt.
Die Rieseneishöhle, die „lediglich“ zwei Kilometer lang ist, war hingegen bereits 1913 nahezu vollständig erschlossen und vermessen. Georg Lahner beschrieb das ewige Eis damals wie folgt: „Die Pracht der Eisgebilde ist unbeschreiblich, der Glanz der Höhle, ihre Erhabenheit sind etwas Erdentrücktes.“ Genau diese Erdentrücktheit und archaische Natur wurde sehr schnell auch für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Bereits 1922, also noch lange vor dem Bau der heutigen Seilbahn, besuchten über 11.000 Touristen die Rieseneishöhle – wenn auch auf deutlich schwierigen Pfaden als heute. Auch die Elektrifizierung der Höhle fällt in diese Zeit und bescherte Obertraun so ganz nebenbei den lange ersehnten Anschluss an die öffentliche Stromversorgung. Weltwirtschaftskrise, steigende Arbeitslosigkeit und schließlich der 2. Weltkrieg machten weitere Bemühungen um eine Verbesserung der Infrastruktur jedoch schnell zunichte. Erst nach 1945, als im Salzkammergut eine gewaltige Aufbruchstimmung herrschte, wurde auch rund um die Dachstein-Höhlen wieder kräftig investiert. So wurde als erste wichtige Maßnahme die Dachstein Fremdenverkehrs AG gegründet und 1947 erfolgte unter dem damaligen Bundespräsident Dr. Karl Renner der Spatenstich für die 1. Teilstrecke der Dachstein Seilbahn von Obertraun zur Schönbergalm und in Folge der Bau der beiden weiteren Teilstrecken auf den Krippenstein und zur Gjaidalm. Nach der Fertigstellung der 1. Teilstrecke erlebte die Rieseneishöhle einen wahren Besucheransturm. Innerhalb von nur zwei Jahren vervierfachte sich die Besucherzahl und erzwang somit einen Ausbau der touristischen Einrichtungen sowie einen leistungsfähigen Führungsbetrieb. Dieser ermöglichte es, dass Forstarbeiter ganzjährig in Obertraun beschäftigt sein konnten - im Sommer bei der Waldarbeit und im Winter beim Ausbau der Wege zu den und in den Höhlen.
Diese neu geschaffene Infrastruktur und die reiche Geschichte der Region waren es auch, die dazu führten, dass in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zu 190.000 Besucher die phantastische Höhlenwelt erkundeten. Hauptfrequenzbringer war und ist dabei die Rieseneishöhle, doch auch Mammut- und Koppenbrüllerhöhle lockten tausende Gäste aus dem In- und Ausland nach Obertraun. Dieser Reichtum an Naturschätzen und die große geschichtliche Bedeutung der Region rund um Hallstatt führte schließlich auch dazu, dass dieser Teil des Inneren Salzkammergutes 1972 von der UNESCO in der „Liste des Welterbes“ aufgenommen wurde. Seither darf sich die Region „Hallstatt-Dachstein-Salzkammergut“ als eine von ganz wenigen auf der Welt gleichzeitig „Weltkultur- und Weltnaturerbe“ nennen.
Diese hohe Auszeichnung verstanden die Verantwortlichen jedoch nie als Lorbeeren auf denen man sich ausruhen kann, sondern als Auftrag für die künftige Arbeit. Seit der Gründung der Dachstein & Eishöhlen GmbH & CoKG, deren Eigentümer die Österreichischen Bundesforste AG und das Land Oberösterreich sind, wurde viel investiert, um den Besuchern einerseits ein außergewöhnliches Naturerlebnis zu bieten, andererseits auch die strengen Auflagen, die mit der Auszeichnung „Welterbe“ einhergehen, einzuhalten.
Ergebnis dieser Millioneninvestitionen sind eine Höhlen- und Wanderwelt, die den Dachstein zu einer der Top-Tourismusdestinationen Europas macht. Dank einer neuen Infrastruktur ist bereits die Anreise auf den Berg ein Vergnügen. Generalsanierte Seilbahnstationen, großzügige Panoramagondeln und ein Leitsystem aus einem Guss machen einen Ausflug zu den Höhlen aber auch auf das Dachsteinplateau zum Genuss. Auf der Schönbergalm angekommen erwartet die Besucher seit der OÖ Landesausstellung 2008 ein naturnaher Familienerlebnispark, der Kindern und Erwachsenen die Karstlandschaft am Dachstein sowie deren Entstehung zum Greifen nahe bringt. In den Höhlen selbst sorgen seit 2007 zahlreiche Installationen der Kunstuniversität Linz für besondere Akzente. So kann man in der Mammuthöhle Projektionen riesiger Kirchenfenster bestaunen und in der Rieseneishöhle den Klängen der „Atmenden Höhle“ lauschen.
Wieder im Tageslicht angekommen müssen sich die Besucher entscheiden, ob sie den Tag lieber gemütlich im Erlebnisrestaurant Schönbergalm ausklingen lassen oder doch noch den Gipfel des Krippensteins mit der spektakulären Aussichtsplattform „5fingers“ oder einem der Themen-Wanderwege stürmen wollen. Egal wie die Entscheidung ausfällt, eins ist sicher: nie war das Eintauchen in die Erdgeschichte spannender und abwechslungsreicher als am Dachstein.
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Informationen:
Anlässlich des Jubiläumsjahres bietet Dachstein Welterbe deinen Besuchern ein ganz besonderes Preiszuckerl an. Das Jubiläumsticket umfasst die beliebige Benutzung aller drei Teilstrecken der Dachstein Welterbe Seilbahn, jeweils eine Führung durch die Rieseneis- und Mammuthöhle sowie ein Erinnerungsfoto. Erwachsene zahlen für das Ticket 33 Euro, Kinder 20. Nähere Informationen zu Events, Gruppenermäßigungen, Öffnungzeiten, etc. gibt’s im Internet unter www.dachsteinwelterbe.at
Anlässlich des Jubiläumsjahres bietet Dachstein Welterbe deinen Besuchern ein ganz besonderes Preiszuckerl an. Das Jubiläumsticket umfasst die beliebige Benutzung aller drei Teilstrecken der Dachstein Welterbe Seilbahn, jeweils eine Führung durch die Rieseneis- und Mammuthöhle sowie ein Erinnerungsfoto. Erwachsene zahlen für das Ticket 33 Euro, Kinder 20. Nähere Informationen zu Events, Gruppenermäßigungen, Öffnungzeiten, etc. gibt’s im Internet unter www.dachsteinwelterbe.at
31.01.2010
Pressekontakt
Oberösterreich Tourismus Marketing GmbHSabine Günterseder
Freistädter Straße 119
4041 Linz
Tel.: +43 732 7277-552
Fax: +43 732 72779-552
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