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Tipps für den Einkehrschwung in Oberösterreichs Skigebieten


Gut gespeist ist halb gewedelt

Es ist ein bekanntes Phänomen: Schon seit der Früh stehe ich auf den Skiern und rund um die Mittagszeit macht sich zuerst ein leichtes Rumpeln in der Magengegend bemerkbar. Dann werden die Beine immer schwerer. Und zu guter Letzt will der Schwung nicht mehr so richtig sitzen. Keine Frage, der Körper dürstet - oder besser gesagt hungert - nach Energie. "Einkehrschwung" tönt es aus den vegetativen Zonen des Gehirns. Ein Ratschlag dem ich nur allzu gerne nachgebe. Die Frage ist nur wohin sich wenden? Denn Kalorientankstellen an der Piste gibt es viele. Wo aber gibt's die wirklichen Schmankerl? Wo steht die Oma am Herd in der Hütte? Kurz: Wo sind die kulinarischen Hotspots in Oberösterreichs Skigebieten?

Foto: Oberösterreich Tourismus: Ein Mann, eine Frau und ein Mädchen sitzen mit geöffneten Skijacken vor einer Hütte in der Sonne, die Frau hält in der linken Hand eine große weiße Tasse, am Tisch stehen auf einer karierten Tischdecke ein Glas mit Apfelsaft, ein Teller mit Pommes frites, ein Teller mit Kaiserschmarrn und eine kleine Glasschüssel mit ApfelmusFoto: Oberösterreich Tourismus: Einkehr auf einer Hütte in der Skiregion Dachstein-WestFoto: Oberösterreich Tourismus: Ein Mann mit einer roten Skihose und einem hellblauen Anorak sitzt auf einer Holzbank vor einem weißgefärbten Haus mit Fensterläden aus Holz, er reckt sein Gesicht der Sonne entgegen, rechts neben ihm lehnen ein paar Skier und Skistöcke an der Hausmauer.Foto: Oberösterreich Tourismus: Einkehr auf einer Hütte im Skigebiet FeuerkogelFoto: Oberösterreich Tourismus: Eine Frau, ein Mann und ein Kind sitzen an einem Biertisch, die Erwachsenen essen aus einem Pfandl, das Kind schneidet ein Stück von einem belegten Teigfladen abFoto: Oberösterreich Tourismus: Einkehr auf einer Hütte im Skigebiet Höss in HinterstoderFoto: Oberösterreich Tourismus: Eine blonde Frau lehnt mit einem Weinglas in der Hand an einem Balkongeländer einer Hütte, links unter ihr sitzen buntgekleidete Menschen an Tischen auf einer Sonnenterrasse, im Hintergrund ist eine Bergstation einer GondelbahnFoto: Oberösterreich Tourismus: Einkehr auf einer Hütte am Kasberg in GrünauFoto: Oberösterreich Tourismus: Eine Frau und ein Mädchen, beide tragen bunte Skikleidung und gestreifte Pudelhauben, sitzen auf einer Bank an einem Holztisch vor einem verschneiten Bergmassiv in der Sonne. Am Tisch stehen zwei große weiße Tassen, das Mädchen hält einen Krapfen in der rechten Hand, die Frau hält einen Krapfen in der linken Hand. Das Mädchen kostet den Krapfen der FrauFoto: Oberösterreich Tourismus: Einkehr auf einer Hütte in der Freesports Arena Dachstein Krippenstein

Man sollte den Wintersport ja nicht so exzessiv betreiben, dass es bei der Suche nach der Hütte um Leben und Tod geht. Trotzdem steht mitten im Skigebiet Hochficht das "Gasthaus zum Überleben". Wenn der Winter den Böhmerwald fest im Griff hat ist es eine willkommene Labestation, in der Wirt Gerhard Trautner Mittel und Wege kennt, die Lebensgeister wieder zu wecken. Da wird dann ganz traditionell ein Blunzengröstl und anderes Deftiges aus der regionalen Küche aufgetischt. Auf der Jausenkarte findet sich dann auch eine eingemachte Spezialität des Hauses: das Glaslfleisch. Dazu gibt's das Bier aus der nahe gelegenen Stiftsbrauerei in Schlägl. Eine echte Mühlviertler Spezialität ist etwa das Bio Roggenbier.

