Kirschen, Kräuter und Kaiserschmarrn

Wandern zwischen Flaschenobst, Bienenluft und zünftiger Almjause

Der Weg ist das Ziel. So lässt sich die Philosophie des Wanderns ganz kurz in nur einen Satz verpacken. Hinter dem kurzen und etwas nüchternen Wörtchen „Weg“ verbirgt sich für den Wanderer allerdings ein nahezu unglaubliches Universum an Genüssen und Erlebnissen. Beim Genusswandern kommt dann auch noch die Kulinarik ins Spiel und wer aufmerksam unterwegs ist, erfährt so manches über jene Schmankerl, die bei der Jause auf den Tisch kommen.
Genusswandern in Oberösterreich

Wandern ist immer ein Genuss. Neben den Naturgenuss tritt allerdings auch die Vorfreude auf die wohlverdiente Jause aus dem Genussland Oberösterreich.

© OÖ. Tourismus/Röbl
Dieses Bild darf bei Nennung des Urhebers honorarfrei verwendet werden.
Vom Baum in die Flasche
Genau so wenig wie der Strom aus der Steckdose kommt, kommt der Obstsaft aus der Flasche. Um dem Geheimnis dieser wertvollen Durstlöscher auf den Grund zu gehen, empfiehlt es sich, in die Natur hinauszuziehen. Oder genauer: In den Naturpark Obst-Hügelland. In den beiden oberösterreichischen Gemeinden Scharten und St. Marienkirchen an der Polsenz hat der Obstbau eine lange Tradition und elf Rundwanderwege führen in die Welt der schönen Früchte. Wer ganz genau wissen will, woher die süßen Ausgangsprodukte für den flüssigen Hochgenuss kommen, der sollte am besten gleich mehrere Touren durch die Obstgärten der Region planen. Im Frühjahr sind es die Blütenpracht und das geschäftige Summen der Bienen, welche in Vorfreude auf das saftige Obst schon das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Im Sommer und im Herbst sind es die nacheinander heranreifenden Obstsorten, die in die sanfte Hügelwelt locken. Die Schartner Kirschen haben sich beispielsweise unter Kennern bereits einen hervorragenden Ruf erworben. Aber auch Marillen, Äpfel, Birnen und anderes mehr entfalten im schattigen Blätterdach der Bäume nacheinander ihr volles Aroma. Wenn die hungrigen und durstigen Wanderer schließlich in einer der Mostschenken einkehren, dann lüftet sich endgültig das Mysterium rund um den Saft. Vom Baum in die Flasche und von dort ins Glas. Hin und wieder darf es auch ein bisschen alkoholisch sein, dann kommt der Most ins Spiel, dieses für Oberösterreich so typische leicht vergorene Getränk aus den speziellen Mostäpfeln und -birnen. Oder darf es sogar ein Edelbrand sein? Es ist eine besondere Kunst, das Aroma der Früchte beim Destillieren in seiner ganzen Komplexität einzufangen. So geht es wieder auf den Weg hinaus, körperlich gestärkt und mit einem geschärften Auge für die Vorgänge, die den Jahreskreis im Obstgarten bestimmen.

Von Kräutern und Bienen
Das Mühlviertel steigt in sanften Hügeln vom Ufer der Donau hinauf bis zu den grünen Höhen des Böhmerwaldes. Seinen besonderen Charakter bezieht es aus dem Granit auf den es gebaut, aus dem es gewachsen ist. Ein Land, das seine Bauern zu Kreativität zwingt, wollen sie ihm seine besten Seiten abringen. Und darin sind sie seit Generationen geübt. Wer sich etwa Zeit nimmt um in Hirschbach den Bergkräuter-Wanderweg in Angriff zu nehmen, der wird in eine unglaubliche Welt der Düfte und Aromen eintauchen. Weil es aber mit dem Wandern und Schnuppern nicht getan ist, sollte die Jause bei einem der Kräuterkraftwirte einplanen. Denn so richtig gut entfalten sich die Aromen natürlich erst bei der Verwendung in der Küche.

