10 Wirtshäuser mit echter Gastfreundschaft

Wirtshauskultur für Anfänger und Fortgeschrittene: ganz verschieden einkehren und dabei echte oberösterreichische Gastfreundschaft erleben.

Das Wirtshaus spiegelt seit jeher die Mentalität Oberösterreichs wider. Bodenständig, ehrlich, gastlich und gesellig. Aber immer auch ein bisschen nach vorne denkend. Oft wird man mit einem direkten und freundlich gemeinten "Hock di her!" empfangen. Die Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen sind ein offener Schlag Mensch, immer bereit für ein entspanntes Gespräch unter (neuen) Freunden. Die Küche stellt dabei auf ganz unkomplizierte Weise pure Zufriedenheit in Form von einfachen Gerichten her. Im Ganzen betrachtet könnte man das Wirtshaus dementsprechend auch als Wellnesskonzept für Leib und Seele bezeichnen. In der folgenden Liste finden Sie 10 ganz besondere Empfehlungen für solche Wellnessoasen der oberösterreichischen Art, die Sie sich hoffentlich nicht entgehen lassen.

Der Steegwirt in der Gemeinde Bad Goisern ist gelebte Geschichte. Das Welterbe-Wirtshaus ist eine der wenigen gut erhaltenen Renaissancebauten der Region. Das geschichtsträchtige Gebäude, in Kombination mit der guten Wirtshausküche, wäre eigentlich schon Grund genug einzukehren. Aber hier gibt es noch etwas Besonderes: Fritz Grampelhuber und sein Bruder Tamino bekochen nicht nur den Steegwirt, sondern auch auch die österreichische Männer- und Frauen-Fußballnationalteams. Und die Nationalfußballer und -fußballerinnen schwören auf den Goiserer Stöcklschmarrn vom Steegwirt. Den gibt‘s nämlich zur Belohnung nach einem Sieg auf dem Platz.

Das Restaurant Seebauer liegt idyllisch am Ufer des smaragdgrünen Gleinkersees. Umrandet von den Kalkalpen lädt es zum Innehalten ein. Als offizielles „Slow Food“ Restaurant versteht es sich von selbst, dass beim Seebauer viel Wert auf biologische Landwirtschaft, Produkte mit Herkunft und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gelegt wird. Du kannst hier also mit gutem Gewissen genießen und dich von der Ruhe der Natur inspirieren lassen. Tipp: Direkt am See werden die "Seekühe" und "Gleinkersäue" gehalten, denen man dort beim einfach nur sein zusehen kann.

In Gaspoltshofen, beim Klinger, wird das einfache Gulasch genau so sorgfältig zubereitet wie ein edler Rehrücken. Ob die jahrelange Beständigkeit, die hohe Qualität der Speisen, die gelebte Regionalität, oder die gesellige Atmosphäre das Geheimrezept zum Erfolg des Lokals sind, ist schwer zu beurteilen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Was sicher ist: der Gasthof Klinger ist bis weit über Oberösterreich hinaus beliebt. Thomas Bernhard wurde hier öfters gesehen, und die Belegschaft des Münchner Sternelokals „Tantris“ kommt regelmäßig zum Betriebsausflug. Die feine bodenständige Küche im Hausruckviertel hat nicht nur zahlreiche Fans, sondern wurde auch vielfach ausgezeichnet: zuletzt sogar als „Kulinarisches Erbe Österreichs“. Die liebevolle Bewirtung von Hermi & Wolfgang Klinger trägt ihr Übriges dazu bei, dass der Gasthof Klinger zu einer Adresse wird, bei der du unbedingt einkehren solltest.

Beim Gasthaus Silmbroth ist der Weg von der Produktion zur Zubereitung ein kurzer – Fleischerei und Gasthaus sind im selben Haus. Seit 1905 werden Fleischhauerei und Gasthaus mit viel Herzblut geführt. Wie in alten Zeiten gibt es noch heute regionale oberösterreichische Küche. Dabei solltest du dir nicht die berühmte Kesselheiße entgehen lassen. Nach altem Brauch werden hier jeden Donnerstag in einem großen Kessel frische Würste gekocht. Nach der Bestellung wird die Wurst in ein Papier gewickelt und direkt drüben in der Gaststube gegessen. Besteck gibt's keines, Semmeln vom örtlichen Bäcker stehen auf dem Tisch. Nach einer Kesselheißen aus der Hand und dem dazugehörigen Seiterl Bier kann man sich gut vorstellen wo die Ursprünge der oberösterreichischen Wirtshauskultur liegen.

