Rund um die Landesausstellung
Die Landesausstellung 2010 ist die 28. in der Geschichte Oberösterreichischer Landesausstellungen. Sie trägt den Titel „Renaissance und Reformation“.
Austragungsort dieser Landesausstellung ist das Schloss Parz in Grieskirchen, das unter anderem neben dem Schloss Hartheim zu den architektonisch bedeutendsten Renaissanceschlössern Oberösterreichs zählt.
Die kulturgeschichtliche Bedeutung von Parz ist zu aller Erst im Freskenzyklus an der südwestseitigen Fassade begründet, der um 1580 unter Sigmund von Pollheim entstand; Ende der 1980er Jahre wiederentdeckt, bildet er das Glaubensbekenntnis des protestantischen Burgherrn ab.
Austragungsort dieser Landesausstellung ist das Schloss Parz in Grieskirchen, das unter anderem neben dem Schloss Hartheim zu den architektonisch bedeutendsten Renaissanceschlössern Oberösterreichs zählt.
Die kulturgeschichtliche Bedeutung von Parz ist zu aller Erst im Freskenzyklus an der südwestseitigen Fassade begründet, der um 1580 unter Sigmund von Pollheim entstand; Ende der 1980er Jahre wiederentdeckt, bildet er das Glaubensbekenntnis des protestantischen Burgherrn ab.
Schloss Parz, OÖ Landesausstellung 2010
Das Renaissanceschloss Parz in Grieskirchen ist Schaupaltz der OÖ Landesausstellung 2010 "Renaissance und Reformation".
© OÖ. Tourismus/Röbl
Dieses Bild darf bei Nennung des Urhebers honorarfrei verwendet werden.
Das Thema „Renaissance und Reformation“ wurde in der 45jährigen Geschichte Oberösterreichischer Landesausstellungen bisher nicht aufgegriffen, wie überhaupt die Renaissance per se erst einmal ein Thema einer großen Ausstellung war; und zwar bei der NÖ. Landesausstellung auf der Schallaburg im Jahr 1974 („Renaissance in Österreich“). Die evangelische Kirche Oberösterreich ist direkter Partner der diesjährigen Landesausstellung.
Ausstellungskonzept stößt auf großes Interesse im Vorfeld
Das inhaltliche Konzept dieser Landesausstellung wurde von Herrn Univ. Prof. Dr. Karl Vocelka, Institut für Österreichische Geschichte der Universität Wien und Univ. Prof. DDr. Rudolf Leeb vom Institut für Kirchengeschichte an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Wien erstellt. Die Dritte im Bunde ist die Historikerin Dr. Andrea Scheichl, gebürtige Linzerin.
Die inhaltliche Konzeption der Ausstellung und der Gestaltungsentwurf, der vom bekannten niederösterreichischen Ausstellungsarchitekten DI Erich Woschitz erstellt wurde, sind bereits im Vorfeld – bei potentiellen Leihgebern und Kulturschaffenden – auf großes Interesse gestoßen.
Das inhaltliche Konzept der Ausstellung zielt darauf ab, die Renaissance als Epoche des Aufbruchs aus der mittelalterlichen Enge, ja sogar als Beginn der Neuzeit im weitesten Sinne, zu dokumentieren. Eine Zeit, in der es nicht nur zur Entdeckung der Neuen Welt, zu zahlreichen technischen Errungenschaften und neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sondern auch zu neuen theologischen Sichtweisen gekommen ist.
Die Entstehung und Ausbreitung der Reformationsbewegung in Europa steht dabei im zweiten Teil der Ausstellung ebenso im Mittelpunkt wie die Dokumentation der Entwicklung der Evangelischen Kirche im deutschen Sprachkreis, in Österreich und in Oberösterreich im Speziellen.
Entscheidend sowohl am inhaltlichen als auch am gestalterischen Konzept ist, dass dieses nicht nur eine „statisch-chronologische“ Präsentation von wertvollen Kulturgütern zum Ziel hat, wozu natürlich die unzähligen kostbaren Exponate aus der Renaissance verlocken würden, sondern dass es vor allem Antworten auf die Fragen nach dem „Wie“ und „Warum“ gibt, die den unzähligen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in der Renaissance zu Grunde liegen.
Umbau abgeschlossen, Ausstellung wird eingebaut
Anfang Februar dieses Jahres wurden die baulichen Adaptierungsmaßnahmen im Bereich des Schlosses Parz abgeschlossen. Sobald die Witterung es zulässt, wird noch der Garten humusiert und die in den Gewächshäusern vorgezogenen Pflanzen angesetzt.
Die noch ausstehende Adaptierung der Parkplätze (Errichtungsdauer max. 4 Wochen) wird ebenfalls umgehend nach der Schneeschmelze in Angriff genommen.
Im Innenbereich des Schlosses ist derzeit die Ausstellung im Entstehen, die zentralen Gewerke wie Tischler, Schlosser und Grafiker arbeiten alle unter Anleitung des Ausstellungsgestalters, Architekt Erich Woschitz, auf Hochdruck.
Die Fertigstellung der gesamten Landesausstellung ist für 25. April um 20.00 Uhr terminisiert. Die Präsentation der Ausstellung für die Journalisten erfolgt am 26. April mittags (Einladungen erfolgen gesondert).
Die Ausstellung – ein Erlebnis der besonderen Art
Oberösterreich bleibt seinem Erfolgsgeheimnis vergangener Landesausstellungen treu und verknüpft auch bei der heurigen Landesausstellung die Präsentation hochkarätiger Exponate mit einer ansprechenden Inszenierung und einer eigenen Vermittlungsschiene für Kinder und Jugendliche. Dabei werden zu bestimmten Themen (z.B. Buchdruck) verdichtende, kindgerecht aufbereitete Informationen vermittelt und durch speziell inszenierte Leitexponate (Presse zum Drucken von Postkarten) akzentuiert, so dass die Kinder Ausstellungsinhalte quasi selbst erarbeiten.
Für verschiedene Schulstufen gibt es außerdem wieder spezielle pädagogische Begleitprogramme, die eine ideale Ergänzung zum Unterricht in den Klassen darstellen. Ein Themenspielplatz im Park des Schlosses soll deshalb auch für die kleineren Kinder den Landesausstellungsbesuch zum Erlebnis machen.
Der künftig im Anschluss an die Freskenwand situierte Renaissancegarten stellt eine Zone der Ruhe und der Meditation für die Gäste der Schau sowie ein über einen Zeitraum von zumindest zehn Jahren öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet für die Bewohnerinnen und Bewohner Grieskirchens dar.
Im Schlosspark ist außerdem auch die letzte Ruhestätte des bekannten Malers Hans Hoffmann-Ybbs und seiner Partnerin untergebracht.
