© Foto: hochzwei.media: Skitour Karleck
Skitour Karleck
Skitour Karleck

Sieben Skitouren für Anfänger und Fortgeschrittene

Glitzernder Pulverschnee, Wintersonne im Gesicht und vor Augen eine gemütliche Hütte fernab vom Trubel der Pisten: Eine Skitour ist ein Kurzurlaub vom Alltag – und viel mehr als das. Bitte anschnallen für unsere Entdeckungsreise durch Oberösterreichs Hinterland – mit sieben Plätzen und Erfahrungsschätzen, wie man vom Anfänger zum Steilrinnen-Akrobaten wird.

#1, Hohe Dirn: Einfach los!

Einmal ist immer das erste Mal. Franz Kastner weiß das und beruhigt gleich vor dem ersten Schritt. "Nein, man muss nichts Besonderes können, um auf der Hohen Dirn ein tolles Erlebnis zu haben." Der Hüttenwirt der Anton-Schosser-Hütte, die über dem Ennstal und ganz oben auf der Dirn thront, schickt nur ein paar Spielregeln voraus: Man möge die ausgewiesenen Parkplätze benutzen, keine Kuhzäune durchschneiden, auf der ausgeschilderten Route bleiben, den Müll wieder mit ins Tal nehmen und "bitte seid nett zu den Grundbesitzern, die uns das Tourengehen ermöglichen." So weit, so easy!

320 Höhenmeter sind’s vom Parkplatz an der Hohen-Dirn-Straße in Losenstein über die ehemalige Skipiste bis ganz hinauf – und ganz hinauf heißt bis zur Anton-Schosser-Hütte, denn der eigentliche Gipfel der Hohen Dirn mit dem Kreuz ist eine kleine Wanderung entfernt und steht gut zwanzig Höhenmeter niedriger.

Eine perfekte Tour, um seinen Körper in der Winterkälte auf Betriebstemperatur zu bringen und nach der Arbeit mit dem Kopf über den Dingen anzukommen. Oder um überhaupt das erste Mal die Steigfelle auf Tourenskier zu kleben und einfach loszugehen. Die Länge der Tour ist überschaubar und irgendwann wird sich auch der ungeschickteste Anfänger am beheizten Kachelofen in der guten Stube erfreuen – und an den Hüttenschmankerln, die Franz mit seinem Team serviert.

Skitour Hohe Dirn

  • Schwierigkeit: leicht (ehemalige Piste vom Skigebiet)
  • Höhenmeter: 320 m
  • Distanz: 3,7 Kilometer
  • Dauer: 1 Stunde

Pistengehen in Oberösterreich: Do's & Don'ts

Um seine Grundlagen-Ausdauer sowie die Geh- und Skitechnik zu verbessern, sind Pistentouren eine sehr gute und lawinensichere Möglichkeit. Sie sind in Oberösterreich allerdings nicht überall erlaubt. Auf Pisten aufsteigen darf man am Sternstein, Kasberg, auf der Katrin, Wurzeralm und Forsteralm – zu bestimmten Zeiten und bestimmten Preisen. Alle Informationen findet man auf www.pistengehen.at.

#2, Steinerspitz: Bäriger Pulver!

Die schlechte Nachricht zuerst: Es ist noch keine Meisterin und kein Meister vom Himmel gefallen – schon gar nicht beim Skitourengehen. Die gute Nachricht: Alleine in Oberösterreich kann man sich Schritt für Schritt steigern vom Anfänger bis zum Steilwand-Akrobaten. Diesmal geht’s nach Hinterstoder, wo der Schnee meist in noch dickeren Flocken fällt.

Wer die Bärenalm noch aus der Zeit kennt, als hier mit dem Skizirkus der Bär steppte, der muss sich fast zwicken, um sie wiederzuerkennen. Mittlerweile sind die Lifte abgebaut und Stille ist eingekehrt. Heute gibt auf der Bärenalm wieder die Natur den Takt vor und auf den ehemaligen Pisten suchen Skitourengeher (und solche, die es werden wollen) ihre Ideallinie – ganz ohne Torstangen und Zeitnehmung.

Vom gebührenpflichtigen Parkplatz weg folgt man erst dem Sommer-Wanderweg und der alten Süd-Abfahrt. Um den Zielhang der ehemaligen Weltcup-Piste machen wir einen Bogen, der wird nämlich aufgeforstet. Vorbei an der Unteren Buchebnerreith gelangt man zur Jausenstation Schafferreith. Ein paar Tal-Kilometer weiter beim Almresort Baumschlagerberg oder im Dorfzentrum Hinterstoders spürt man den Genuss für die Gaumen auf.

