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Gestern nu und heit scho – Von der Gegenwart des oö. Bauernkriegs"

15.11.2026 / 17:00- 18:30
Pinsdorf, Pfarrkirche Pinsdorf
Musikveranstaltung, Vorträge, Konzert, Tanz

Gemeinsam mit der Zeche Hinterfotzing im Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart, Fakt und Deutung.

1626 ist nicht vorbei. Der Oberösterreichische Bauernkrieg wirkt bis heute nach – in Erinnerungskultur, Forschung und den gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Zwischen Mythos und Gegenwart, Trauma und Kontinuität sprechen der Historiker Hannes Leidinger und der Schauspieler Cornelius Obonya gemeinsam mit Zeche Hinterfotzing über das „Wir“ und das „Fremde“, über die Wirksamkeit von Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft. Im Zentrum stehen Fragen von Erinnerung, Identität und Mentalität, Perspektiven auf Migration und Vertreibung sowie der historische und aktuelle Umgang mit dem Fremden. Einbezogen werden insbesondere die Erfahrungen von Frauen, Kindern und Familien sowie die langfristigen Folgen von Gewalt und Trauma.
 
“Weiberleid, Kind und Kögö - san de do scha dabei gwesen? Eine Frauen- und Familiengeschichte des Bauernkriegs“
 
Männer, wohin man schaut. Und immer schaffen sie an - sagen, „wos sei muas“. Wer sich mit den Bauernkriegen beschäftigt, wird zwangsläufig danach fragen, wo denn die Frauen geblieben sind – und auch die Kinder. Manchmal lohnt es sich, unter die Erde zu blicken. Auf den Schlachtfeldern liegen wohl nicht nur die sterblichen Überreste der Rebellen, sondern auch der Rebellinnen und ihrer Angehörigen. Aber auch wenn sie nicht am Kampf teilgenommen haben: Als Hinterbliebene, Witwen und Waisen haben sie eine gewichtige Stimme. Cornelius Obonya und Hannes Leidinger lassen sie zu Wort kommen und fragen, wie lange noch die Patriarchen das Sagen haben. Aber halt! Da reden schon wieder die Herren der Schöpfung. Mauna, a Rua is! Die „Zeche Hinterfotzing“ tritt auf. Jetzt aber einmal andere „Tanz“!
 
 
Zeche Hinterfotzing
Die Aneignung patriarchalisch-ländlicher Traditionen als künstlerische Kampfangsage: die Zeche Hinterfotzing greift ein tief im kollektiven Bewusstsein Oberösterreichs verankertes Motiv auf und versammelt weibliche gelesene Personen zur ersten „Menscha*zeche“ der Welt. Zechen waren als tanzende und singende Jungmännerbünde ein weit verbreitetes Phänomen und stehen bis heute für ein archaisches Männerbild: Volksmusik und -tanz, Saufen und Raufen. Mit der subversiven Aneignung der Bräuche dieser ruralen Form des Hooliganism durch Flinta-Personen entsteht ein reizvolles Spannungsfeld, das subtil verstört und offensiv unterhält. In diesem Sinne - Hint´da Fotz´, vor da Fotz´, zamm, zamm, zamm, zamm! (Zechen-Parole aus Hinterfotzing).
 
Im Anschluss erwartet Sie um 19:00 Uhr das szenische Chorkonzert „MAGDALENA und KATHARINA – Frauenstimmen aus dem Bauernkrieg 1626“ des Stadtchors Gmunden, gemeinsam mit dem Belcantochor Salzburg und dem Musikverein Pinsdorf.
 
Ein Projekt der communale oö 2026.
communale oö 2026

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