Hochkarätige regionale Projekte flankieren die diesjährige Landesausstellung
Gleichgültig ob eine Landesausstellung zentral oder dezentral abgehalten wird, der inhaltliche und marketingtechnische Dialog mit den kulturellen Einrichtungen der Umgebung ist das Erfolgsrezept oberösterreichischer Landesausstellungen.
Daher gibt es, flankierend zur diesjährigen Landesausstellung in Grieskirchen, zahlreiche Einrichtungen und Projekte, die die regionalen Brennpunkte des Geheimprotestantismus, der Reformation und der Renaissance dokumentieren. Diese sind:
Evangelisches Museum Oberösterreich in Rutzenmoos
Es zeigt unter dem Titel „Fröhliche Auferstehung“ eine Sonderausstellung über evangelische „Epitaphe“ (Grabdenkmäler) aus der Reformationszeit aus Oberösterreich.
Dabei wird deutlich, so der wissenschaftliche Leiter, Pfarrer Mag. Günter Merz, dass sich in vielen heute katholischen Kirchen Oberösterreichs noch Zeugnisse des evangelischen Glaubens befinden. Es handelt sich um Grabdenkmäler im Stil der Renaissance, die nicht nur an Verstorbene erinnern, sondern auch ein Bekenntnis zum Glauben an den Sieg Christi über den Tod darstellen.
Wie haben Menschen früher Tod und Auferstehung gesehen? Wie denken sie heute darüber nach? Antworten geben die biblischen Motive und Texte auf den Grabdenkmälern. Antworten geben auch heutige Jugendliche: Schülerinnen und Schüler des BRG Linz Hamerlingstraße und des Adalbert-Stiftergymnasiums Linz gestalten eine Hörstation mit persönlichen Stellungnahmen und setzen ihre Gedanken zeichnerisch um.
Mit Hilfe moderner Technik wird die Botschaft der Grabdenkmäler den Besuchern nahe gebracht. Und es wird möglich sein, jene Menschen näher kennen zu lernen, deren in Stein gehauener Glaube die Jahrhunderte überdauert hat.
Die Ausstellung soll auch anregen, bisher wenig beachtete evangelische Gedächtnisorte in Oberösterreich wahrzunehmen und zu besuchen.
„Reformation - auf dem Weg“ – der Themenweg von Wallern
Seit rund 500 Jahren bekennen sich in Wallern Christinnen und Christen zum evangelischen Glauben. Heute ist rund 1/5 der Bevölkerung evangelisch.
Im Zuge der Landesaustellung 2010 in Grieskirchen hat die evangelische Pfarrgemeinde Wallern einen 10 Stationen-Weg mit dem Titel „Reformation – auf dem Weg“ gestaltet.
Hier wird die bewegte, beinahe 500jährige Geschichte der Evangelischen in Wallern anhand exemplarischer Personen und Häuser gezeigt: Denn die Reformation Martin Luthers hat in Wallern Spuren hinterlassen; beginnend als Massenbewegung im 16. Jahrhundert, mit der Entscheidung zwischen Auswandern oder „Glaubenswechsel“ im Zuge der Gegenreformation, dem Leben im Untergrund über 150 Jahre hindurch (Geheimprotestantismus), der Gemeindegründung 1782 bis hin zum Einblick in das aktuelle Leben einer evangelischen Pfarrgemeinde.
Den Abschluss des Themenweges bildet die Sonderausstellung „Gelebte Ökumene“ im Heimatmuseum. Der ca. zwei km lange Themenweg ist in eine reizvolle Landschaft eingebettet. Die einzelnen Themenstationen werden in einer Kindertextschiene auch aus der Perspektive der Kinder in der damaligen Zeit dargestellt. Der Themenweg führt an einem attraktiven Kinderspielplatz vorbei und ist großteils rollstuhlgeeignet.
Ein geführter Spaziergang am Themenweg wird jeweils Samstag und Sonntag um 14.00 Uhr (€ 2,50 pro Person, Gruppenpreis € 2,00 p.P.) angeboten. Für Kinder gibt es Workshops zum Thema Buchdruck und Bibel. Eine Druckerpresse des Papiermachermuseums Steyrermühl steht zur Verfügung. Außertourliche Führungen und Workshops sind gegen Voranmeldung im Evangelischen Pfarramt Wallern (07249/48130) möglich.
Kometor: Kunst & Kosmos ®
Das Künstlerpaar Manfred & Billa Hebenstreit entwickelte das Ideen-Paket rund um den Kometor. Die beiden, die seit fast 15 Jahren in der Stadt Peuerbach leben, ließen sich inspirieren vom Denken und Wirken des Astronomen, Mathematikers und Humanisten Georg von Peuerbach (1423 bis 1461).
Georg von Peuerbach war seiner Zeit im Denken voraus: er stellte systematische Beobachtungen über Sonne und Mond an und beobachtete Kometen. Er baute auch verschiedene Instrumente und Sonnenuhren, untersuchte die Missweisung der Kompassnadel, die nicht genau zum geografischen Nordpol zeigt und bestimmte die „Schiefe der Ekliptik“, das ist die Neigung der scheinbaren Sonnenbahn am Himmel gegen den Himmelsäquator.
Die astronomischen Berechnungen des Georg von Peuerbach schafften die Grundlagen für die ersten zuverlässigen Orientierungshilfen der Schifffahrt und ermöglichten so die großen Entdeckungs- und Forschungsreisen des Abendlandes, bis hin zur modernen Raumfahrttechnik.
Manfred & Billa Hebenstreit entwickelten unter dem Motto „Kunst & Kosmos“ den „Kometor“ als Reminiszenz an den großen Sohn der Stadt Peuerbach: Der Name Kometor beinhaltet das Wort KOMET und das Wort TOR und reflektiert damit auf die Tatsache, dass das Auftauchen eines Kometen auch das Tor zur Weiterentwicklung des Lebens auf der Erde öffnete.
Beim Kometor handelt es sich um eine begehbare Skulptur, die Kometor- Form ist aus einem Fünfeck-Körper (Dodekaeder) gebaut. Das begehbare Objekt ist mit silbrigen Zinkblechen verkleidet und wirkt so, als wäre es gerade auf der schiefen Ebene gelandet.
Der Baukörper des Kometor ist eingebettet in eine Fläche aus glänzenden Aluminiumplatten, über die Wasserkaskaden laufen. Das Wasser dieses Brunnens auf der schiefen Ebene verschwindet in einer kreisrunden Öffnung im Boden.
Zum Kometor gehört auch eine mehr als 30 Meter lange nach Norden ausgerichtete „Nadel“ als Anspielung auf Georg von Peuerbachs „MISSWEISUNG DER KOMPASSNADEL“. Die schiefe Ebene, auf der das Kometor-Objekt schräg stehend platziert ist, bezieht sich symbolisch auf die „SCHIEFE DER EKLIPTIK“ in Georg von Peuerbachs Forschungen.
