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© Foto: Mühltalhof/Jürgen Grünwald: Kulinarik in Oberösterreich
Ein Laib Brot in einer schwarzen, flachen Schüssel.

9 echt oberösterreichische Genuss-Erlebnisse

Hier finden Sie echte Begegnungen und Erlebnisse, bei denen Sie erfahren, was die oberösterreichische Kulinarik so besonders macht.

In Oberösterreich wird Bewährtes erhalten und mit innovativen Ideen die Zukunft gestaltet. Kulinarik beginnt in Oberösterreich nicht erst am Teller: Die Bauern und Bäuerinnen erwirtschaften im Einklang mit der Natur 365 Tage im Jahr die nötigen kulinarischen Rohstoffe in höchster Qualität, Produzenten und Produzentinnen machen ihr Handwerk mit Begeisterung und teilen ihr Wissen gerne. 

Ob Speck, Käse oder Kraut: Salz ist die Grundlage für viele unserer ursprünglichsten oberösterreichischen Produkte und Gerichte. Aber auch Kulturtechniken wie die Fermentation, die gerade von der Spitzengastronomie wiederentdeckt wird, sind abhängig vom Salz. Doch woher kam das Salz in einer Zeit, als man noch nicht in wenigen Stunden mit dem Auto ans Meer fahren konnte? In der UNESCO-Welterbestätte Hallstatt befindet sich eines der ältesten Salzbergwerke der Welt. Es kann auf über 7.000 Jahre Geschichte zurückblicken. Beim Durchstreifen der Stollen, umgeben von den grob behauenen Steinwänden, können Sie sich in die Menschen hineinfühlen, die bereits 5.000 v. Chr., unter schwerster Arbeit, das kostbare Salz aus dem Berg getragen haben. Tipp: Unbedingt warme Kleidung anziehen, denn im Inneren des Berges hat es ganzjährig nur 8 Grad Celsius. Nach der kleinen Zeitreise sollten Sie unbedingt echtes Bad Ischler Salz aus Hallstatt mit nach Hause nehmen – denn näher kommt man wahrscheinlich selten an den Ursprungsort des oberösterreichischen Salzes.

Früher, als das Webergeschäft noch weit verbreitet war und Flachs zu feinen Leinenstoffen verarbeitet wurde, gab es in Oberösterreich noch viele Flachsfelder, die sich im Sommer in ein blaues Blütenmeer verwandelten. Die Samen verarbeitete man zu Leinöl. Einige wenige Webereien und Mühlen haben bis in die heutige Zeit überlebt. Sie produzieren noch nach alter Technik Leinen und pressen das wertvolle Öl, welches als eines der besten Speiseöle überhaupt gilt. Ihm werden viele positive Effekte für Körper und Geist zugeschrieben. Besonders ist aber auch sein unverwechselbarer Geschmack: Inzwischen findet man Leinöl regelmäßig auf den Speisekarten der besten Wirtshäuser und Restaurants des Landes, denn es verleiht Gerichten das gewisse Etwas. Wer im Mühlviertel zu Gast ist, sollte auch unbedingt die Mühlviertler Leinölerdäpfel probieren und die Mühlviertler Ölmühle besichtigen, um zu sehen, wie dieses besondere Öl hergestellt wird.

Die Linzer Torte könnte man schon fast als immaterielles Kulturerbe betrachten, ganz Österreich kennt und liebt sie. Für viele Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ist jedoch das Apfelschlangerl die typische Mehlspeise, die die Oma am Sonntag aus dem Ofen zaubert. Woher der Name "Schlangerl" kommt ist den meisten aber selbst ein Rätsel. Sobald die saftig-süßen Äpfel im Teigmantel vor einem auf dem Teller liegen, zerbricht sich über den Namen aber bestimmt niemand mehr den Kopf. Oberösterreich besuchen ohne Apfelschlangerl gegessen zu haben ist schon fast eine Sünde. Und die gilt es zu vermeiden. Am besten beim Jindrak, dort können Sie sich dann selbst überzeugen wer die bessere Mehlspeis'-Botschafterin wäre: Apfelschlangerl oder Linzer Torte.

Bei den unzähligen Getreidefeldern verwundert es nicht, dass das Brotbacken zu den besonderen Stärken Oberösterreichs gehört. Dieses ganz spezielle Handwerk, bei dem schon fast alchemistisch aus nur ganz wenigen Zutaten so etwas komplex schmeckendes wie ein frisches Brot gezaubert wird, kann man aber auch selbst erlernen. Die Traditionsbäckerei Brandl in Linz, berühmt für ihr unvergleichlich gutes "Mohnflesserl", hat sich entschieden ihr Wissen in verschiedenen Brotbackkursen weiter zu geben. Von Semmeln bis Sauerteig lernen Sie hier echte Oberösterreichische Brotkultur. Was es dazu braucht? Mehl, Wasser, einen Ofen, und vor allem eines: Zeit. Denn das was man heutzutage "Mindfulness" nennt, kennen die Öberösterreicherinnen und Oberösterreicher schon seit der Erfindung des Sauerteigbrots. Das backen eines solchen, im stilechten Holzofen, kann man übrigens auch am Bergergut, bei 2-Haubenkoch Thomas Hofer, lernen.

