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Johannes und Anneliese Steinmayr führen ihren Bio-Betrieb in Niederwaldkirchen, die Gastwirtschaft befindet sich in St. Johann am Wimberg. Seit vielen Jahren verbinden sie Landwirtschaft und Gastronomie auf besondere Weise – transparent, regional und mit Überzeugung.
Was bedeutet BIO für euch?
Anneliese: Es ist eine Haltung und eine Selbstverständlichkeit. Wir empfinden BIO nicht als visionär, sondern als genussvolle Verpflichtung: Kurze Wege, unbehandelte Produkte, keine unnötigen Zwischenschritte – man schmeckt einfach, wenn etwas ehrlich gemacht ist. Und wir erheben keinen Zeigefinger, wir genießen.
Transparenz ist euch besonders wichtig?
Johannes: Absolut. Auf der Speisekarte steht ganz transparent, woher die Lebensmittel kommen. Das ist kein Marketing-Mascherl, sondern Haltung. BIO ist nicht nur ein Herzensthema – es ist logisch. Wir können gar nicht anders denken. Wenn direkt vor der Haustür so hochwertige Produkte entstehen, kommt es uns gar nicht in den Sinn, etwas Beliebiges im Handel zu kaufen.
Johannes: Es ist eine gelebte Einstellung, aber natürlich auch ein funktionierendes Geschäftsmodell. Die Leitbegriffe sind für uns klar: regional, BIO und echt.
Wie schmeckt das Mühlviertel für euch?
Johannes: Bodenständig, echt und gleichzeitig unglaublich vielfältig. Es gibt viele traditionelle Produkte, aber auch spannende neue Interpretationen. Etwa den “Mühsciutto”, unseren Mühlviertler Prosciutto, oder den “Grana Granit”, einen Mühlviertler Parmesan.
Anneliese: Im Mühlviertel entstehen viele neue Ideen. Junge BIO-Betriebe experimentieren mit Tofu, Leinprodukten oder innovativen Verarbeitungen. Unsere Nachbarn von Farmgoodies haben zum Beispiel den Lein ins Mühlviertel zurückgebracht.
Ihr arbeitet eng mit anderen Betrieben zusammen?
Johannes: Ja, das ist das Schöne hier. Mit dem Biohof Zauner arbeiten wir sehr eng zusammen. Wir beziehen Molkereiprodukte von dort und bekommen die Molke retour – die landet dann wieder bei unseren Schweinen. So schließen sich die Kreisläufe. Das ist eine Wertegemeinschaft. Viele Betriebe denken ähnlich und dadurch entsteht etwas Lebendiges – ganz ohne Konzeptpapiere.
Warum ist das im Mühlviertel so stark ausgeprägt?
Anneliese: Vielleicht, weil BIO hier schon lange Tradition hat. Die Dichte an BIO-Betrieben ist im Mühlviertel höher als im österreichischen Durchschnitt. Viele Menschen sind mit diesen Werten aufgewachsen.
Wenn ihr privat im Mühlviertel unterwegs seid – wohin zieht es euch?
Johannes: Sehr gerne ins Fernruf 7 von Helmut Rachinger – super Atmosphäre. Für Familienfeiern gerne zum Keplingerwirt. Und das Post 4 hat sogar unseren Mühsciutto auf der Karte. Auch der Köglerhof ist ebenfalls richtig gut.