Der Eingang der Skulptur liegt unterirdisch. Durch einen Tunnel geht es hinein in einen Raum mit kristallinen Strukturen. Von dort steigt man hinauf in zwei „überirdische“ Erlebnisebenen: in die WASSERWELT und in den STERNENDOM.
Die "Wasserwelt" nimmt Bezug auf das Anfangsstadium der Erde, als es noch keine Ozeane gab und ein Teil des irdischen Wassers aus Vulkanen stammte, die Unmengen von heißem Dampf ausstießen, der kondensierte und nieder regnete. Außerdem wurde unser Planet von Kometenteilen geradezu bombardiert, die zusammen ebenfalls gigantische Wassermengen in Form von Eis mit sich brachten.
Die schrägen Wände der WASSERWELT im Kometor dienen als Projektions-Fläche für bewegte Über- und Unterwasserbilder, zu einem Panorama von luziden Erscheinungen verflochten.
Dem "Sternendom" liegt eine andere Philosophie zu Grunde: Der Blick in die Weiten des Weltalls und in die Tiefen der Erde, so der Künstler Manfred Hebenstreit, bringt uns mehr und mehr Einblicke und Informationen über das, was die Welt „in ihrem Innersten zusammen hält“. Dabei entstehen aber auch immer mehr und immer neue Fragen.
Demnach ist der Blick des Künstlers bei der Gestaltung des Kometors nicht auf ein Fachgebiet spezialisiert und auch nicht streng wissenschaftlich fokussiert - sondern gefangen genommen von bestimmten Phänomenen, angezogen von scheinbaren Zufälligkeiten, Querverbindungen erspürend. Und so überlagern sich im Sternendom Projektionen von Hebenstreit-Sternenbildern mit echten Weltraum-Fotos von Planeten und Galaxien. Der Künstler bekam dazu die Erlaubnis von der NASA, die Bilder des Hubble-Teleskops für seine künstlerische Arbeit zu verwenden.
Spiegelflächen, Klänge und Lichteffekte zaubern ein riesiges dreidimensionales Kaleidoskop mit all den Gästen im Zentrum des Geschehens.
Ebenso trägt der Schlosspark die Handschrift des Künstlerduos Hebenstreit. Gestaltungsideen rund um die Themenbereiche Renaissance, Georg von Peuerbach und Kunst & Kosmos wurden entwickelt; etwa ein eigenes Spiegelobjekt, das in Verbindung mit dem KOMETOR steht. Der schlangenförmig geschwungene Weg führt vorbei am Spiegelobjekt, am großen silbernen Brunnen und an den verschiedenen Sitzgelegenheiten im Park und stimmt ein auf die Erlebnisebenen im Kometor.
Für die Außenbereiche (Zaun, Spiegel, Brunnen, Kompassnadel) wurde zudem ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept entwickelt, das den gesamten Schlosspark auch in der Nacht akzentuiert und begehbar macht.
Kulturama Schloss Tollet - Ausstellung „Standpunkte“
In den bereits vor mehr als einem Jahr fertig sanierten Räumlichkeiten des Museums im Schloss Tollet wird vom Bezirksheimathausverein Tollet eine Sonderausstellung mit dem Titel „Standpunkte. Die Jörger von Tollet und ihre Zeit“ gezeigt.
Wertvolle Dokumente und zahlreiche Exponate lassen den Besucher die Zeit des Ritters Wolf Jörger und seiner Gattin Dorothea, die in engem Briefkontakt mit Martin Luther stand, nachvollziehen. Ebenso wird die Lebensgeschichte des Michael Stifel, des ersten protestantischen Predigers auf Schloss Tollet, der unter anderem für den 19. Oktober 1533 den Weltuntergang prophezeite, dokumentiert genauso wie jene weiterer bedeutender Jörger.
Für die Ausstellung werden nicht nur die Museumsräume im Schloss selbst, sondern auch der weitläufige Park und der Keller des Schlosses genutzt. Markante Skulpturen zeigen Standpunkte auf, regen zur Diskussion an und lassen den Besucher aktiv werden.
Zentrum 2010 in Grieskirchen – „GRIESKIRCHEN PERSÖNLICH“
In Grieskirchen selbst fungiert das Zentrum 2010 als Beitrag zum Rahmenprogramm der Landesausstellung. Dabei handelt es sich um ein nach modernsten architektonischen Gesichtspunkten errichtetes Gebäude, das während der Landesausstellung als Ausstellungszentrum fungieren wird und in der Nachnutzung kommunale Einrichtungen wie zum Beispiel die Stadtbibliothek und die Mutterberatung beherbergen wird.
Die im Zentrum 2010 gezeigte Ausstellung steht unter dem Titel „GRIESKIRCHEN PERSÖNLICH“. Sie erstreckt sich über rund 350m² im Erd- und im Obergeschoss des gesamten Gebäudes. Der Bereich des Stiegenaufgangs wird ebenfalls für die Ausstellung genutzt.
Die Ausstellung will einen anderen thematischen Weg, als bei klassischen Stadtgeschichteausstellungen üblich, gehen. Die Geschichte Grieskirchens, Eindrücke und Emotionen zur Stadt, werden nicht nur historisch, sondern ‚persönlich‘ dargestellt und inszeniert.
Die Besucherin und der Besucher bewegen sich somit weg von einer institutionellen Darstellung der Stadtgeschichte, hin zu einer persönlichen Betrachtung des Lebensraumes Stadt.
Folgende Personen werden in der Ausstellung besonders akzentuiert dargestellt:
• Bischof Dr. Franz Zauner
• Sr. Maria Adelheid Edtbauer
• Prof. Dr. Traugott Erich Gattinger
• Josef Lobmeyer sen.
• Wolfgang Pöttinger
• Johann Prechtler
Neben dem biographischen Ansatz gibt es im Zentrum 2010 auch eine „Zeitleiste“ der Ereignisse in der Stadtgeschichte. Wo immer möglich, werden die biographische und die zeitliche Schiene, die von der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche am Gries, im Jahre 1075, bis zur Gegenwart reicht, in der Darstellung miteinander verknüpft.
Weiters gibt es im Zentrum 2010 das große „Grieskirchen-Spiel“, unter anderem bestehend aus einer begehbaren Luftaufnahme von Grieskirchen. Diese dient als Spielfläche und bietet unterschiedliche Varianten an, die Stadt Grieskirchen spielerisch zu „entdecken“. Mittels überdimensionaler Spielfiguren kann viel Neues, Bekanntes und Spannendes erlebt werden. Ein Besuch im Zentrum 2010 wird damit zu einem Erlebnis für die gesamte Familie.