Oben bei der alten Bergstation angekommen ist es über einen tief verschneiten Forstweg nicht mehr weit bis zum höchsten Punkt des Schafferkogels auch bekannt als Steinerspitz (1.203m). Im Gegensatz zum Großen Priel  auf der anderen Talseite ist der zwar nur ein Zwerg, doch die wahre Größe einer Tour misst man nicht nur in relativer Höhe, sondern auch in absolutem Genuss. Und den bieten die sanften Hänge mit unglaublichen Ausblicken auf das Tote Gebirge allemal. Wir schwingen über den unverspurten Nordhang zurück. Ehe wir im unteren Bereich wieder in den Waldweg einbiegen, blicken wir grinsend zurück: Einmal geht‘s noch, einmal geht’s noch leicht! Die Kondition für höhere Ziele muss schließlich erst erarbeitet werden.

 

Skitour Steinerspitz

  • Schwierigkeit: leicht (ehemalige Piste vom Skigebiet bzw. ein Stück im Wald)
  • Höhenmeter: 550 m
  • Distanz: 3 Kilometer
  • Dauer: 1,5 Stunden

#3, Hoher Kalmberg: Dem Genuss auf der Spur

Max und seine Goiserer Hütte haben zwar keine endlos stiebenden Pulverhänge zu bieten, dafür eine Sonnenterrasse mit einer Kulisse und einer Küche, die mindestens genauso zum Niederknien sind. Darüber hinaus versteckt sich nur eine knappe Stunde oberhalb der Hütte ein einzigartiges Gipfelglück. Großes Indianerehrenwort!

Starten wir ganz unten – vom Pass Gschütt könnte man losgehen oder in Gosau vom gebührenpflichtigen Parkplatz in der Schlossparkstraße. Unbezahlbar gut sind die Sonnenstrahlen, die rund um die Iglmoosalm durch den Lärchenwald in unser Gesicht fallen. Und die frische Ratracspur, die uns direkt zur Goisererhütte führt! Die ist Max Verwagner zu verdanken. "Nach jedem Neuschneefall, wenn ich meine Lebensmittel hinauftransportiere, gibt's eine schöne Spur", sagt der Hüttenwirt mit dem Gamsbart und der Löwenmähne.

Die Tour zur Goiserer Hütte ist Einsteiger-freundlich und "zwar nicht tausend Prozent lawinensicher, aber sehr sicher", sagt Max und mahnt vor allem beim Teilstück Rote Wand nach der Iglmoosalm zur Vorsicht. Nach ungefähr zwei Stunden muss man die Entscheidung treffen, ob man lieber gleich oder erst nach dem Gipfel in der Goiserer Hütte einkehrt. Gegen das impulsive "Gleich jetzt!" spricht, dass der weitere Weg immer schöner wird – und auch steiler. Die Spur führt oberhalb der Kalmooskirche vorbei – einer mystischen Höhle, in der Protestanten zur Zeit der Gegenreformation heimlich ihre Gottesdienste hielten. Vielleicht ist das gar kein so großer Unterschied zu heute: Die gläubigen Gosauer und Goiserer nahmen damals einen über zweistündigen Bergmarsch in Kauf, um ihrer Religion nachzugehen, während wir stundenlang unser Glück in den Bergen suchen und nebenbei sehr oft auch unseren inneren Frieden finden.

Vom Kalmooskircherl aus erklärt sich dann auch, warum im Zusammenhang mit dem Kalmberg oft vom "Indianer" die Rede ist. In der Form des Gipfelfelsens erkennt man verblüffend deutlich das Gesicht eines Indianerhäuptlings. Am Gipfel selbst blickt man weit in die Prärie hinaus – und freut sich auf den wilden Bretterritt zurück zum wahren Häuptling eines Berges. "Ich fühl' mich hier oben sauwohl. Ich hoffe, dass ich auf der Goisererhütte in Pension gehen kann", sagt Max Verwagner. Bis dahin wird der 44-Jährige aber wohl noch einige Kaspressknödel verdrücken.

Dass es die "weltbeste Kaspressknödelsuppe" auf seiner Hütte gibt, finden nicht nur manche seiner Gäste. "Vom Muttertag bis Oktober hab' ich jeden Tag eine gegessen", gesteht Max, der das Rezept aus der Küche des Traunsteinhauses entführt hat, wo er die Jahre zuvor gearbeitet hatte. Himmlisch soll auch seine Himbeerschnitte sein. "Die wird's bei schönem Wetter auch im Winter geben", verspricht Max. Aber nur so lange der Vorrat reicht. "Manchmal rufen die Leute schon aus dem Tal an und reservieren sich eine."

