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Marcus Füreder alias Parov Stelar

Der Erfinder des
Electroswing.

Parov Stelar: "Was ich an Oberösterreich vermisse? Eigentlich alles!"

Parov Stelar gilt als Erfinder des Elektroswing, hat als erster Österreicher nach Falco bei einem US-amerikanischen Label einen Deal eingefahren und schon sieben Mal den begehrten Amadeus Award abgeräumt. Alleine sein "Booty Swing" wurde millionenfach auf YouTube aufgerufen. Im Oberösterreich Magazin spricht der Vollblutkünstler, der im bürgerlichen Namen Marcus Füreder heißt, über das Gefühl von Heimat, seine Leidenschaft für Bier und den Keplingerwirt in St. Johann am Wimberg.

Eigentlich muss man Weltstar Parov Stelar gar nicht groß vorstellen. Man kennt ihn. Er hat mit Größen wie Lady Gaga oder Tony Bennett zusammengearbeitet, gilt als erfolgreichster Musikexport Österreichs und auch als Produzent spielt er in der obersten Liga mit. Die Bodenhaftung hat der Ausnahmekünstler aber nie verloren. Denn egal wie erfolgreich er auch war und ist, unter seiner Brust pocht ein Herz aus dem Mühlviertel.

 

Aufgewachsen in Lichtenberg, als Jugendlicher mit der Vespa im Mühlviertel unterwegs: Was gibt das einem jungen Menschen mit auf den Lebensweg?

Eine Erdung. Lichtenberg ist meine Heimat, da liegen die Wurzeln. Egal wo du bist - und ich habe viel von der Welt gesehen - die Heimat ruft einen immer wieder. Ich habe viele Kraftplätze im Mühlviertel. Als Musiker, wenn man noch keinen Durchbruch hat – braucht man das auch, weil man durchhalten muss. Wenn du von Lichtenberg nach Puchenau und weiter nach Ottensheim fährst, da gibt es einen Blick über das ganze Mühlviertel und die Donau. Früher bin ich da, wenn die Gedanken nicht zur Ruhe kommen wollten, mitten in der Nacht hingefahren. Ich habe da viel Zeit verbracht. Manchmal vermisse ich diesen Platz sehr. Auch heute bin ich immer gerne in Österreich. Habe ja mein Haus in Altenfelden.

 

Wo war Marcus Füreder als Teenager unterwegs?

Im Café Strom in Linz, das war für sicher zehn Jahre mein zweites Wohnzimmer. Da ging es auch los mit der Musik. Da waren die ersten "Danube Raves". Dort wurden und werden auch heute noch neue und frische Talente aufgegriffen. Die ersten Raves und elektronischen Musikveranstaltungen waren in Linz und nicht in Wien oder wo anders. Das passt ja auch: Die Stahlstadt, dieser Industriecharme, und die elektronische Musik - das geht gut zusammen.

Ich habe mich deswegen in Linz  sehr wohl gefühlt und hatte eine schöne Zeit dort. Ich hab dann auch in Linz studiert. Damals gab es eine tolle studentische Szene. Wie das heute ist, kann ich nicht sagen. Aber damals gab es auf der Kunstuni einen fließenden Übergang vom Mensafest zum Hörsaal.

 

Heute leben Sie unter anderem auf Mallorca. Was vermissen Sie an Oberösterreich?

Alles. Es klingt jetzt nach Klischee, aber es ist wahr: Das geht beim Essen los – aber hauptsächlich ist es auch wahrscheinlich die Familie.


Ich verstehe Heimat nicht nur als einen Platz, es ist auch ein Gefühl, eine Geborgenheit, darum versuche ich auch so viel Zeit wie möglich in Oberösterreich zu verbringen.

Wenn ich im tiefsten mühlviertlerisch etwas bestellen kann und man versteht mich, dann ist das für mich auch so etwas wie Heimat – das kann man nicht beschreiben. Das kann man eben nicht auf Englisch oder Spanisch. Das fühlt sich einfach anders an.

Gibt es eine Speise, die Sie besonders vermissen?

Schlagen Sie die Speisekarte beim Keplingerwirt in St. Johann am Wimberg auf. Alles was drinnen steht, vermisse ich.

 

Wie sind Sie mit dem Keplingerwirt verbunden? Sind Sie Jugendfreunde?

Keine Jugendfreunde, aber ich kenne den Heinz, den Juniorchef, seit ich vor 12 Jahren nach Altenfelden gezogen bin. Und dann war ich dort mal zufällig essen und bin fast vom Sessel gefallen, weil es so gut war. Irgendwie ist dann eine Freundschaft entstanden. Heinz ist ein Mensch, der in seinem Tätigkeitsbereich, sprich Kulinarik und Gastronomie, genauso eine Leidenschaft entwickelt wie ich in der Musik. Gleichzeitig ist er auch ein Musikfreak, quasi ein lebendes Musiklexikon. Und es ist schön, wenn man im Restaurant sitzt und sich über mehr unterhalten kann als nur über ein Schnitzerl.

 

Das heißt, das ist Ihr zweites Wohnzimmer?

Definitiv. Eigentlich wohne ich dort (lacht). Es gibt da eine lustige Geschichte: Als ich mal im Sommer wieder in Oberösterreich war, bin ich 15 Mal hintereinander beim Keplingerwirt gewesen. Und am 16. Tag war ich dann bei meiner Mama. Der Heinz hat dann ganz besorgt angerufen: "Marcus, wo bist du? Alles in Ordnung?"