Darüber hinaus wird der Luftraum des gesamten Stadtplatzes mit einem künstlerisch gestalteten „Netzwerk“, das an den Dachgiebeln der Häuser und der Stadtpfarrkirche verankert ist, umspannt. Damit wird das „Netzwerk Stadt“, das gerade in der Renaissancezeit eine erste kulturgeschichtliche Blüte erlebte, dokumentiert.
Eine zusätzliche Attraktion bilden die sogenannten „sprechenden Bürgerhäuser“, die darauf abzielen, durch die Anbringung von künstlerisch gestalteten „Informationsterminals“ die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher in der Stadt auf verschiedene kulturgeschichtlich bedeutsame Bauwerke (Bürgerhäuser) zu lenken.
Die Geschichten der Menschen, die dort in den verschiedensten Jahrhunderten lebten, die Entstehung der Bauwerke und ihre Funktion werden dabei jeweils dokumentiert. Die Besucherin bzw. der Besucher kann somit selbst als Stadtforscherin / Stadtforscher aktiv werden.
Kosten und Finanzierung
Von Seiten der öffentlichen Hand werden in die genannten Projekte folgende Summen investiert:
OÖ. Landesausstellung: rund 5,8 Millionen (Land OÖ), rund 0,8 Millionen (Messerschmitt-Stiftung)
Kometor: rund 1,5 Millionen
Themenweg Wallern: rund 110.000 Euro (durch Land OÖ) rund 100.000 Euro (Eigenleistungen ev. Pfarre Wallern)
Ausstellung Tollet: rund 200.000 Euro (Sanierung Stallungen) rund 50.000 Euro (Ausstellung) rund 30.000 Euro (Eigenleistungen)
Zentrum 2010: rund 1,7 Millionen Euro (durch Land und Stadt GR) rund 200.000 Euro (Ausstellung)
Ev. Museum OÖ.: rund 175.000 Euro (Ausstellung) rund 50.000 Euro (Eigenleistungen)
Das finanzielle Gesamtinvestitionsvolumen in die Landesausstellung selbst und in die flankierenden Projekte beträgt demnach (ohne Eigenleistungen) rund 10,54 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Dies entspricht bei einer durchschnittlichen Umwegrentabilität von 1:6 einer regionalen Wertschöpfung von etwa 63 Millionen Euro.
Pressekonferenz am 23. Februar 2010
Die Landesausstellung als Tourismusmotor
Die Oberösterreichischen Landesausstellungen sind ein wichtiger Beitrag zur touristischen Wertschöpfung in der jeweiligen Ausstellungsregion. Sie sind einerseits ein Anziehungspunkt für Tagesausflügler, der über den Ausstellungsbesuch hinaus Wertschöpfung für die Gastronomie und Freizeitbetriebe generiert. Gleichzeitig war in den vergangenen Jahren erkennbar, dass sich Landesausstellungen auch positiv auf den Nächtigungstourismus im Veranstaltungsort auswirken.
Dieser positive touristische Effekt soll durch die enge Kooperation zwischen dem OÖ. Tourismus und der Landeskulturdirektion auch für die kommende Landesausstellung in Grieskirchen optimal ausgeschöpft werden. Deshalb hat der OÖ. Tourismus für die Landesausstellung 2010 in bewährter Weise ein umfangreiches touristisches Vermarktungspaket geschnürt.
Landesausstellung kulinarisch – die „Wirte 2010“
23 Gastronomiebetriebe aus der Landesausstellungs-Region haben seit vergangenem Herbst einen von OÖ. Tourismus und der Bezirksstelle Grieskirchen der Wirtschaftskammer gemeinsam initiierten Qualifizierungsprozess durchlaufen.
Insgesamt vier Workshop-Termine im September und Oktober 2009 dienten der inhaltlichen Vorbereitung auf die Landesausstellung. Als „Wirte 2010“ werden sie auch gemeinsam Akzente rund um „Renaissance und Reformation“ setzen. Beim „Renaissancefest“ in Grieskirchen von 27. bis 30. Mai und beim „Fest der Sterne“ am 13. und 14. August in Peuerbach werden sich die Betriebe der Kooperation mit Köstlichkeiten aus Küche und Keller präsentieren.
Darüber hinaus bieten die Mitgliedsbetriebe abwechselnd ab Mai 26 Wochen lang jeweils am Donnerstag und Freitag unter dem Motto „Schlemmen bei den Wirten“ ein dreigängiges Menü zu einem historischen Thema. Im September, während des Frankenburger Würfelspieles, können die Gäste der „Wirte 2010“ dann um ihr Essen würfeln.
Angebote für Individual- und Gruppenreisende
Für jene Gäste, die den Besuch der Landesausstellung mit einem Kurzurlaub in der Region verbinden wollen, hat der Tourismusverband Vitalwelt ein Urlaubspaket für Individualreisende geschnürt. Unter dem Motto „Landesausstellung & Thermengenuss“ sind zwei Übernachtungen mit Frühstück, ein Tageseintritt in die Saunawelt „Relaxium“ und in die Farblichttherme „Colorama“ im EurothermenResort Bad Schallerbach, der Eintritt in die Landesausstellung und ein geführter Spaziergang auf dem Themenweg „Reformation auf dem Weg“ in Wallern zusammengefasst. Das Gesamtpaket kostet in einer Pension ab 76 Euro, im Drei-Sterne Hotel ab 94 Euro pro Person und ist direkt über die Vitalwelt buchbar.
Darüber hinaus wurden unter Federführung des OÖ. Tourismus zwölf Gruppenreisepakete entwickelt, darunter acht Tagesprogramme und vier Zwei-Tages-Angebote mit Übernachtung.
Diese Programme verbinden die Landesausstellung mit den verschiedensten Freizeitattraktionen der Region, vom Eisenbahn- und Bergbaumuseum Ampflwang über die Verkostung edler Brände bis hin zum Weg der Sinne in Haag am Hausruck. Bei der Erstellung dieser Programme wurde diesmal auch ganz gezielt die Abstimmung mit verschiedenen Interessengruppen gesucht, um eine optimale Akzeptanz dieser Angebote auf dem Markt zu erreichen.
Zusammengefasst sind die Gruppenangebote in der Broschüre „Gruppenreisen in Oberösterreich 2010“, über den sie gezielt an 16.000 Entscheidungsträger wie Reiseveranstalter, Vereine, Firmen und Verbände in Deutschland und Österreich kommuniziert werden. Gleichzeitig wurde das Gruppenreiseprogramm gezielt auf Fachmessen beworben.