Skitour auf die Goiserer Hütte

  • Schwierigkeit: leicht (von Gosau/Ramsau, Forststraße mit Pistengerät gespurt)
  • Höhenmeter: 850 m
  • Distanz: 5 Kilometer
  • Dauer: 3 Stunde

#4, Karleck, ein kleiner Wintertraum!

Sanfter hätte sich das Karleck nicht in diese wilde Landschaft betten können. Als kleiner Waldrücken steht es zwischen seinen mächtigen Nachbarn, dem Bosruck und dem Großen Pyhrgas. Die wirken an manchen Wintertagen so mystisch und mächtig, als hätte die Frau Tourismusdirektorin selbst sie dem Karakorum entrissen. Gemeinsam bilden diese Berge einen Teil der Haller Mauern, die Oberösterreich von der Steiermark ebenso trennen wie verbinden.

Die Tour auf's oder rund ums Karleck ist weder hoch noch schwierig, dafür aber schneesicher und auf ihre Art spektakulär. Die größte Hürde stellt an winterlichen Tagen die Zufahrt von Spital am Pyhrn zum Parkplatz kurz vor der Bosruckhütte dar. Für die Bergstraße, die sich oberhalb der wunderbaren Dr. Vogelgesang-Klamm aufwärts schlängelt, sind Schneeketten ein guter Rat. Zwei Wintermonate lang schirmt das Karleck die Sonne von der Bosruckhütte ab, erst am 10. Jänner blinzelt sie wieder bei der Wirtsfamilie Nikoletta, Gabor und Dominik Pal vorbei – jeden Tag etwas länger. Die Hütte, die bereits fünf Minuten hinter dem Parkplatz zur Einkehr lockt, heben wir uns aber für später auf.

Dank der 1.000 Meter Seehöhe und der nordseitigen Lage pflügen wir gleich los durch frischen Pulverschnee. Zwei Richtungen, zum Pyhrgasgatterl oder zum Arlingsattel, stehen uns offen – beide schön und keine schwierig. Wir biegen rechts ab. Über freie Hänge steigen wir aufwärts bis zu einem Forstweg. Es geht vorbei an ein paar hübschen Hütten der Arlingalm. Wenn wir uns vor den Almhütten links aufwärts halten, kommen wir erst durch lichten, später durch dichten Wald hinauf zum Gipfelgrat des Karlecks. Hier sollte man halbwegs gut Skifahren können, um nicht bei fiesen Waldwurzeln böse einzufädeln.

Heute nehmen wir schnurstracks Kurs auf den Arlingsattel (1.425 m). Der näher rückende Bosruck hat einen weißen Wintermantel umgeworfen und zeigt uns seine kalte Schulter. Auf der Anhöhe angekommen öffnet sich der Blick und es überwältigt uns das Panorama über die Gesäuseberge und Niederen Tauern. Ein hindernisloser Hang in die Steiermark liegt uns zu Füßen. Zum Niederknien sind die Schwünge hinunter in den Süden, ein zweihundert Höhenmeter langer Genuss, den man bis zur Ardningalm verlängern könnte. Wir aber ziehen unseren Brettern vorher schon ein Fell über und folgen der schwach ausgeprägten Forststraße bis zur Bacheralm. Von dort steigen wir auf zum Pyhrgasgatterl und fahren über Wander- und Fahrwege zurück zur Bosruckhütte. Der letzte Schwung ist der allerschönste – er endet direkt vor der Hüttentüre und einer bodenständigen Küche.

Skitour Karleck

  • Schwierigkeit: leicht (Forststraßen, kurzes Waldstück, weite Hänge)
  • Höhenmeter: 540 m
  • Distanz: 8,5 Kilometer
  • Dauer: 3,5 Stunden

#5, Rote Wand: Es wird alpiner

Natürlich: Der Spaßfaktor auf einer Skitour steht in wesentlichem Zusammenhang mit seiner gewitzten Begleitung. Er steht aber auch in direkter Korrelation mit ernsteren Parametern wie der Kraft und dem Knowhow.  Bleiben wir beim Faktor Kondition: Je leichter die Oberschenkel den Aufstieg wegstecken, umso mehr Saft bleibt für die Abfahrt und Gegenanstiege – und damit auch Spielraum für die unterschiedlichsten Schneesorten von brettlhart über butterfirn bis hin zu Puderzucker und Bruchharsch. Manchmal erlebt man dieses Wechselbad der Gefühle auf einer einzigen Tour – einer Tour wie der Roten Wand im Gebiet der Wurzeralm zum Beispiel.

