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© Foto: Oberösterreich Tourismus GmbH/Robert Maybach: Restaurant Rossbarth in Linz
Restaurant Rossbarth in Linz

9 junge, innovative Kulinarik-Erlebnisse

Einzigartige oberösterreichische Genussbegegnungen, die du nicht verpassen solltest.

Oberösterreich hat eine aufstrebende junge Kulinarik-Szene. Ihr guter Ruf ist, auch durch die vielen Auszeichnungen die die jungen Talente jedes Jahr aufs neue sammeln, weit über die Region hinaus bekannt. Bemerkenswert ist dabei aber auch, dass hier nicht gegeneinander, sondern miteinander gearbeitet wird. So werden gemeinsam gastronomische Höchstleistungen geschaffen. Bestes Beispiel: das #upperstreetfood, ein Projekt bei dem es in Wien oberösterreichische Haubenküche zum mitnehmen gab. Hier wurde durch Vernetzung und Zusammenarbeit ein echtes Vorzeigeprojekt geschaffen. In Oberösterreich gibt es aber auch große Vorbilder, wie Helmut Rachinger, Elisabeth Grabmer, Hans Reisetbauer oder auch Erich Lukas, die ihre Betriebe behutsam in die Hände ihrer Kinder übergeben. Der Geschmack bleibt in der Familie und wird von Generation zu Generation weiterentwickelt. Überzeugen Sie sich am besten selbst von der Leidenschaft, der kulinarischen Kreativität und dem Tatendrang der jungen Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen. 

Es gibt Tage im Jahr, da möchte man einfach die Koffer packen, ins Auto steigen und für ein Wochenende den Alltag vergessen. Entspannen, wunderbar essen und sich verwöhnen lassen. Für solche Momente sind die alten Gemäuer des Gasthofes Rahofer ideal. Der eigentliche Höhepunkt beim Rahofer ist aber die Küche, in der aus hochwertigen Zutaten und kreativem Handwerk ein Gesamtkunstwerk geschaffen wird. Dem jungen Team, bestehend aus Marie, Carina und Florian, liegt die Natur dabei sehr am Herzen. In der Küche überzeugen daher regionale, saisonale und frische Rohstoffe. Aus Einfachem wird so Imponierendes gemacht. Manchmal, und in diesem Fall ganz bestimmt, ist weniger eben mehr.

Internationale Ideen regional gedacht: hier werden japanische Techniken auf oberösterreichisch übersetzt. Die Rede ist von LUVI Fermente. Hier wird japanisches Wissen auf lokale Rohstoffe angewandt, um neue Geschmacksprofile zu entdecken. Dafür werden regionale Lebensmittel mithilfe von Mikroorganismen zu Saucen, Miso-Pasten und anderen Fermenten verarbeitet. Das Unternehmen versucht dabei auch möglichst Nachhaltig zu arbeiten. Hinter der Idee stecken Viktor Gruber, Christine Brameshuber und der Haubenkoch Lukas Nagl. Letzterer sorgt in der Küche des Bootshaus am Traunsee mit Hilfe der Geschmacksbomben von Luvi Fermente für Gerichte, die in Erinnerung bleiben.

Der Name der Lokalität ist simpel: Lukas. Die Leute gehen also zu Lukas und nicht in ein hochgestochenes Restaurant. Damit kommt man auch der Philosophie von Lukas Kienbauer näher: höchste Qualität und Professionalität in natürlicher, lockerer Atmosphäre. Bei Lukas fühlt man sich wie bei Freunden, deswegen gibt es auch keine Speisekarte. Jedes Menü ist eine Überraschung, mit perfekt ausgesuchter Weinbegleitung oder alkoholfreien Getränken. Keine Überraschung ist jedoch, dass Lukas am liebsten Zutaten aus seinem eigenen Garten verwendet und Tiere möglichst als Ganzes, also Nose-to-Tail verwertet. Die offene Schauküche lädt dazu ein Lukas in seinem Element, dem Kochen, zu beobachten. Alles wie bei guten Freunden, deshalb schaut man bei Lukas auch gerne ein zweites und ein drittes Mal vorbei.

In der Waldschänke stehen Mutter und Sohn gemeinsam in der Küche. Elisabeth Grabmer, langjährige Spitzenköchin, und Sohn Clemens Grabmer, profitieren vom Generationsunterschied. Oft findet man hier ein Gericht zweimal auf der Karte: einmal klassisch perfekt (Elisabeth), und einmal spritzig kreativ (Clemens). Vor kurzem haben die beiden auch ein Kochbuch herausgebracht. Dieses Zusammenspiel hält Traditionen hoch und lässt gleichzeitig viel Platz für neue Ideen.

