Lesung und Gespräch mit Kurt Palm und Olga Flor.
In der Literatur werden seit jeher gesellschaftliche Ordnungen und Machtverhältnisse hinterfragt und Gegenentwürfe dazu verhandelt. Demokratie als Regierungsform kann sich ohne die Verbreitung demokratischer Ideen in Form von literarischen, politischen und philosophischen Texten nicht etablieren. Demokratische Entscheidungsprozesse entstehen idea lerweise durch Sprache, Widerspruch, Perspektivenvielfalt und der Bereitschaft, andere Stimmen zu hören. In Zeiten großer gesellschaftlicher Polarisierung wird die ser idealtypische Raum jedoch zusehends verunmöglicht. Hat Literatur das Potential, individuelle Erfahrungen zur Sprache zu bringen und so politische Debatten neu zu er öffnen? Kann sie einen wertvollen Beitrag zu einer Erneuerung unseres Demokratieverständnisses leisten?
KURT PALM, geboren 1955 in Vöcklabruck, Studium der Germanistik und Publizistik, schreibt Romane und Sachbücher, dreht Filme und inszeniert Opern und Theaterstücke. Einem breiten Publikum bekannt wurde Palm mit der gefeierten TV-Produktion „Phettbergs nette Leit Show“. Sein Bestseller „Bad Fucking“ wurde 2011 mit dem Friedrich-Glauser Preis für den besten deutschsprachigen Krimi des Jahres ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt. Er ist Träger des Kulturpreises des Landes Oberösterreich für Film 2012 und des Leo-Perutz-Preises 2023. Zuletzt veröffentlicht: „Trockenes Feld“, 2024; „Der Hai im System“, 2022; „Monster“, 2019.
OLGA FLOR, geboren 1968, aufgewachsen in Wien, Köln und Graz. Nach dem Abschluss eines Physikstudiums ar beitete sie im Multimedia-Bereich. Seit 2004 freie Schrift stellerin. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Franz-Kafka-Preis 2026, dem Gert-Jonke-Preis 2023, dem Franz-Nabl-Preis 2019 und dem Anton-Wildgans-Preis 2012. Zuletzt veröffentlicht: „Ein kur zes Buch zum fröhlichen Untergang“, 2025, „Morituri“, 2021, „Politik der Emotion“, 2018. MICHAEL KERBLER, geboren 1954 in Wien. Er war als Jour nalist u. a. für „Die Presse“ und in unterschiedlichen Funktio nen fast 40 Jahre für den ORF tätig. In den 1980ern arbeitete er als Auslandskorrespondent, bis 1994 als Reporter in den Krisengebieten Ostafrikas, den arabischen Staaten, im Iran und in der DDR. Zwischen 2003 und 2013 leitete Michael Kerbler die Ö1-Sendereihe „Im Gespräch“.
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