Dafür starten wir im Skigebiet in Spital am Pyhrn. Neben der belebten Piste ist eine Spur für Tourengeher angelegt. Weniger strammen Waden hilft die Standseilbahn auf den ersten 600 Höhenmetern. Oben auf der Wurzeralm angekommen und auf den Teichlboden abgefahren, verstummt der Lärm der Liftanlagen. Man taucht in ein Winterwunderland ein, das viele Tourenmöglichkeiten öffnet. Wir steuern jenen Felsriegel an, der als Rote Wand aus dem winterlichen Weiß ragt. Zwei Optionen gibt's: Tourengeher mit Spitzkehren-Erfahrung und Harscheisen im Rucksack können bei sehr sicheren Verhältnissen über den Brunnsteinersee aufsteigen. Eindrucksvoll geht's entlang der überhängenden Felswand bis in den Rote-Wand-Sattel. Über die zweite Variante, den Hals-Sattel, geht's auch sanfter zum exponierten Gipfel der Roten Wand. Nach der Filzmoosalm ist im kupierten Gelände durch Lärchen- und Zirbenwald ein guter Spürsinn nötig – und auch die Lawinengefahr ist hier im freien Gelände selbstverständlich zu beachten.

Dort drüben auf der anderen Seite des Warscheneck-Stocks wartet dann eine Sonnenterrasse, die neben rustikalen Gipfeln auch regionale Gaumenfreuden auftischt. Mit Lärchenschindeln beschlagen und einer Steinsockelfassade umfasst thront die Dümlerhütte wie ein kleines Schmuckkästchen auf der Stofferalm. Von der Wurzeralm kommt man über den Halssattel in einer Stunde Auf und Ab auch direkt und einfacher zur Dümlerhütte. Ein weiterer Anstieg führt vom Sensenwerk in Roßleithen über den Sommerweg heran.

Egal ob mit oder ohne Roter Wand – spätestens bei Harry und Roswitha Höll folgt ein Höhepunkt der kulinarischen Sorte. "Fast alles in unserer Küche kommt aus einem Radius von 50 Kilometern her", sagt Harry mit Stolz. Schwerer tut er sich mit einer Empfehlung. "Alles ist gut, das ist ja das 'Problem'", sagt er augenzwinkernd und reibt sich den Bauch. Dann hebt er aber doch die Kaspressknödelsuppe und Kasspotz'n hervor. "Im Winter liegt auch der Apfelstrudel sehr weit vorne." Bei diesen Hammer-Aussichten freut man sich doch glatt schon wieder auf den Verdauungsspaziergang zurück zur Wurzeralm.

#6, Dachstein: Eine Audienz beim König

Es gibt Berge, denen müsste man gar nicht näherkommen, um ihrem Reiz zu erliegen. Weil ihre Aura ohnehin übers Land schwappt und einen mitreißt. Der Dachstein ist so ein Berg. König Dachstein, wie manch Untertan betont. Irgendwann in seinem fortschreitenden Leben jedoch wird den geneigten Tourengeher die Sehnsucht packen und näher an ihn herantreiben. Man sollte dieser Sehnsucht unbedingt folgen. Das hat viele Gründe.

Der Dachstein ist nicht nur der höchste Berg im Bundesland, ein mächtiges und mystisches Gebirge, das im Winter noch mehr Zauber umhüllt als zu jeder anderen Jahreszeit. Der Dachstein offenbart auch noch die letzten Gletscher Oberösterreichs.

Alleine diese Tatsachen fordern ein alpines Verständnis und neben dem Knowhow in Sachen Seiltechnik und Spaltenbergung noch weitere Ausrüstungsgegenstände im Rucksack als auf einer üblichen Skitour. Wer dem Dachstein bis zu seinem mit Schneekristallen gespicktem Gipfelkreuz nahekommen will, der erweitert seine Skitour um die Disziplin Skibergsteigen. Manchmal klafft die Randkluft bedrohlich weit auf und die Stahlseile im nordseitigen Klettersteig sind unter dem Schnee begraben. Dann ist der Gipfel nur noch mit Seil, Steigeisen und Pickel zu erreichen. Gleich vorweg: Wer sich einem Bergführer anvertraut, muss sich darüber keine Sorgen machen und saugt das Erlebnis Dachstein ganz für sich auf.