Die Kräuter und Wiesen des Mühlviertels sind es, die in der ganzen Vielfalt ihrer Pflanzenarten die Bienen anlocken. Welchen Einfluss die Bienen und deren sprichwörtlicher Fleiß auf unsere Gesundheit haben, damit beschäftigt sich der „Weiselweg“ in Julbach im Böhmerwald. Etwas mehr als acht Kilometer lang führt dieser Themenweg durch die Blumenwiesen im Norden Oberösterreichs um schließlich bei der Erlebnisimkerei Hüttner seinen Höhepunkt zu finden. Stärkung einmal anders heißt es hier etwa mit der „Mühlviertler Honigjause“.

Auf der Alm, da gibt’s die Jause
Die Alm. Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich seit jeher ein Sehnsuchtsort des Wanderers. Viel wird in den Traum von der Alm hineingepackt: Das abgeschiedene Leben der Sennerinnen, das Leben in Einklang mit der Natur, der Geschmack von frisch gefertigten Lebensmitteln. Und so ist es nahezu selbstverständlich, dass die Wanderer diesem Traum immer wieder aufs Neue entgegen streben. Die Urlaubsregion Pyhrn-Priel im Südosten Oberösterreichs ist eine Gebirgslandschaft, die in der Vorstellungswelt eines Almwanderers dem Paradies recht nahe kommen dürfte. Für atemberaubende Panoramablicke bei legendärem Kaiserschmarrn und deftiger Jause sorgt beispielsweise die Gowilalm. Die idyllische Lage auf dem Almbalkon der Haller Mauern hoch über Spital am Pyhrn bürgt für die Aussicht auf die Gipfel des Toten Gebirges. Die Produkte aus eigener Bio-Landwirtschaft lassen neben dem Auge auch den Gaumen frohlocken.

Bodenständige Jause, zünftiges Bergerlebnis und eine Almhütte, die seit 300 Jahren auf einem idyllischen Fleckchen Erde steht. Hier ist die Rede von der „Steyrsbergerreith“, die über dem Stodertal thront und von Vorderstoder aus in gemütlicher Wanderung erreichbar ist. Hier rücken die bizarren Gipfel von Spitzmauer, Großem und Kleinem Priel fast in Griffweite. Serviert werden unter anderem Kochkäse und geräuchertes Rindfleisch aus eigener Landwirtschaft.

Wer beim Almwandern auch noch mehr über das Leben „Auf der Alm“ erfahren möchte, dem sei der entsprechende Themenwanderweg am Hengstpass empfohlen. In einem alten Almwirtschaftsgebiet liegen hier gleich mehrere Hütten darunter die Puglalm. Speck und Bratl, Milch und Most, Krapfen und andere Köstlichkeiten kommen auch hier – erraten – vom eigenen Biohof im Tal. Mahlzeit!

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Informationen:

NATURSCHAUSPIEL.at
Unter dem Motto „NATURSCHAUSPIEL.at – Ent-Führung in die Natur“ haben Oberösterreichs kreativste Naturvermittler spannende, abwechslungsreiche und manchmal sogar genussvolle Programme entwickelt. Die Bühnen für dieses außergewöhnliche Outdoor-Erlebnis sind 16 unterschiedliche Schutzgebiete in ganz Oberösterreich. Manchmal geht’s dabei auch richtig kulinarisch zu, etwa wenn im Naturpark Obst-Hügel-Land ein „Brunch im Grünen“ oder die „ObstkulTOUR“ auf dem Programm stehen. Manchmal wird auch – etwa im „Naturrestaurant“ – nach dem Speiseplan der Natur gekocht und gespeist. Im Vordergrund steht aber immer das besonders intensive Naturerlebnis – von der Begegnung mit der Familie Rotwild im Nationalpark Kalkalpen bis zur Schmugglerwanderung an der bayerisch-oberösterreichischen Grenze im Oberen Donautal. Infos und Anmeldung unter www.naturschauspiel.at

Infos: Oberösterreich Tourismus Information, Freistädter Straße 119, A-4041 Linz, Tel.: +43/(0)732/221022, E-Mail: info@oberoesterreich.at, www.wandern.at
01.03.2011

Pressekontakt

Oberösterreich Tourismus Marketing GmbH
Sabine Günterseder
Freistädter Straße 119
4041 Linz
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