Auch im Mühltalhof haben Grossmutter, Vater und Sohn lange an einem Strang gezogen: Familie Rachinger bewirtschaftet den Mühltalhof inzwischen in sechster Generation. Heute kocht Philip Rachinger, dessen Vater Helmut nun nebenan das nicht minder spannende Konzept "Fernruf 7  betreibt, seinen Gästen Überraschungsmenüs. Speisekarte gibt es keine - auf der Website steht "Spätestens wenn sie da sind, wissen Sie was es gibt". Philip Rachinger, der mit Erfahrungen aus London und  Paris nach Oberösterreich zurückgekommen ist, bevorzugt die einfache Küche. Statt auf exklusive Zutaten schwört er auf Bodenständiges aus der Region. Da kommt im Menü des 4-Hauben-Lokals das Filet vom Süßwasserfisch auch mal ganz einfach auf der Zedernholzschindel gegart daher. Näher kommt man an die geschmackliche Essenz des Mühlviertels selten heran.

Aus Barth und Rossbach wird Rossbarth. Zwei Haubenköche, die sich in Windeseile an die Spitze der oberösterreichischen Resaturantlandschaft kochten. Das architektonische Konzept des Lokals passt wie maßgeschneidert zu seiner kulinarischen Philosophie. Reduktion auf das Wesentliche, regionale Wertschöpfung und hoher Qualitätsanspruch ist das, was man mit dem Rossbarth verbindet. Müsste man die beiden Haubenköche selbst in wenigen Worten beschreiben, wäre es wohl jung, mutig und echt oberösterreichisch.

Oft ändern sich Pläne im Leben. Eigentlich hätte Sternekoch Klemens Schraml die Küche des Ritz Singapore übernehmen sollen, stattdessen kocht er jetzt im elterlichen Gasthaus am Rande des Nationalparks Kalkalpen. Das Bild soll nicht täuschen, denn sein Restaurant"„RAU – nature based cuisine" zählt zu den besten Adressen des Landes. Die Küche basiert auf ökologischer Nachhaltigkeit in allen Bereichen. Im Einklang mit der Natur zu sein ist hier oberstes Prinzip. Die puristisch-moderne Küche passt zur Kulinarik Oberösterreichs: ehrlich, am Ursprung nud gleichzeitig innovativ und mutig.

Christoph Forthuber und Doris Pfleger haben bei den besten und spannendsten Adressen im In- und Ausland Erfahrung gesammelt, bevor sie in Munderfing das alte Gasthaus übernahmen. Das Bräu wurde erstmals 1431 urkundlich erwähnt. Seit 2018 bildet das Bräu ein neues Zentrum im Herzen von Munderfing und im Erdgeschoß herrscht reges Wirtshaustreiben. Der dazugehörige Gastgarten ist die beste Einladung hier Zeit zu verbringen. Im Restaurant Forthuber werden bodenständig-kreative Speisen serviert, Lebensmittel und Getränke werden von lokalen Partnern bezogen. Bei den jungen Wirtsleuten ist auch immer was los: Mittagessen, Grillabende, Gängemenüs und noch viel mehr gibt es hier je nach Wochentag und Saison. Das Dessert "luftiger Milchreis mit Schokolade" sollten Sie unbedingt probieren. Hinter dem unscheinbaren Namen steckt ein Geschmack der die besten Kindheitserinnerungen weckt. Versprochen!

Am Beerenberg gedeihen jedes Jahr ganze zehn verschiedene Sorten Heidelbeeren. Vor Jahren haben sich die Schmieds einen Traum erfüllt und sind Herzblut-Landwirte geworden. Vater Klaus und Sohn Jakob führen den ersten Bio-Heidelbeerhof Österreichs, der in wenigen Gehminuten vom Linzer Hauptplatz erreichbar ist. Die Heidelbeeren werden werden hier aber nicht nur angebaut, sondern auch fachmännisch ausgebaut. So entsteht hier Österreichs erster (und wahrscheinlich einziger) Heidelbeer-Pet Nat nach Méthode Ancestrale: ein Schaumwein ähnlich einem Champagner, nur eben aus Heidelbeeren. Diesen kann man inzwischen in zahlreichen österreichischen Spitzenrestaurants in der Weinkarte finden. Am besten schmeckt er aber direkt vom Beerenberg mit ein paar selbstgebrockten frischen Heidelbeeren dazu.

Zum Abschluss vielleicht noch etwas Süßes? Tscholly, Magic Unicorn oder Naughty Nuts? Beim Eisdieler in Linz versteckt sich hinter den ausgefallenen Namen bestes handgemachtes Eis mit ebenso ausgefallenen Geschmackskombinationen. Unbedingt probieren.

 

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