Einen Annäherungsversuch an den Dachstein kann man ganz "plump" starten – mit der Südwand-Bahn rückt man seinem Haupt von der steirischen Seite nämlich bis auf 300 Höhenmeter heran. Wer sich einem König nähern will, tut dies wohl besser gemessenen Schrittes und mit Respekt. Gehen wir ein Stück auf Distanz. 

Viele wunderbare Start-und-Ziel-Möglichkeiten führen zum Dachstein – eine ist die legendäre "Rumplerrunde", die am Krippenstein beginnt. Mit 30 Kilometer Wegstrecke und 3000 Höhenmeter Abfahrt ist das eine sehr lange Skirundtour durch das Reich des Dachsteins. In einem Auf und Ab umrundet man auf der kupierten Hochfläche den Gjaidstein und hat schließlich den prachtvollen Gipfel direkt vor Augen. Man kann, aber muss den Dachstein nicht zwangsläufig besteigen. Und keine Angst vor nackten Zahlen: Der Anstieg mit Liftunterstützung nimmt einen beträchtlichen Teil der Höhenmeter ab. Was bleibt ist viel Zeit zum Staunen und eine scheinbar unendlich lange Abfahrt nach Obertraun, Hallstatt oder Gosau.

Rumplerrunde

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhenmeter: 1.600 m (Aufstieg), 3100 m (Abfahrt)
  • Distanz: 29,5 Kilometer
  • Dauer: 7 Stunden

#7, Gosaukamm: Hier gibt's kein Entrinnen!

Mittlerweile stehst du so perfekt am Ski wie Freestyle Skifahrerin Andrea Limbacher oder Skirennläufer Vincent Kriechmayr? Extreme Steilheit schreckt dich nicht ab, sondern spornt dich an? Und du lässt dich gerne von wilder Landschaft verzaubern? Okay, dann bist du möglicherweise bereit für eine Steilrinne. Aber Achtung: Kaum eine andere Geländeform lässt das Adrenalin derart schnell in die Adern schießen und fordert auch den Alpinisten im Skitourengeher – und hundert Prozent sichere Verhältnisse!

Ist das alles geklärt, rückt langsam der Gosaukamm ins Blickfeld. Die Kulisse für diesen steilen Ausflug könnte schöner nicht sein. Ein zerklüftetes Zickzack aus Türmen und Schluchten tut sich vor einem auf – wie in den Dolomiten fühlt man sich, wenn man in Gosau unterwegs ist. Um erstmals in die geheimnisvolle Steilwelt des Gosaukamms einzutauchen, bietet sich der Strichkogel über das Weitkar an. Vom Vorderen Gosausee gehen wir vorbei an der Scharwandhütte ins riesige Weitschartenkar – links blickt man nun bereits hinauf in die Weitscharte und rechts sieht man den unteren Teil der südöstlichen Strichkogelrinne steil ins Weitschartenkar münden. In zahlreichen Spitzkehren erreicht man die Große Weitscharte – sie alleine ist schon ein faszinierendes Ziel.

Hast du vorhin im Talkessel während des Aufstiegs beim Anblick der südöstlichen Strichkogelrinne weiche Knie bekommen? Dann fährst du besser hier wieder ab. Nicht? Dann überquerst du die Scharte und fährst hinten gute 50 Höhenmeter ab und querst hinüber in Richtung Strichkogel, der mit einem kleinen Abstecher erklommen werden kann. Wieder herunten am Fuße des Strichkogelgipfels fasst man sich ein Herz und biegt steil hinein in die klassische südöstliche Strichkogelrinne, die nach etwa 400 Höhenmeter in das Weitschartenkar mündet. Nun hält man sich von Beginn weg möglichst nah an der Felswand des Scharlingskogels und fährt durch den Wald sehr steil in den Scharlinggraben ab. Über den anschließend freien Hang geht’s beschwingt zurück zum See. Der Blick kann gar nicht anders als zurückgleiten, um seine Kühnheit zu bestaunen und weitere Linien zu entdecken – dem Gosaukamm gibt’s kein Entrinnen!

Skitour Gosaukamm

  • Schwierigkeit: sehr schwierig
  • Höhenmeter: 1200 m
  • Distanz: 8,5 Kilometer
  • Dauer: 4,5 Stunden

Tourentipps: Marlies Czerny; Fotos: www.hochzwei.media

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