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Sospiratem – Und kommst du liebe Sonn nicht bald

19.09.2026 / 19:30- 21:00
Linz, Oberösterreichische Landesbibliothek
Musikveranstaltung, Konzert

In Zusammenarbeit mit der communale26 ermöglicht uns das Leipziger Ensemble Sospiratem einen Blick über die Grenze zu den Bauernkriegen in Deutschland. Hier herrschen Reformbemühungen, Fremdbestimmung, Machtgehabe und Ohnmacht. 

Im sogenannten „Bauernkrieg“ standen auf der Seite der Aufständischen weitaus mehr Menschen als nur Bauern; zum Beispiel auch Handwerker, Winzer und Bergknappen. Außerdem wurden die Aufstände nicht unerheblich von wohlhabenden Bauern und Bürgern der Städte getragen, die nach der ökonomischen Gleichstellung nun auch auf politische Partizipation drängten. Als aber Reformbemühungen zu lange dauerten, zu nichts führten oder hintergangen wurden, übernahmen immer wieder radikalere, gewaltbereite Kräfte.
Der Adel musste aktiv werden, vom Kleinadel bis zum Kaiser. Viele traf es unvorbereitet. Ignoranz oder Naivität? Dem Unverständnis für die Forderungen der Bauern bei den Einen stand kritische Selbstreflexion der Anderen gegenüber. Und der Kleinadel befürwortete mancherorts die Plünderung der reichen Klöster sogar - bis es ihnen selbst an den Kragen ging. Die Existenzangst führte zu traumatischen Erfahrungen. Auch Jahre später war die Angst vor neuen Erhebungen deutlich spürbar.
Mönche, Nonnen und Pfarrer, aber auch Äbte und Äbtissinnen mussten sich mit den Aufständen auseinandersetzen. Bilderstürme zerstörten kirchliches Inventar und Archive. Zinsbücher und Verträge wurden zerschnitten, Passagen gestrichen oder Dokumente ganz zerstört. Reformatorische Bestrebungen hinterfragten lang geltendes Recht und die bestehenden Machtverhältnisse, gerade auch innerhalb der Kirche.
Und dann entschieden Männer fernab des eigenen Wohnortes und fernab der eigenen Lebensrealität, welche Konfession die richtigere sei. Und sie entschieden, zu wessen Herrschaftsgebiet man sich nun zugehörig fühlen sollte. Martin Luther hatte von der Freiheit des Christenmenschen gesprochen – wo war gut 100 Jahre später diese Freiheit geblieben?
Adlige Damen, gern auch schwanger oder im Kindsbett wurden auf den Schlössern sitzengelassen, während die Männer sich in die sichere Burg flüchteten - man würde die verletzlichen Frauen und die sie umgebenden Gemäuer schon verschonen. Bäuerinnen und Bürgerinnen waren Nachrichtenübermittlerinnen, Kommunikation ihre Stärke. Aber auch bei Plünderungen mischten sie mit.
Lokal unterschiedlich und immer abhängig von den einzelnen Persönlichkeiten verliefen die Aufstünde seit 1525 bis 1626, zeitlich versetzt, voneinander unabhängig und doch aufeinander bezogen. Was einte diese Menschen? – Ohnmacht.
 
Wie gehen wir mit der Erfahrung von Ohnmacht um?
 
Clarissa Renner / Sopran
Pedro Matos / Tenor
Margot Simon / Blockflöte, Dulzian
Uwe Ulbrich / Rebec
Babett Niclas / Harfe
Masafumi Sakamoto / Renaissanceposaune
Hannes Malkowski / Perkussion
Maria Anne Müller / Schauspielerin
 
In Kooperation mit der communale oö 2026 und Oö. Landesbibliothek.
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