© Foto: Oberösterreich Tourismus GmbH/Martin Fickert: Franziska Murauer und Anita Löcker von der Gschwendtalm
Franziska Murauer und Anita Löcker von der Gschwendtalm
© Foto: Oberösterreich Tourismus GmbH/Martin Fickert: Franziska Murauer und Anita Löcker von der Gschwendtalm
Franziska Murauer und Anita Löcker von der Gschwendtalm

Auf der Gschwendtalm

Wenn im Lexikon neben dem Wort "Paradies" ein Foto wäre, dann vermutlich eines von der Gschwendtalm. Dass dieser Ort etwas Besonders ist, liegt nicht nur an der außergewöhnlichen Aussicht, sondern auch an den Sennerinnen Anita Löcker  und Franziska Murauer. Mit Liebe zum Detail, Hingabe und Leidenschaft bewirtschaften die zwei jungen Frauen in den Sommermonaten eine Oase auf 954 Metern Höhe.

Auf der Gschwendtalm ist alles ein bisserl anders: Ein wenig schöner, ein Euzerl harmonischer und vor allem ein wenig langsamer. "Wir haben hier oben eine Art Arbeits-Wohngemeinschaft", erzählt Anita Löcker und setzt sich genießerisch auf die "Sunbeng", also die Sonnenbank vor der Hütte. "Jeder darf sein wie er will. Jeder darf kommen, bleiben und auch wieder gehen. Wir lernen allesamt sehr viel voneinander und kommunizieren auf Augenhöhe." Die studierte Psychologin schüttet etwas Milch in ihren Kaffee. Diese ist frisch von heute, war vor einigen Stunden noch im Euter von Milchkuh Marie, und schmeckt gerade deswegen verführerisch nach mehr.

Auf der Gschwendtalm gibt's keinen Latte Macchiato – hier gibt's Filterkaffee und ehrlichen, echten Zitronenmelissensaft mit Aussicht und summende Hummeln. Gerade das ist es, was die Menschen anzieht – egal ob sie zum Genießen oder zum Arbeiten kommen. Wobei Arbeit und Genuss auf der Gschwendtalm sehr nahe beisammen liegen. "Wir sind viel in der Natur, leben in einer harmonischen Gemeinschaft und sehen unsere Aufgaben oft gar nicht als Arbeit", erzählt Franziska Murauer. Und wenn man sie so anschaut, wie sie zufrieden eine Haarsträhne aus dem sommersprossigen Gesicht streicht, glaubt man ihr das. Ohne Wenn und Aber.

Von Indien nach Großraming

Dabei ist der Alm-Alltag für die jungen Frauen sehr arbeitsreich. Pausen gibt's nur bei Schlechtwetter: "Wir sind Köchinnen und Wirtinnen, Tierärztinnen und Gärtnerinnen, Buchhalterinnen und Hoteliers, Sennerinnen und Käserinnen." Die drei Milchkühe Marlene, Marie und Maike werden natürlich täglich gemolken und die bis zu 60 Liter gewonnene Milch will verarbeitet werden.


Joghurt, Topfen, Käse, Butter und Aufstriche machen wir daraus. Aber auch Brot, Speck und Säfte sind aus eigener Erzeugung.

Erzählt Anita Löcker. Sie hat schon viel von der Welt gesehen, in Irland und Indien gelebt. Ihr Herz hat sie aber an den Nationalpark Kalkalpen verloren.

Innovatives Almleben

Auch wenn es auf der Gschwendtalm erst seit Kurzem warmes Wasser gibt, die Zeit steht hier nicht still, bietet kreativen Raum für neue Gedanken und Experimente: "Wir bieten etwa Kroga-Workshops an. Das ist eine Kräuterwanderung mit Yoga. Bekannt sind wir unter anderem auch für unseren Alm Mozarella-Frischkäse, diverse Alm-Chutneys, frisch gebackenes Sauerteigbrot, sowie den hausgemachten Himbeer-Kombucha."

Liebevoll dekoriert mit Wiesenblumen sind Tresen, Tische und sogar das Klo. "Die Alm ist für fünf Monate unser Zuhause. Ich mag es daheim auch schön. Wir dekorieren also nicht nur für die Gäste, sondern auch für uns selbst", sagt Franziska Murauer und zupft sanft die Vergissmeinnicht in der Vase zurecht. Sie stammt von einem Bauernhof ab, hat die Landwirtschaft also in die Wiege gelegt bekommen. Getroffen hatte sich das harmonische Sennerinnen-Duo auf einer Alm in der Schweiz und schnell war klar: "Wir suchen uns eine Almwirtschaft um gemeinsam zu arbeiten."

Neben appetitlichen Schmankerln und einer zufriedenen Schwere der Beine nehmen die Besucher der Gschwendtalm vor allem eines mit: "Wenn wir mit Menschen reden, die längere Zeit hier bei uns sind, hinterfragen manche den Stress in ihrem Leben. Sie fragen sich, ob ihre Aufgabe wirklich erfüllend ist. Oder ob sie auch einmal etwas riskieren sollten." Denn wir können hier vollster Überzeugung sagen:


Wir haben auf der Gschwendtalm eine sehr sinnvolle Arbeit, sind nah an Mensch und Natur. Vermutlich ist es der schönste Job der Welt...

© Foto: Oberösterreich Tourismus GmbH/Martin Fickert: Die Sennerinnen Franziska Murauer und Anita Löcker auf der Gschwendtalm
Die Sennerinnen Franziska Murauer und Anita Löcker auf der Gschwendtalm

Die Almbäuerinnen.

Video

Schlemmen wie auf der Gschwendtalm

Rezept Zwiebelchutney:

Zutaten:

  • 5 Zwiebel
  • Gelierzucker
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Senfkörner
  • 3 EL Essig
  • Salz 

 

Zubereitung:

Zwiebel schälen und in größere Ringe schneiden. Anschließend mit Gelierzucker einkochen. Dann Kurkuma, Senfkörner, Essig dazu geben und mit Salz abschmecken. Nicht zu lange kochen, damit der Zwiebel noch Struktur hat. Die Masse heiß in ein Glas füllen und gut verschließen. Für 10 Minuten auf den Deckel stellen. Kalt genießen.

© Foto: Oberösterreich Tourismus GmbH/Martin Fickert: Jause auf der Gschwendtalm
Jause auf der Gschwendtalm

Rezept Currytopfenaufstrich:

Zutaten:

  • 250 g Topfen
  • 100 ml Sauerrahm
  • 50 g Rosinen
  • 1 TL Curry
  • 50 g Walnüsse gehackt
  • Salz
  • Pfeffer

 

Zubereitung:

Rosinen aufweichen und alle Zutaten liebevoll zusammenrühren. Anschließend kalt stellen und genießen.

Rund um die Gschwendtalm