In Garsten gibt es einen echten Geheimtipp: Veronika und Reinhard Gorfer bewirtschaften dort einen typisch oberösterreichischen Vierkanterhof. Sie brennen Schnaps, machen Nusslikör und züchten Biorinder, die am Hof geschlachtet werden. Neben der biologischen Landwirtschaft betreiben die Gorfers auch das Restaurant Gorfer Natur Gourmet. Der Name ist dabei Programm. Natur steht für frische, saisonale und regionale Qualität, Gourmet für höchste Kochleidenschaft und das Gespür für den feinen Geschmack. Wenn es Ihnen hier so gut schmeckt wie uns, können Sie sich auch direkt für zu Hause mit den liebevoll hausgemachten Produkten eindecken.

Vor 50 Jahren wäre das wohl noch unvorstellbar gewesen: ein komplett weibliches Team führt dieses wunderschön gelegene Gasthaus in Grünau im Almtal. Die ausgebildetete Sommelière Michaela Ettinger und die Chefköchin Agnes Holzinger haben das Wirtshaus auf der Alm zu einem Treffpunkt für Kulinarikbegeisterte gemacht. Die gemütliche Atmosphäre und die freundliche Crew laden zum Verweilen ein: hier fühlt man sich sofort wohl.

Bei Edi Priemetshofer in Gutau haben vor allem zwei Dinge viele Jahrzehnte überstanden: der alte Holzherd und die Rezepte von der Oma. Durch die Küche weht aber ein frischer Wind. Das Konzept ist saisonale Kulinarik: viele regionale Spezialitäten werden von befreundeten Bauern und Jägern bezogen. Die Gerichte von Edi schmecken ausgezeichnet, ganz egal ob sie in der urigen Färberstuben, im Jägerstüberl, im Stadl, in der modernen Bar oder im sonnigen Gastgarten genossen werden. Fazit: sich mal wieder bewusst Zeit für vorzügliches Essen, gute Getränke und gesellige Stunden zu nehmen, trägt definitiv zum Wohlbefinden bei.

Der Wirt z'Kraxenberg ist iener der Gourmet-Treffpunkte im Innviertel. Kennt man das Wirtshaus nicht, könnte man an der Bundesstraße die Ausfahrt zum eher unscheinbaren Gebäude leicht verpassen. Was jedoch überaus schade wäre, denn Sybille und Florian Schlöglmann haben sich mit viel Passion und Fleiß nicht nur in die Herzen ihrer Gäste, sondern auch in diverse Gastronomieführer gekocht. Im Wirtshaus z'Kraxenberg wird ehrlich und authentisch gekocht. Man merkt, dass Florian Schlöglmann sein Handwerk nicht nur bestens versteht sondern auch wirklich lebt. Das seit 1892 familiengeführte Wirtshaus verlässt niemand enttäuscht. Vielmehr will man immer wieder kommen und diese perfektionierte Form der regionalen Küche in vollen Zügen genießen.

An einem der schönsten Plätze im Salzkammergut, am Ostufer des Traunsees, befindet sich das Landhotel Gasthof Grünberg am See. Die Restaurantterrasse lädt zum genussvollen Entspannen ein. Die Spezialität des Hauses ist, neben Wild und dem Kirchamer Junglamm, die Fischvielfalt des Traunsees. Saiblinge, Reinanken und Forellen werden laufend frisch geleifert und zubereitet. Große Kulinarik-Freunde können bei einem Kochkurs ihre Kenntnisse vertiefen – denn Kochen mit heimischem Wild lernt man am besten von den Profis. Da der Restaurantführer Franz Pernkopf auch Bierzapfmeister ist, verwundert es nicht, dass das Restaurant eine Unzahl an Biersorten anbietet. Ein Besuch auf der Seeterrasse mit Blick auf Schloss Orth zahlt sich immer aus – egal ob man nur auf ein Bier vorbeischaut oder gleich zum Essen bleibt.

Im Gasthaus Post ist alles so und doch ganz anders. Das junge Betreiberpaar hat eine Vorliebe für Gegensätze: traditionelle und moderne Räume reihen sich aneinander, serviert werden bewährte Wirtshausküche und spannende Eigeninterpretationen. Es gibt Schweinsbratl und Backhendl gleichermaßen wie Mühlviertler Sushi und Tafelspitz sous vide gegart. Hier wird mit viel Leidenschaft Besonderes geschaffen. Das ungezwungene Zusammenspiel von Gegensätzen, die authentische Gastfreundlichkeit und die originelle Küche machen das Gasthaus Post zu dem, was es ist.

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