Glücklich kann sich schätzen, wer von der Hungerattacke auf den Pisten des Kasbergs getroffen wird. Je nachdem wo im Skigebiet der Gaumen gerade sein Recht einfordert bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Einkehr. Die Sonnalm Jagerspitz lockt Feinspitze etwa mit einem gut sortierten, in einem Gewölbe untergebrachten Weinkeller. Oben am Tageslicht bietet sich eine weitläufige Terrasse zum Verweilen an. Da kann die Pause dann auch länger dauern, denn der Fußboden ist beheizt. Eine erstklassige kulinarische Adresse am Kasberg ist das direkt an der Piste gelegene Hochberghaus. Es tituliert sich selbst als "Genussalm" und die Spezialitäten des Hauses versprechen ausreichend Energie für den weiteren Skitag. Bekannt ist das Hochberghaus vor allem für seine "Almpfandln", herzhafte Gerichte frisch in der Pfanne serviert. Alternativ würden sich hausgemachte Strudel in verschiedenen Varianten anbieten. Oder doch der Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster und kandiertem Zucker. Ja, Hausherr und Kasberg-Urgestein Hermann Hüthmayr hat auch eine Ader für den süßen Zahn.

Wer über Gaudipisten brettert, der braucht besonders viel Kraft und Ausdauer. Buckelpisten, Rennstrecken mit Zeitnehmung, Funparks - in der Skiregion Dachstein West rund um Gosau geht die Post ab. Deshalb sollten Wintersportler hier ganz besonders auf ihren Energiehaushalt achten. Und sorgsam sein, wenn es darum geht, die Speicher wieder zu füllen. Die typische Gemütlichkeit des Salzkammergutes wird hier auf den Hütten gepflegt. Und Wert darauf gelegt, dass jene Dinge auf den Tisch kommen, die auch aus der Region stammen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Rottenhofhütte, wo Fleisch und Käse vom hauseigenen Bauernhof im Tal stammen.

Regionale Zutaten, internationales Personal. Nach dieser Devise wird auf der Gjaidalm in der Freesports Arena Dachstein Krippenstein vorgegangen. Vorwiegend aus biologischer Landwirtschaft stammen die Zutaten, unmittelbar aus der Region sowieso. Nur der Koch ist hier weit gereist. Den hat es nämlich aus Nepal in die hochalpine Bergwelt des Krippensteins verschlagen. Gut gesättigt? Dann geht's mit dem hauseigenen Lift wieder zurück ins Skigebiet. Denn wie so manche Freeride-Variante liegt auch die Gjaidalm etwas abseits vom "normalen" Skibetrieb.

Zu den ältesten von einer Seilbahn erschlossenen Skibergen zählt der Feuerkogel. Aus den Anfangszeiten des Skibetriebs über dem Traunsee stammt eine Spezialität, die der Berggasthof Edelweiss auch heute noch auf der Speisekarte führt: Der Tuchentzipf. Wer sich dafür interessiert, wie solche Schmankerl entstehen, der sollte sich von Wirt Alexander Neubacher die Geschichte dazu erzählen lassen. Sie handelt von den elitären Skisportlern der ersten Stunde, die im Berghotel unter sich waren. Und von einer noblen Dame, die sich in die damals recht einfache Edelweisshütte wohl mehr "verirrt" hatte. Schmalzbrot? Für eine Lady von Stand wohl undenkbar und so kreierte der Vorfahr des heutigen Hausherrn eine Variante des Kaiserschmarrn: Im Ganzen in der Pfanne gebacken, mit selbstgepflückten Preiselbeeren bestrichen und ordentlich gezuckert. Das Ergebnis erinnerte ihn optisch an seine Bettwäsche: Der Tuchentzipf war geboren. Und genauso wird er auch heute noch den hungrigen Skifahrern am Feuerkogel serviert. Dazu vielleicht noch ein edles Tröpferl aus dem höchstgelegenen Weinkeller Österreichs?

Traditionelles, Überliefertes - keine Frage, das macht sich auf der Skihütte gut. Modern sind auf der Höss in Hinterstoder die Pisten. Die Hannes-Trinkl-Strecke wurde eigens für den Weltcup-Zirkus errichtet und fordert sportliche Skifahrer-Waden ganz ordentlich. Also abschwingen zum Wiederaufbau. Vielleicht auf der Hössalm in mehr als 1.800 Metern Seehöhe. Wo neben dem Blick auf das winterliche Tote Gebirge auch ein hausgemachtes Kalbsbeuscherl serviert wird? Was uns in der kalten Jahreszeit so richtig Wärme und Kraft gibt, das weiß man auch auf der Lögerhütt'n an der Mittelstation: eine heiße Suppe. Vielleicht mit einem Kaspressknödel drin? Gute Idee denn damit wären wir wieder beim Thema Tradition angekommen. Die Kaspressknödel werden auf der Lögerhütt'n nämlich nach wie vor von der Oma des Hauses von Hand angefertigt. Die rüstige Dame zählt, das sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, immerhin 87 Lebensjahre. Auf viele weitere Kaspressknödel-Jahre!

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