Der Bezirk auf einen Blick
Ein wichtiges Werbemittel für den Ausflugsgast ist schließlich die Wander- und Radkarte für den Bezirk Grieskirchen. Neben den Wander- und Radwegen sind auf dieser Karte auch sämtliche Nebenschauplätze von „Renaissance und Reformation“ eingezeichnet, beispielsweise der „Kometor“ in Peuerbach, Schloss Tollet, die Evangelische Kirche in Wallern oder das Zentrum Grieskirchen 2010 mit der Ausstellung „Grieskirchen ganz persönlich“. Die Karte im Maßstab 1:50.000 ist unter inhaltlicher Mitwirkung des OÖ. Tourismus entstanden und steht ab Ende Februar in einer Auflage von 100.000 Exemplaren zur Verfügung.
Die einzelnen Eröffnungstermine:
Oö. Landesausstellung: 27. April, 15.00 Uhr
Kometor Peuerbach: 30. April, 10.00 Uhr
Zentrum 2010: 30. April, 14.00 Uhr
Ausstellung Schloss Tollet: 2. Mai, 10.00 Uhr
Themenweg Wallern: 2. Mai, 14.00 Uhr
Ev. Museum OÖ. Rutzenmoos – Sonderausstellung: 6. Mai, 18.00 Uhr
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Ausstellungskonzept stößt auf großes Interesse im Vorfeld
Das inhaltliche Konzept dieser Landesausstellung wurde von Herrn Univ. Prof. Dr. Karl Vocelka, Institut für Österreichische Geschichte der Universität Wien und Univ. Prof. DDr. Rudolf Leeb vom Institut für Kirchengeschichte an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Wien erstellt. Die Dritte im Bunde ist die Historikerin Dr. Andrea Scheichl, gebürtige Linzerin.
Die inhaltliche Konzeption der Ausstellung und der Gestaltungsentwurf, der vom bekannten niederösterreichischen Ausstellungsarchitekten DI Erich Woschitz erstellt wurde, sind bereits im Vorfeld – bei potentiellen Leihgebern und Kulturschaffenden – auf großes Interesse gestoßen.
Das inhaltliche Konzept der Ausstellung zielt darauf ab, die Renaissance als Epoche des Aufbruchs aus der mittelalterlichen Enge, ja sogar als Beginn der Neuzeit im weitesten Sinne, zu dokumentieren. Eine Zeit, in der es nicht nur zur Entdeckung der Neuen Welt, zu zahlreichen technischen Errungenschaften und neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sondern auch zu neuen theologischen Sichtweisen gekommen ist.
Die Entstehung und Ausbreitung der Reformationsbewegung in Europa steht dabei im zweiten Teil der Ausstellung ebenso im Mittelpunkt wie die Dokumentation der Entwicklung der Evangelischen Kirche im deutschen Sprachkreis, in Österreich und in Oberösterreich im Speziellen.
Entscheidend sowohl am inhaltlichen als auch am gestalterischen Konzept ist, dass dieses nicht nur eine „statisch-chronologische“ Präsentation von wertvollen Kulturgütern zum Ziel hat, wozu natürlich die unzähligen kostbaren Exponate aus der Renaissance verlocken würden, sondern dass es vor allem Antworten auf die Fragen nach dem „Wie“ und „Warum“ gibt, die den unzähligen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in der Renaissance zu Grunde liegen.
Umbau abgeschlossen, Ausstellung wird eingebaut
Anfang Februar dieses Jahres wurden die baulichen Adaptierungsmaßnahmen im Bereich des Schlosses Parz abgeschlossen. Sobald die Witterung es zulässt, wird noch der Garten humusiert und die in den Gewächshäusern vorgezogenen Pflanzen angesetzt.
Die noch ausstehende Adaptierung der Parkplätze (Errichtungsdauer max. 4 Wochen) wird ebenfalls umgehend nach der Schneeschmelze in Angriff genommen.
Im Innenbereich des Schlosses ist derzeit die Ausstellung im Entstehen, die zentralen Gewerke wie Tischler, Schlosser und Grafiker arbeiten alle unter Anleitung des Ausstellungsgestalters, Architekt Erich Woschitz, auf Hochdruck.
Die Fertigstellung der gesamten Landesausstellung ist für 25. April um 20.00 Uhr terminisiert. Die Präsentation der Ausstellung für die Journalisten erfolgt am 26. April mittags (Einladungen erfolgen gesondert).
Die Ausstellung – ein Erlebnis der besonderen Art
Oberösterreich bleibt seinem Erfolgsgeheimnis vergangener Landesausstellungen treu und verknüpft auch bei der heurigen Landesausstellung die Präsentation hochkarätiger Exponate mit einer ansprechenden Inszenierung und einer eigenen Vermittlungsschiene für Kinder und Jugendliche. Dabei werden zu bestimmten Themen (z.B. Buchdruck) verdichtende, kindgerecht aufbereitete Informationen vermittelt und durch speziell inszenierte Leitexponate (Presse zum Drucken von Postkarten) akzentuiert, so dass die Kinder Ausstellungsinhalte quasi selbst erarbeiten.
Für verschiedene Schulstufen gibt es außerdem wieder spezielle pädagogische Begleitprogramme, die eine ideale Ergänzung zum Unterricht in den Klassen darstellen. Ein Themenspielplatz im Park des Schlosses soll deshalb auch für die kleineren Kinder den Landesausstellungsbesuch zum Erlebnis machen.
Der künftig im Anschluss an die Freskenwand situierte Renaissancegarten stellt eine Zone der Ruhe und der Meditation für die Gäste der Schau sowie ein über einen Zeitraum von zumindest zehn Jahren öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet für die Bewohnerinnen und Bewohner Grieskirchens dar.
Im Schlosspark ist außerdem auch die letzte Ruhestätte des bekannten Malers Hans Hoffmann-Ybbs und seiner Partnerin untergebracht.
Hochkarätige regionale Projekte flankieren die diesjährige Landesausstellung
Gleichgültig ob eine Landesausstellung zentral oder dezentral abgehalten wird, der inhaltliche und marketingtechnische Dialog mit den kulturellen Einrichtungen der Umgebung ist das Erfolgsrezept oberösterreichischer Landesausstellungen.
Daher gibt es, flankierend zur diesjährigen Landesausstellung in Grieskirchen, zahlreiche Einrichtungen und Projekte, die die regionalen Brennpunkte des Geheimprotestantismus, der Reformation und der Renaissance dokumentieren. Diese sind:
Evangelisches Museum Oberösterreich in Rutzenmoos
Es zeigt unter dem Titel „Fröhliche Auferstehung“ eine Sonderausstellung über evangelische „Epitaphe“ (Grabdenkmäler) aus der Reformationszeit aus Oberösterreich.
Dabei wird deutlich, so der wissenschaftliche Leiter, Pfarrer Mag. Günter Merz, dass sich in vielen heute katholischen Kirchen Oberösterreichs noch Zeugnisse des evangelischen Glaubens befinden. Es handelt sich um Grabdenkmäler im Stil der Renaissance, die nicht nur an Verstorbene erinnern, sondern auch ein Bekenntnis zum Glauben an den Sieg Christi über den Tod darstellen.
