UNESCO Welterbe in Oberösterreich
UNESCO-Welterbe: Römer, Salz und Pfahlbauten
Rund um Hallstatt und den Dachstein erstreckt sich der Kern des Salzkammergutes, das "Innere Salzkammergut", wie es seit jeher auch genannt wird. Der Dachstein mit seiner urtümlichen Karstlandschaft und den weitverzweigten Höhlen prägt die natürlichen Gegebenheiten. Das "weiße Gold" aus dem Hallstätter Salzberg lockte schon vor Jahrtausenden die Menschen in diese alpine Landschaft. Immerhin ist Hallstatt Namenspatron einer ganzen Epoche der Menschheitsgeschichte, der Hallstattzeit. Beides zusammen, Natur und Kultur des Salzkammergutes, bewog die UNESCO diese Region in die Welterbe-Liste aufzunehmen.
Prähistorisch sind auch die Wurzeln eines weiteren oberösterreichischen Welterbes: Der Attersee und am Mondsee gehören zu den reichen Fundstätten der Pfahlbautkultur. Die Reste der Pfahlbauten am Attersee und Mondsee sind Teil, des auf sechs Länder verteilten Kulturerbes "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen".
Die jüngste Welterbe-Stätte Oberösterreichs ist der Donaulimes, die einstmals befestigte Nordgrenze des Römischen Reiches. Zur Verteidigung errichteten die Römer eine insgesamt hunderte Kilometer lange Kette an Legionslagern, Kastellen und Wachanlagen die sich quer durch ganz Mitteleuropa erstreckte. An der oberösterreichischen Donau haben sich Spuren der Antike etwa in Form des Römerburgus in Oberranna bei Engelhartszell und in Schlögen erhalten. Das Museum Lauriacum dokumentiert die Römerzeit in Oberösterreich am einzigen Standort eines Legionslagers in der ehemaligen Provinz Noricum. Auch das Hinterland des Limes war mit Städten, Landgütern und Straßen großzügig ausgebaut.
Neben herausragenden Kulturstätten schützt das UNESCO-Welterbe auch außergewöhnliche Naturlandschaften. Ein solches Naturerbe liegt im Nationalpark Kalkalpen im Südosten Oberösterreichs, eine Waldwildnis wie aus dem Bilderbuch. Der Nationalpark erstreckt sich über die waldreichen Gebirgszüge des Reichraminger Hintergebirges und des Sengsengebirges. Mit 209 Quadratkilometern Fläche ist er der größte Waldnationalpark Österreichs, drei Viertel dieser Fläche sind Wildnis. Mehr als 5.000 Hektar alte Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen wurden - gemeinsam mit ähnlichen Naturräumen in 10 europäischen Staaten - auf die Liste des Welterbes der UNESCO gesetzt.
Immaterielles Kulturerbe: Blaudruck, Maultrommeln und die Glöckler
Zu den Schätzen einer Zivilisation gehören auch ihre Bräuche und ihr Handwerk. Diese nicht mit Händen zu greifenden Traditionen schützt das Immaterielle Kulturerbe im Sinne der UNESCO.
Die Handwerkstechnik des Blaudrucks erhielt ebenso die internationale Anerkennung als "Immaterielles Kulturerbe der Menschheit" wie zuletzt die Linzer Dombauhütte. Denn nur noch in wenigen Ländern Europas wird diese alte Technik des Stoffdrucks am Leben erhalten. Im Mühlviertel gibt es noch eine Blaudrucker-Werkstatt in Bad Leonfelden. In Gutau erinnert das Färbermuseum an vergangene Zeiten, in denen dieses Handwerk im Mühlviertel noch weit verbreitet war.
Seit 2023 ist die Herstellung der “Loahmmandeln”, Krippenfiguren aus Ton in der Region rund um Steyr sowie im Steyr- und Ennstal Teil des Immateriellen Kulturerbes. Bereits 2022 wurde die historische Salzschifffahrt auf der Traun mit ihren "Naufahrten" (mit der Strömung flussabwärts) sowie dem "Schiffsgegentrieb" (mit Zugpferden gegen die Strömung flussaufwärts) in die nationale Liste Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Seit Frühjahr 2021 gehört das traditionelle "Grüngeflammte" Dekor der Gmundner Keramik und seit Herbst 2020 die "Fuhr" am Hallstättersee zum Immateriellen Kulturerbe. Nur mehr wenige Menschen beherrschen das Handwerk, die traditionellen flachen und von der Seite geruderten Boote herzustellen. Auch das "Steyrer Kripperl", eines der letzten noch bespielten Stabpuppentheater Europas, wurde in diesen erlesenen Kreis aufgenommen.
Zu den Ausprägungen des Immateriellen Kulturerbes in Oberösterreich gehören außerdem Tänze, wie der
- Innviertler Landler,
- der "Rudentanz", der am Faschingsdienstag in Sierning gepflegt wird
- oder der "Aberseer Schleunige" am Wolfgangsee.
Faschingsbräuche sind hier zahlreich vertreten, wie die jährliche Aufführung der "Traunkirchner Mordsgschicht" oder der Ebenseer Fetzenzug. Mit dem Glöcklerlauf ist Ebensee gleich ein zweites Mal vertreten.
Auch Bräuche wie der "Liachtbratlmontag" in Bad Ischl, das Aufstellen der großen Landschaftskrippen im Salzkammergut und die damit verbundene "Kripperlroas", der Liebstattsonntag in Gmunden oder der einzigartige "Niglo-Umzug" in Windischgarsten sind mit Einträgen auf der Liste gewürdigt. Dort finden sich auch die Wirlinger Böllerschützen aus der Wolfgangsee-Region und die Vogelfänger des Salzkammergutes.
Alte Handwerkstraditionen, wie
- die Herstellung der Linzer Goldhaube,
- die Hinterglasmalerei in Sandl,
- die Maultrommelerzeugung in Molln,
- das Pechölbrennen im östlichen Mühlviertel
- und das Trattenbacher Taschenfeitel aus dem Ennstal
gehören ebenfalls zum Immateriellen Kulturerbe. Übrigens: Auch "Stille Nacht! Heilige Nacht!", das wohl berühmteste Weihnachtslied der Welt steht auf der Liste des Immateriellen Kultuererbes Österreichs. Seine Melodie wurde von einem Oberösterreicher, Franz Xaver Gruber, komponiert.
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