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/ Die oberösterreichische Drehbuch-Autorin Sarah Wassermair im Interview

Die oberösterreichische Drehbuch-Autorin Sarah Wassermair im Interview

Im Interview verrät sie, womit man Schreiberhirne füttern muss und warum es sie immer wieder zurück nach Oberösterreich zieht.

Die aus Aschach stammende Oberösterreicherin Sarah Wassermair lebt als Drehbuchautorin in Wien. Sie zeichnete für das Drehbuch mehrerer Folgen der Erfolgsserie "SOKO Donau" verantwortlich und ist Mit-Erfinderin der ORF-Serie "Janus".

Wie wird man eigentlich Drehbuchautorin?

Bei mir begann es mit einem Gespräch um drei Uhr morgens, in dem ich meinem besten Freund mit viel Ach und Weh mein Leid geklagt habe. Meine Matura stand direkt bevor, ich hatte aber immer noch nicht den schwummrigsten Schimmer einer Idee, was ich danach studieren würde. Mir war klar, dass ich etwas machen wollte, wo es um Wörter, Sätze und Geschichten ging - aber was? Romanautor kann man nicht studieren, und man muss unglaubliches Glück haben, wenn man davon leben will. Freelance-Poeten und Operetten-Librettisten sind auch nicht besser dran. Für eine Karriere als Journalistin lüge ich zu gerne, und für eine bei der Regenbogenpresse sage ich zu gerne die Wahrheit. Was, so wollte ich mit viel Herumgestikulieren wissen, sollte ich nur tun? Mein Freund, der sich mein Gejammer bis zu diesem Punkt mit Engelsgeduld angehört hatte, zuckte die Schultern.

Er: "Wie wär es denn mit Drehbuch?"

Ich: "Das kann man studieren!?"

Er: "Klar."

Ich: "Und davon kann man leben?"

Er: "Jupp."

Ich: "Und was ist mit lügen? Darf ich lügen?"

Er: "Gehört fix dazu!"

"Oh", sagte ich. Und dann, nach einer kurzen Denkpause noch einmal: "Oh." Und damit war alles entschieden.

Sie haben gemeinsam mit Jacob Groll das Drehbuch für die ORF-Serie "Janus" geschrieben. Wie kommt man zu so einem Auftrag? Bewirbt man sich da oder wird man eingeladen?

Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Im Fall von Janus haben wir zufällig ein Gerücht gehört, dass eine bestimmte Redakteurin nach Ideen für eine Mystery-Serie sucht - also sind wir einfach ein paar Tage darauf bei ihr vorstellig geworden und haben unsere bescheidenen Dienste angeboten. Diese Frau - die gloriose Katharina Schenk - hatte dann tatsächlich den Mut, zwei bis dahin noch völlig unbekannten Autoren einen Entwicklungsauftrag zu geben. Der erste Schritt, um an so einen Auftrag zu kommen, lautet also: "Man besorge sich eine Schenk." Aber bitte nicht die unsere, die brauchen wir noch.

Janus wurde bereits vor Ausstrahlung von den Medien als "rundum gelungenes TV-Event mit einer packenden Story" gelobt. Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Geschichten?

Das Schreiberlingshirn ist ein seltsames Tierchen. Es spuckt andauernd Ideen aus, verrät seinem Besitzer aber nie, wo es die hernimmt. Dafür ist es unersättlich, will immerzu gefüttert werden, Tag und Nacht und dazwischen auch noch. Mit Recherche und Kuriositätem, mit Legenden und Gerüchten, mit alten Zeitungsausschnitten und halb vergessenen Anekdoten, mit wissenschaftlichen Fakten und purem Nonsens. Zur Nachspeise verlangt es (ohne Rücksicht auf die Kalorien) nach ein bisschen realem Leben: Nach Herbstsonne im Fell einer Katze, einer Zufallsbegegnung am Bahnhof, einer Tasse zu heißem Tee. Das Grinsen des zweijährigen Nachbarsbuben gilt genau so wie die Farbe von modernden Blättern, wie ein Abend mit Freunden oder wie der Geruch von Vanille und Rauch. Der Job des Autors besteht darin, sein Hirn mit diesen Dingen zu versorgen. Den Rest erledigt es dann selbst.