Wie haben Menschen früher Tod und Auferstehung gesehen? Wie denken sie heute darüber nach? Antworten geben die biblischen Motive und Texte auf den Grabdenkmälern. Antworten geben auch heutige Jugendliche: Schülerinnen und Schüler des BRG Linz Hamerlingstraße und des Adalbert-Stiftergymnasiums Linz gestalten eine Hörstation mit persönlichen Stellungnahmen und setzen ihre Gedanken zeichnerisch um.
Mit Hilfe moderner Technik wird die Botschaft der Grabdenkmäler den Besuchern nahe gebracht. Und es wird möglich sein, jene Menschen näher kennen zu lernen, deren in Stein gehauener Glaube die Jahrhunderte überdauert hat.
Die Ausstellung soll auch anregen, bisher wenig beachtete evangelische Gedächtnisorte in Oberösterreich wahrzunehmen und zu besuchen.
„Reformation - auf dem Weg“ – der Themenweg von Wallern
Seit rund 500 Jahren bekennen sich in Wallern Christinnen und Christen zum evangelischen Glauben. Heute ist rund 1/5 der Bevölkerung evangelisch.
Im Zuge der Landesaustellung 2010 in Grieskirchen hat die evangelische Pfarrgemeinde Wallern einen 10 Stationen-Weg mit dem Titel „Reformation – auf dem Weg“ gestaltet.
Hier wird die bewegte, beinahe 500jährige Geschichte der Evangelischen in Wallern anhand exemplarischer Personen und Häuser gezeigt: Denn die Reformation Martin Luthers hat in Wallern Spuren hinterlassen; beginnend als Massenbewegung im 16. Jahrhundert, mit der Entscheidung zwischen Auswandern oder „Glaubenswechsel“ im Zuge der Gegenreformation, dem Leben im Untergrund über 150 Jahre hindurch (Geheimprotestantismus), der Gemeindegründung 1782 bis hin zum Einblick in das aktuelle Leben einer evangelischen Pfarrgemeinde.
Den Abschluss des Themenweges bildet die Sonderausstellung „Gelebte Ökumene“ im Heimatmuseum. Der ca. zwei km lange Themenweg ist in eine reizvolle Landschaft eingebettet. Die einzelnen Themenstationen werden in einer Kindertextschiene auch aus der Perspektive der Kinder in der damaligen Zeit dargestellt. Der Themenweg führt an einem attraktiven Kinderspielplatz vorbei und ist großteils rollstuhlgeeignet.
Ein geführter Spaziergang am Themenweg wird jeweils Samstag und Sonntag um 14.00 Uhr (€ 2,50 pro Person, Gruppenpreis € 2,00 p.P.) angeboten. Für Kinder gibt es Workshops zum Thema Buchdruck und Bibel. Eine Druckerpresse des Papiermachermuseums Steyrermühl steht zur Verfügung. Außertourliche Führungen und Workshops sind gegen Voranmeldung im Evangelischen Pfarramt Wallern (07249/48130) möglich.
Kometor: Kunst & Kosmos ®
Das Künstlerpaar Manfred & Billa Hebenstreit entwickelte das Ideen-Paket rund um den Kometor. Die beiden, die seit fast 15 Jahren in der Stadt Peuerbach leben, ließen sich inspirieren vom Denken und Wirken des Astronomen, Mathematikers und Humanisten Georg von Peuerbach (1423 bis 1461).
Georg von Peuerbach war seiner Zeit im Denken voraus: er stellte systematische Beobachtungen über Sonne und Mond an und beobachtete Kometen. Er baute auch verschiedene Instrumente und Sonnenuhren, untersuchte die Missweisung der Kompassnadel, die nicht genau zum geografischen Nordpol zeigt und bestimmte die „Schiefe der Ekliptik“, das ist die Neigung der scheinbaren Sonnenbahn am Himmel gegen den Himmelsäquator.
Die astronomischen Berechnungen des Georg von Peuerbach schafften die Grundlagen für die ersten zuverlässigen Orientierungshilfen der Schifffahrt und ermöglichten so die großen Entdeckungs- und Forschungsreisen des Abendlandes, bis hin zur modernen Raumfahrttechnik.
Manfred & Billa Hebenstreit entwickelten unter dem Motto „Kunst & Kosmos“ den „Kometor“ als Reminiszenz an den großen Sohn der Stadt Peuerbach: Der Name Kometor beinhaltet das Wort KOMET und das Wort TOR und reflektiert damit auf die Tatsache, dass das Auftauchen eines Kometen auch das Tor zur Weiterentwicklung des Lebens auf der Erde öffnete.
Beim Kometor handelt es sich um eine begehbare Skulptur, die Kometor- Form ist aus einem Fünfeck-Körper (Dodekaeder) gebaut. Das begehbare Objekt ist mit silbrigen Zinkblechen verkleidet und wirkt so, als wäre es gerade auf der schiefen Ebene gelandet.
Der Baukörper des Kometor ist eingebettet in eine Fläche aus glänzenden Aluminiumplatten, über die Wasserkaskaden laufen. Das Wasser dieses Brunnens auf der schiefen Ebene verschwindet in einer kreisrunden Öffnung im Boden.
Zum Kometor gehört auch eine mehr als 30 Meter lange nach Norden ausgerichtete „Nadel“ als Anspielung auf Georg von Peuerbachs „MISSWEISUNG DER KOMPASSNADEL“. Die schiefe Ebene, auf der das Kometor-Objekt schräg stehend platziert ist, bezieht sich symbolisch auf die „SCHIEFE DER EKLIPTIK“ in Georg von Peuerbachs Forschungen.
Der Eingang der Skulptur liegt unterirdisch. Durch einen Tunnel geht es hinein in einen Raum mit kristallinen Strukturen. Von dort steigt man hinauf in zwei „überirdische“ Erlebnisebenen: in die WASSERWELT und in den STERNENDOM.
Die "Wasserwelt" nimmt Bezug auf das Anfangsstadium der Erde, als es noch keine Ozeane gab und ein Teil des irdischen Wassers aus Vulkanen stammte, die Unmengen von heißem Dampf ausstießen, der kondensierte und nieder regnete. Außerdem wurde unser Planet von Kometenteilen geradezu bombardiert, die zusammen ebenfalls gigantische Wassermengen in Form von Eis mit sich brachten.
Die schrägen Wände der WASSERWELT im Kometor dienen als Projektions-Fläche für bewegte Über- und Unterwasserbilder, zu einem Panorama von luziden Erscheinungen verflochten.
Dem "Sternendom" liegt eine andere Philosophie zu Grunde: Der Blick in die Weiten des Weltalls und in die Tiefen der Erde, so der Künstler Manfred Hebenstreit, bringt uns mehr und mehr Einblicke und Informationen über das, was die Welt „in ihrem Innersten zusammen hält“. Dabei entstehen aber auch immer mehr und immer neue Fragen.
