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mittelschwere ekstase - Anna Mabo

10.07.2026 / 20:15- 22:45
St. Florian, Festspiele Schloss Tillysburg
Konzert

Ernst Molden über mittelschwere Ekstase:

„Mittelschwere Ekstase“ heißt das vierte Album von Anna Mabo. Da sind 14 Songs, befüllt mit beschwipsend virtuoser Musik, mit immer noch dichteren Sprachkunstwerken an jener Stelle, wo bei anderen Künstlern und Künstlerinnen „Texte“ stehen, und mit einer so eigenständigen Gesangsschönheit, daß das Werk aus einer anderen und zweifelsfrei besseren Welt zu kommen scheint. 

Bei Mabos vorigen drei Platten, „Die Oma hat die Susi so geliebt“, „Notre Dame“ und „Danke gut“, waren die Titel  verläßlich falsche Spuren: Wer die Platte auflegte, stellte sich etwas vor, und diese Vorstellung wurde vom ersten Song sofort sanft aber bestimmt beiseite geschoben. „Mittelschwere Ekstase“ ist hingegen auch in diesem Sinne neu: Es ist drin, was draufsteht. Auf dieser vierten, so verletztlichen und doch unbesiegbaren Platte, ja, wirklich, da ist Anna Mabo in Ekstase. Die Einordnung „mittelschwer“ stammt dabei wie jedes Detail an ihrem Werk von ihr selbst, es liegt daher bei uns, uns vorzustellen wie eine schwere Ekstase bei Anna Mabo ausschaut oder gar klingt.

Was weiß ein Blinder? heißt es in Wien, aber doch glaube ich, Ekstase meint hier nur (was heißt nur?) Liebe, was sich gleichzeitig altmodisch und total modern anfühlt. „Und es stört mich nicht, daß mein Knieschoner immer noch nach dir riecht“, singt Anna Mabo in dem becircend schönen Lied „Dirty Dancing“, und im vielleicht noch berührenderem „warten schwer" singt sie: „Mit dir fällt mir nichts außer auf dich warten schwer“.

An einer anderen Stelle seufzt Anna Mabo wie in einer Art schaudernden Ahnung von Bachmanns Dreißigstem Jahr: „Ich bin halt keine zwanzig mehr“. Eh. Hier ist jetzt eine Künstlerin, die seit einem Jahrzehnt als Beruf ihre Lieder schreibt und singt, die weit gereist ist mit ihrer kleinen aber jetzt unschlagbaren Band (Clemens Sainitzer am Cello, Alexander Yannilos an den Trommeln, yeah!), die unterwegs lustig war und traurig, sich nun aber fester denn je entschlossen zeigt, die Traurigkeit der Welt nicht gewinnen zu lassen.

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