Oberösterreich hat 356 Tage im Jahr echte Produkte vom Feld und Garten, bereit zur Ernte. Dabei bestechen die saisonale Gemüsevielfalt, die alten Sorten und der Fleiß mit dem die oberösterreichischen Bauern und Bäuerinnen ihre Felder bestellen. Das Genussland, ein Zusammenschluss von direktvermarktenden Erzeugern, hat ein großes Verzeichnis an Höfen, wo Sie sich frisches Gemüse direkt vor Ort abholen können. Wie zum Beispiel beim Bio-Gemüsehof Voggeneder, oder beim Biberhof in Windhaag. Beide setzen auf Bio, Naturnähe, Nachhaltigkeit und Sortenvielfalt. Frischer und saisonaler geht's echt nicht.

Die Gelegenheit einen Hirsch in freier Wildbahn zu beobachten ist leider selten geworden. In Oberösterreichs Nationalparks leben die Tiere jedoch quasi im Idealzustand, und werden so gut wie nicht gestört dabei. Im Nationalpark Kalkalpen können Sie eine Tour machen, bei der Sie Hirsche und Rehe wildverträglich aus sicherer Ferne beobachten und allerhand über diese wunderbaren Tiere lernen. Im Sommer bekommen Sie in der Abenddämmerung Einblicke in das Familienleben der Hirschkühe mit ihren Kälbern. Im Herbst hören Sie schon von weitem die mächtigen Rufe der Hirsche: es ist Paarungszeit. Das in Freiheit aufgewachsene, sich nur von Wiesen und Wäldern ernährende Rotwild ist das wahrscheinlich nachhaltigste und gesündeste Fleisch, das Sie essen können. Im Rau in Großraming, unweit vom Nationalpark, kann man das Wild, und seine Umgebung, in den Gerichten von Klemens Schraml dann noch einmal über den Genusssinn ein zweites Mal erleben. Auch im Landhotel Forsthof in Sierning lässt sich richtig wild genießen.

Ob am Attersee, der Donau oder der Mühl: Süsswasserfisch hat eine lange Tradition in Oberösterreich. Aber auch junge, innovative Köche und Köchinnen habe dieses nachhaltige und regionale Produkt für sich entdeckt. Sie machen daraus spannende Gerichte und Produkte. Zum Beispiel die fermentierte Fischsauce, nach altem römischen Vorbild hergestellt, von Luvi Fermente. Wer sich oberösterreichischen Süsswasserfisch ganz aus der Nähe ansehen will, kann unter dem Motto "Fish & sleep … and eat" beim Fliegenfischen im Burgwasser der Mühl entspannen. Im Wasser stehen, den eigenen Gedanken nachgehen und die Fliege wieder und wieder über die Wasseroberfläche schnellen lassen, bis irgendwann der heiß ersehnte Biss kommt. Und wenn's nicht klappen sollte können Sie beim Abendessen bei den Süsswasserfischspezialisten des Mühltalhofs darüber nachdenken wann Sie den nächsten Versuch unternehmen. Zum Beispiel in Grünburg an der wunderschönen Steyr. Denn Fischen kann süchtig machen.

In Oberösterreich ist jeder Tag Knödeltag! Fest, luftig, groß, klein, herzhaft oder süß – beim Thema Knödel ist für jeden was dabei. In der Knödelakademie ist man überzeugt: Übung macht den Meister. Die Seminarbäurinnen, die echten Knödelspezialistinnen, geben ihr Können mit Freude weiter. Von klassischen bis zu innovativen Rezepten, wie die Fischknödel, gibt es viel zu lernen. Entdecken Sie das Knödelland Oberösterreich und überraschen Sie Freunde beim gemeinsamen Abendessen mit den besten Knödeln die sie je gegessen haben. Sie müssen ja nicht verraten, woher Sie das plötzlich können.

Die Geschichte des oberösterreichischen Leberkäses ist eine Erfolgsgeschichte, die weit über die Region hinausreicht. Zwei oberösterreichische Originale, nämlich der Neuburger und der Staudinger Holzofenleberkäse, haben sich inzwischen in ganz Österreich durchgesetzt, und sind in fast jedem Supermarkt erhältlich. Selbst Veganer und Veganerinnen müssen nicht mehr lange auf Österreichs Lieblingssnack verzichten. Neuburger entwickelt gerade mit seiner fleischlosen Marke "Hermann" einen veganen Leberkäse auf Pilzbasis. Die bevorzugte Darreichungsform des Leberkäses, die Leberkässemmel, hat keine bevorzugte Tageszeit in der sie genossen wird. Wo sich aber fast alle einig sind: sie schmeckt am besten wenn sie vom Leberkas Pepi kommt. Dieses Linzer Original ist mittlerweile so beliebt, dass es davon inzwischen Filialen in Wien und in Klagenfurt gibt. Man hat also nie weit zum nächsten, besten Leberkäse.

Wenn Sie sich jetzt fragen: Oberösterreichische Spezialitäten - da gehört doch unbedingt das Bier dazu? Stimmt! Und weil bei uns in Oberösterreich die Bierkultur so ein wichtiges Thema ist, haben wir dem flüssigen Gold eine eigene Liste gewidmet die Sie hier finden.
 

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