Sie wohnen derzeit in Wien. Was vermissen Sie an Oberösterreich? Irgendwelche Lieblingsplatzerl oder eine Leibspeise die es nur zu Hause gibt?

Wenn ich in Aschach bin, dann gehe ich immer in der Abenddämmerung laufen, wenn der Himmel fahl und schwer wird und sich die Felder rundum bis zum Rand der Ewigkeit erstrecken. Es gibt da eine kleine Brücke auf der Hälfte meines Weges, auf der ich eine kleine Pause einlege und zuschaue, wie sich die Welt langsam in Schatten und Blautöne auflöst. Im Sommer höre ich über mir das Flattern der Fledermäuse, im Winter knirscht unter meinen Füßen das Eis. Ich bin bereit, jeden Eid zu schwören, jeden zum Duell herauszufordern, der etwas anderes behauptet: es gibt keinen schöneren Ort.Was die Lieblingsspeise angeht, die ist jahreszeitenabhängig. Der Zwetschkenbaum im Garten meiner Eltern war heuer wieder einmal ein wenig übereifrig. Wir haben Tage damit verbracht, das Obst zu entkernen, einzufrieren, zu Marmelade und Powidl zu verkochen. Am liebsten sind mir aber die Dörrzwetschken, weil die beim Trocken das ganze Haus mit diesem unglaublichen Geruch von Zucker und Herbst füllen.

Sind Sie oft auf Heimatbesuch in Oberösterreich?

Das ist unterschiedlich, je nachdem, wie sehr ich in Wien mit Projekten eingeteilt bin. Aber wirklich lange halte ich es nie aus, dafür bin ich zu sehr Landkind. Außerdem wollte ich meinen Kater nicht zum Wiener Wohnungskatzendasein verurteilen, weshalb er bei meinen Eltern in Aschach lebt - und weshalb mich allein schon die Sehnsucht regelmäßig heimtreibt.

Wie soll es Karrieretechnisch für Sie weiter gehen? Gibt es einen Masterplan? Ein Herzensprojekt, das Sie unbedingt mal umsetzten wollen? Eine verrückte Vision?

Ein echter Masterplan ist recht schwierig bei einem Beruf, bei dem man so viele Faktoren nicht beeinflussen kann: Publikumsgeschmack und Auftragslage beispielsweise, oder ob gerade Fördergelder da sind. Oder, ganz simpel, ob einem im entscheidenden Moment überhaupt etwas Gutes einfällt. Für die Langzeit-Planung und die großen Strategien ist bei uns mein Co-Autor zuständig - ich streu stattdessen einfach Geschichten aus wie Brotkrümel und warte ab, wen sie wohl anlocken werden. Das hat bisher immer ganz gut funktioniert. Für mich besteht der größte berufliche Luxus darin, dass ich mir meine Projekte langsam selber aussuchen kann. Ich kann es mir mittlerweile manchmal leisten, Dinge abzulehnen, die mich nicht interessieren - oder von Zeit zu Zeit etwas völlig Unverkäufliches zu schreiben, einfach, weil ich gerade Lust darauf habe. Meine Herzensprojekte sind oft die, die nach außen hin am unscheinbarsten wirken, wie beispielsweise ein kurioser kleiner Kurzfilm oder ein Piratenmärchen für die Kinder meiner Freunde. Karrieretechnisch in etwa so nützlich wie ein nasser Socken - aber sie machen mich glücklich und mein Hirn satt. Und dann schreibt sich alles andere auch gleich viel leichter.

Sie haben auch Folgen für "SOKO Donau" geschrieben. Welche? Wurden davon auch welche in Oberösterreich gedreht?

Bisher haben Jacob und ich fünf geschrieben, und zwar "Die letzte Fahrt", "Der Heilige der Verdammten", "Daddy Cool", "Mrs. D." und "Eine Leiche zuviel". Die letzten beiden sind zum Teil in Oberösterreich gedreht worden, an der Schlögener Schlinge und im AKH Linz.

Sarah Wassermair

Jahrgang 1988, ist in Aschach an der Donau aufgewachsen. Sie besuchte das Gymnasium Dachsberg und studiert Buch und Dramaturgie an der Filmakademie in Wien.