Demnach ist der Blick des Künstlers bei der Gestaltung des Kometors nicht auf ein Fachgebiet spezialisiert und auch nicht streng wissenschaftlich fokussiert - sondern gefangen genommen von bestimmten Phänomenen, angezogen von scheinbaren Zufälligkeiten, Querverbindungen erspürend. Und so überlagern sich im Sternendom Projektionen von Hebenstreit-Sternenbildern mit echten Weltraum-Fotos von Planeten und Galaxien. Der Künstler bekam dazu die Erlaubnis von der NASA, die Bilder des Hubble-Teleskops für seine künstlerische Arbeit zu verwenden.
Spiegelflächen, Klänge und Lichteffekte zaubern ein riesiges dreidimensionales Kaleidoskop mit all den Gästen im Zentrum des Geschehens.
Ebenso trägt der Schlosspark die Handschrift des Künstlerduos Hebenstreit. Gestaltungsideen rund um die Themenbereiche Renaissance, Georg von Peuerbach und Kunst & Kosmos wurden entwickelt; etwa ein eigenes Spiegelobjekt, das in Verbindung mit dem KOMETOR steht. Der schlangenförmig geschwungene Weg führt vorbei am Spiegelobjekt, am großen silbernen Brunnen und an den verschiedenen Sitzgelegenheiten im Park und stimmt ein auf die Erlebnisebenen im Kometor.
Für die Außenbereiche (Zaun, Spiegel, Brunnen, Kompassnadel) wurde zudem ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept entwickelt, das den gesamten Schlosspark auch in der Nacht akzentuiert und begehbar macht.
Kulturama Schloss Tollet - Ausstellung „Standpunkte“
In den bereits vor mehr als einem Jahr fertig sanierten Räumlichkeiten des Museums im Schloss Tollet wird vom Bezirksheimathausverein Tollet eine Sonderausstellung mit dem Titel „Standpunkte. Die Jörger von Tollet und ihre Zeit“ gezeigt.
Wertvolle Dokumente und zahlreiche Exponate lassen den Besucher die Zeit des Ritters Wolf Jörger und seiner Gattin Dorothea, die in engem Briefkontakt mit Martin Luther stand, nachvollziehen. Ebenso wird die Lebensgeschichte des Michael Stifel, des ersten protestantischen Predigers auf Schloss Tollet, der unter anderem für den 19. Oktober 1533 den Weltuntergang prophezeite, dokumentiert genauso wie jene weiterer bedeutender Jörger.
Für die Ausstellung werden nicht nur die Museumsräume im Schloss selbst, sondern auch der weitläufige Park und der Keller des Schlosses genutzt. Markante Skulpturen zeigen Standpunkte auf, regen zur Diskussion an und lassen den Besucher aktiv werden.
Zentrum 2010 in Grieskirchen – „GRIESKIRCHEN PERSÖNLICH“
In Grieskirchen selbst fungiert das Zentrum 2010 als Beitrag zum Rahmenprogramm der Landesausstellung. Dabei handelt es sich um ein nach modernsten architektonischen Gesichtspunkten errichtetes Gebäude, das während der Landesausstellung als Ausstellungszentrum fungieren wird und in der Nachnutzung kommunale Einrichtungen wie zum Beispiel die Stadtbibliothek und die Mutterberatung beherbergen wird.
Die im Zentrum 2010 gezeigte Ausstellung steht unter dem Titel „GRIESKIRCHEN PERSÖNLICH“. Sie erstreckt sich über rund 350m² im Erd- und im Obergeschoss des gesamten Gebäudes. Der Bereich des Stiegenaufgangs wird ebenfalls für die Ausstellung genutzt.
Die Ausstellung will einen anderen thematischen Weg, als bei klassischen Stadtgeschichteausstellungen üblich, gehen. Die Geschichte Grieskirchens, Eindrücke und Emotionen zur Stadt, werden nicht nur historisch, sondern ‚persönlich‘ dargestellt und inszeniert.
Die Besucherin und der Besucher bewegen sich somit weg von einer institutionellen Darstellung der Stadtgeschichte, hin zu einer persönlichen Betrachtung des Lebensraumes Stadt.
Folgende Personen werden in der Ausstellung besonders akzentuiert dargestellt:
• Bischof Dr. Franz Zauner
• Sr. Maria Adelheid Edtbauer
• Prof. Dr. Traugott Erich Gattinger
• Josef Lobmeyer sen.
• Wolfgang Pöttinger
• Johann Prechtler
Neben dem biographischen Ansatz gibt es im Zentrum 2010 auch eine „Zeitleiste“ der Ereignisse in der Stadtgeschichte. Wo immer möglich, werden die biographische und die zeitliche Schiene, die von der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche am Gries, im Jahre 1075, bis zur Gegenwart reicht, in der Darstellung miteinander verknüpft.
Weiters gibt es im Zentrum 2010 das große „Grieskirchen-Spiel“, unter anderem bestehend aus einer begehbaren Luftaufnahme von Grieskirchen. Diese dient als Spielfläche und bietet unterschiedliche Varianten an, die Stadt Grieskirchen spielerisch zu „entdecken“. Mittels überdimensionaler Spielfiguren kann viel Neues, Bekanntes und Spannendes erlebt werden. Ein Besuch im Zentrum 2010 wird damit zu einem Erlebnis für die gesamte Familie.
Darüber hinaus wird der Luftraum des gesamten Stadtplatzes mit einem künstlerisch gestalteten „Netzwerk“, das an den Dachgiebeln der Häuser und der Stadtpfarrkirche verankert ist, umspannt. Damit wird das „Netzwerk Stadt“, das gerade in der Renaissancezeit eine erste kulturgeschichtliche Blüte erlebte, dokumentiert.
Eine zusätzliche Attraktion bilden die sogenannten „sprechenden Bürgerhäuser“, die darauf abzielen, durch die Anbringung von künstlerisch gestalteten „Informationsterminals“ die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher in der Stadt auf verschiedene kulturgeschichtlich bedeutsame Bauwerke (Bürgerhäuser) zu lenken.
Die Geschichten der Menschen, die dort in den verschiedensten Jahrhunderten lebten, die Entstehung der Bauwerke und ihre Funktion werden dabei jeweils dokumentiert. Die Besucherin bzw. der Besucher kann somit selbst als Stadtforscherin / Stadtforscher aktiv werden.