 

Sie sind auch Vater. Gibt es typisch oberösterreichische Eigenschaften, die Sie Ihrem Kind mit auf den Lebensweg geben wollen?

Also ich rede jetzt mal vom Mühlviertel, weil da bin ich daheim: Dort gefällt mir die Verlässlichkeit und die Handschlagqualität der Menschen. Das vermisse ich in der heutigen Zeit etwas.

 


Im Mühlviertel gibt’s das noch: Wenn dir dort jemand auf etwas die Hand gibt, egal ob es ein Handwerker oder Freund ist, dann ist das bindend. Da diskutiert man nicht, das wird eingehalten und das liebe ich sehr.

 

Oberösterreich ist bekannt für seinen vielen Privatbrauereien. Sie hatten als Jugendlicher bei einem Ferialjob Bierfässer gereinigt. Schmeckt einem da Bier überhaupt noch?

Ich habe schon zwei Jahre gebraucht, bis es mir wieder geschmeckt hat. Aber ich habe dann trotzdem relativ schnell sämtliche Biere aufgeholt, die ich in den zwei Jahren verpasst hatte. Eine spezielle Lieblingssorte gibt's aber nicht.

 

Aktuell hat Corona hat die  Kunstwelt fest im Griff. Wie sehen Sie die Zukunft?

Im Live-Sektor wird sich heuer, 2020, vermutlich nicht mehr viel tun. Die Krise ist da. Aber man kann in jeder Krise auch eine Chance finden. Da ist jeder gefragt, natürlich auch die Musiker. Man kann aus Corona sicher auch Neues mitnehmen, und wenn es nur andere Denkmuster sind. Man muss aber schon unterscheiden zwischen Künstlern und Musikern, die davon leben, dass sie auf die Bühne gehen und Menschen wie mir, die Eigenproduktionen haben. Streamings und so laufen weiter. Für Bühnenkünstler war und ist Corona natürlich eine Katastrophe und ich verstehe, dass es schwer fällt das Positive rauszupicken. Aber es hilft halt nichts…

 

Portrait von Marcus Füreder alias Parov Stelar

 

Haben Sie versucht in der Quarantäne kreativ zu sein, Neues zu testen oder haben Sie eine Pause eingelegt?

Kreativ sein kann man nicht auf Knopfdruck. Kreativität kommt und geht und daran scheitere ich auch immer wieder, wie jeder Künstler. Aber ich habe für mich eine Chance in dieser Corona-Auszeit gesehen. Ich wollte schon immer mal eine Tour-Pause machen, um die Akkus aufzuladen. Und jetzt bin ich quasi dazu gezwungen worden. Und siehe da: Plötzlich saß ich im Studio, ohne Reise- und Termindruck. Und in den ersten vier Wochen habe ich gleich acht neue Songs geschrieben und zehn Ölbilder gemalt. Das kann passieren, wenn man das Leben völlig auf "Reset" stellt und anders denkt. Das neue Album kommt übrigens am 5. September 2020 heraus.

 

Was erwartet die Fans?

Ein Hitalbum natürlich. Die letzten Jahre waren für mich eine  Zeit der Klarheit. Ich habe auch immer wieder ein bisserl mit dem, womit ich bekannt wurde, gehadert. Ich wollte mich nicht nur in die Schublade "Elektroswing" stecken lassen. Darum habe ich mich auch in anderen Gefilden ausprobiert und diese auch gelebt. Umso schöner war für mich auch das Heimkommen in der Musik. Ich habe diesen Teil wieder ganz neu entdeckt. Und ich habe mir überlegt: "Wie muss Parov Stelar im Jahre 2020 klingen, ohne dass es ein Abziehbild von 2015 ist?" Herausgekommen ist das neue Album. Ich habe eine wahnsinnige Freude damit. Und das ist passiert, weil ich loslassen konnte beziehungsweise loslassen musste.

 

Portrait von Marcus Füreder alias Parov Stelar

 

Wie sieht der perfekte Urlaub für Parov Stelar aus? See, Berg, Meer oder Biketour?

Ich bin der Studiotyp (lacht). Meistens mache ich Urlaub im Studio. Aber auch beim Urlaub kann man mich nicht in eine Kategorie pressen. Ich will nicht immer nur das Meer oder immer nur die Berge. Ich habe gerade eben mit meinem Manager Günter Unger geredet: Was man immer haben kann, wird irgendwann langweilig. Darum: Ich bin zwar kein Bergfex, der stundenlange Klettertouren macht und am Gipfelkreuz ein Selfie knipst, aber ich mag die Platzerl im Salzkammergut schon sehr gerne, wo man eine schöne Aussicht hat. Auf den Malediven ist es aber natürlich auch schön. Die Mischung macht es aus…  

 

Gut zu wissen

Die aktuellen Konzert-Termine von Parov Stelar gibt es auf oeticket.com.  Auf seinem Instagram-Account gibt der Ausnahmekünstler Einblicke in sein Schaffen und wer stets musikalisch up to date sein möchte, dem sei die Homepage von Marcus Füreder alias Parov Stelar wärmstens empfohlen.