„Der nationale Schulkampf in Böhmen. Schulvereine als Akteure der nationalen Differenzierung 1880–1918 und von 1918 bis 1938“ beschäftigt sich mit der Entwicklung der deutsch-tschechischen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert in Politik und Gesellschaft.
Über das deutsch-tschechische Zusammenleben ist bereits viel gesagt und geschrieben worden. Dennoch überrascht es, dass wesentliche gesellschaftliche Themen im Bereich der Zivilgesellschaft des damaligen Österreich-Ungarns bislang weitgehend unbeachtet geblieben sind. Zu den komplexesten dieser Themen zählt das Schulwesen, das ebenfalls Teil dieser Forschungslücke ist.
Die Entstehungszeit Österreich-Ungarns war stark von liberalen Grundsätzen der Gleichberechtigung der Völker geprägt. Der Ausgleich zwischen den Deutschen und den anderen Völkern des Habsburgerreiches, die in den einzelnen Kronländern um politische Macht rangen, ebnete – im Sinne der Dezemberverfassung und der Schulgesetze Cisleithaniens (österreichischer Teil Österreich-Ungarns) – den Weg für eine umfassende nationale Differenzierung.
Referent:
Mikuláš Zvánovec, 1990 in Prag geboren, studierte Moderne Geschichte an der Karls-Universität in Prag. Promotion am Lehrstuhl für Deutschland- und Österreichstudien des Instituts für Internationale Studien.
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