Kosten und Finanzierung
Von Seiten der öffentlichen Hand werden in die genannten Projekte folgende Summen investiert:
OÖ. Landesausstellung: rund 5,8 Millionen (Land OÖ), rund 0,8 Millionen (Messerschmitt-Stiftung)
Kometor: rund 1,5 Millionen
Themenweg Wallern: rund 110.000 Euro (durch Land OÖ) rund 100.000 Euro (Eigenleistungen ev. Pfarre Wallern)
Ausstellung Tollet: rund 200.000 Euro (Sanierung Stallungen) rund 50.000 Euro (Ausstellung) rund 30.000 Euro (Eigenleistungen)
Zentrum 2010: rund 1,7 Millionen Euro (durch Land und Stadt GR) rund 200.000 Euro (Ausstellung)
Ev. Museum OÖ.: rund 175.000 Euro (Ausstellung) rund 50.000 Euro (Eigenleistungen)
Das finanzielle Gesamtinvestitionsvolumen in die Landesausstellung selbst und in die flankierenden Projekte beträgt demnach (ohne Eigenleistungen) rund 10,54 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Dies entspricht bei einer durchschnittlichen Umwegrentabilität von 1:6 einer regionalen Wertschöpfung von etwa 63 Millionen Euro.
Pressekonferenz am 23. Februar 2010
Die Landesausstellung als Tourismusmotor
Die Oberösterreichischen Landesausstellungen sind ein wichtiger Beitrag zur touristischen Wertschöpfung in der jeweiligen Ausstellungsregion. Sie sind einerseits ein Anziehungspunkt für Tagesausflügler, der über den Ausstellungsbesuch hinaus Wertschöpfung für die Gastronomie und Freizeitbetriebe generiert. Gleichzeitig war in den vergangenen Jahren erkennbar, dass sich Landesausstellungen auch positiv auf den Nächtigungstourismus im Veranstaltungsort auswirken.
Dieser positive touristische Effekt soll durch die enge Kooperation zwischen dem OÖ. Tourismus und der Landeskulturdirektion auch für die kommende Landesausstellung in Grieskirchen optimal ausgeschöpft werden. Deshalb hat der OÖ. Tourismus für die Landesausstellung 2010 in bewährter Weise ein umfangreiches touristisches Vermarktungspaket geschnürt.
Landesausstellung kulinarisch – die „Wirte 2010“
23 Gastronomiebetriebe aus der Landesausstellungs-Region haben seit vergangenem Herbst einen von OÖ. Tourismus und der Bezirksstelle Grieskirchen der Wirtschaftskammer gemeinsam initiierten Qualifizierungsprozess durchlaufen.
Insgesamt vier Workshop-Termine im September und Oktober 2009 dienten der inhaltlichen Vorbereitung auf die Landesausstellung. Als „Wirte 2010“ werden sie auch gemeinsam Akzente rund um „Renaissance und Reformation“ setzen. Beim „Renaissancefest“ in Grieskirchen von 27. bis 30. Mai und beim „Fest der Sterne“ am 13. und 14. August in Peuerbach werden sich die Betriebe der Kooperation mit Köstlichkeiten aus Küche und Keller präsentieren.
Darüber hinaus bieten die Mitgliedsbetriebe abwechselnd ab Mai 26 Wochen lang jeweils am Donnerstag und Freitag unter dem Motto „Schlemmen bei den Wirten“ ein dreigängiges Menü zu einem historischen Thema. Im September, während des Frankenburger Würfelspieles, können die Gäste der „Wirte 2010“ dann um ihr Essen würfeln.
Angebote für Individual- und Gruppenreisende
Für jene Gäste, die den Besuch der Landesausstellung mit einem Kurzurlaub in der Region verbinden wollen, hat der Tourismusverband Vitalwelt ein Urlaubspaket für Individualreisende geschnürt. Unter dem Motto „Landesausstellung & Thermengenuss“ sind zwei Übernachtungen mit Frühstück, ein Tageseintritt in die Saunawelt „Relaxium“ und in die Farblichttherme „Colorama“ im EurothermenResort Bad Schallerbach, der Eintritt in die Landesausstellung und ein geführter Spaziergang auf dem Themenweg „Reformation auf dem Weg“ in Wallern zusammengefasst. Das Gesamtpaket kostet in einer Pension ab 76 Euro, im Drei-Sterne Hotel ab 94 Euro pro Person und ist direkt über die Vitalwelt buchbar.
Darüber hinaus wurden unter Federführung des OÖ. Tourismus zwölf Gruppenreisepakete entwickelt, darunter acht Tagesprogramme und vier Zwei-Tages-Angebote mit Übernachtung.
Diese Programme verbinden die Landesausstellung mit den verschiedensten Freizeitattraktionen der Region, vom Eisenbahn- und Bergbaumuseum Ampflwang über die Verkostung edler Brände bis hin zum Weg der Sinne in Haag am Hausruck. Bei der Erstellung dieser Programme wurde diesmal auch ganz gezielt die Abstimmung mit verschiedenen Interessengruppen gesucht, um eine optimale Akzeptanz dieser Angebote auf dem Markt zu erreichen.
Zusammengefasst sind die Gruppenangebote in der Broschüre „Gruppenreisen in Oberösterreich 2010“, über den sie gezielt an 16.000 Entscheidungsträger wie Reiseveranstalter, Vereine, Firmen und Verbände in Deutschland und Österreich kommuniziert werden. Gleichzeitig wurde das Gruppenreiseprogramm gezielt auf Fachmessen beworben.
Der Bezirk auf einen Blick
Ein wichtiges Werbemittel für den Ausflugsgast ist schließlich die Wander- und Radkarte für den Bezirk Grieskirchen. Neben den Wander- und Radwegen sind auf dieser Karte auch sämtliche Nebenschauplätze von „Renaissance und Reformation“ eingezeichnet, beispielsweise der „Kometor“ in Peuerbach, Schloss Tollet, die Evangelische Kirche in Wallern oder das Zentrum Grieskirchen 2010 mit der Ausstellung „Grieskirchen ganz persönlich“. Die Karte im Maßstab 1:50.000 ist unter inhaltlicher Mitwirkung des OÖ. Tourismus entstanden und steht ab Ende Februar in einer Auflage von 100.000 Exemplaren zur Verfügung.
Die einzelnen Eröffnungstermine:
Oö. Landesausstellung: 27. April, 15.00 Uhr
Kometor Peuerbach: 30. April, 10.00 Uhr
Zentrum 2010: 30. April, 14.00 Uhr
Ausstellung Schloss Tollet: 2. Mai, 10.00 Uhr
Themenweg Wallern: 2. Mai, 14.00 Uhr
Ev. Museum OÖ. Rutzenmoos – Sonderausstellung: 6. Mai, 18.00 Uhr
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01.03.2010
Pressekontakt
Oberösterreich TourismusUnternehmenskommunikation / Elisabeth Kierner
Freistädter Straße 119
4041 Linz
Tel.: +43 732 7277 123
Fax: +43 732 7277 9123
elisabeth.kierner@lto.at
http://www.oberoesterreich-tourismus.at
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