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Hubert von Goisern bei einer Bootsausfahrt in Hallstatt
Hubert von Goisern bei einer Bootsausfahrt in Hallstatt

Der Weltbürger
aus Bad Goisern

Hubert von Goisern

Ein Wort, das Hubert von Goisern nicht kennt, ist Stillstand: Auch mit weit über 60 Jahren erfindet sich der Star des Alpen-Rock immer neu: etwa als Autor. Hubert von Goisern hat jüngst seinen ersten Roman "flüchtig" unter seinem bürgerlichen Namen Hubert Achleitner veröffentlicht und ist damit gleich auf der Bestsellerliste gelandet. Wenig später kam dann auch das 13. Studioalbum "Zeiten & Zeichen" auf den Markt.

PROGRAMMTIPP: Montag, 26.10.2020, 23:25 Uhr, ORF2  

"Brenna tuat's schon lang" ist die Dokumentation der Lebensgeschichte des Hubert von Goisern, doch nicht primär ein Künstlerporträt.

Der Film kommt dem Künstler ganz nah und erlaubt dennoch kritisch distanzierte Blicke und Gedanken über ihn. Die Beziehungen zwischen den Welten und Kulturen, seinem Denken und Schaffen ergeben einen Musikfilm der etwas anderen Art: die emotional mitreißende Musik Hubert von Goiserns wird im Kontext gezeigt, aus dem sie entstanden ist.

Hubert von Goisern spielt auf seiner Ziehharmonika

Trailer zu
Brenna tuat's schon lang.

Im Musikvideo zu "Heast as net" fährt eine Zille über den nebelverhangenen Hallstättersee. Ihre Passagiere: Hubert von Goisern und Sängerin Zabine. Am Ufer stehen alte Männer mit urigen, langen Bärten, Gamsjagahut und rauchen Holzpfeife. Sie alle sind Statisten, denn die Hauptrolle spielt der See, an den es den Ausnahmekünstler immer wieder zurückzieht. Mystisch, unergründlich liegt er da, wie hingegossen; umrahmt von der einzigartigen Weltkulturerbe-Region und dem weltberühmten Ort Hallstatt, den mächtigen Bergen, die seit Jahrmillionen als stumme Zeugen in den Himmel ragen. Die Heimat, Tradition, das waren stets Begriffe an denen sich der weitgereiste Hubert von Goisern abgearbeitet hat. 

Hubert von Goisern bei einer Bootsausfahrt in Hallstatt

Neugierig und offen ist Hubert Achleitner als junger Mann in die Welt hinaus. Welterfahren ist er nach seinen Wanderjahren mit einem ganzen "Werkzeugkoffer" zurückgekommen um die Dekonstruktion traditioneller alpiner Volksmusik in Angriff zu nehmen. "Ich war gezwungen mich damit auseinanderzusetzen, durch meine 'Integration' der Volksmusik, die ja Tradition ist. Wer sich damit beschäftigt und wer da etwas ändert und sagt, es ist nicht alles gut, nur weil es Tradition ist, der sticht in ein Wespennest." Gerade diese Art der Konfrontation hat ihn zu einem der bekanntesten und wichtigsten Vertreter seines Genres gemacht. Zu einem Star. Wenn er nachhause kommt, sich beim Steegwirt am Hallstättersee spontan zu einer Runde an den Tisch setzt und gemeinsam mit den Gästen musiziert, gibt er den Rockstar an der Garderobe ab. Dann ist er nur der Hubert. Ohne "von". Ein ganz normaler Mann Ende 60 auf Heimatbesuch.

Welterbe-Wirtshaus Steegwirt

Ausgerechnet Bad Goisern

Dass die Marktgemeinde Bad Goisern , in der der Künstler 1952 geboren wurde, mehr als nur eine zufällige geografische Koordinate für ihn ist, zeigt sich immer wieder in seiner Diskografie. Und nun auch in seinem ersten Roman "flüchtig" , der hauptsächlich im wunderschönen Salzkammergut verortet ist und die Leserinnen und Leser an viele Plätze aus Hubert von Goiserns Kindheit und Jugend führt. Wobei: Geschrieben hat das Buch ja jemand anderer, erklärt der Neo-Schriftsteller im Gespräch. "Hubert von Goisern ist in erster Linie ein Musiker, ein Komponist, aber der hat das Buch nicht geschrieben. Ich hab' so das Gefühl, dass Hubert von Goisern ein Teil von mir ist, aber er ist nicht alles. Den Autor wollte ich von dieser musikalischen Vergangenheit befreien. Ich bin mir natürlich dessen bewusst, dass das schnell aufgedeckt ist, dass der Hubert Achleitner der Hubert von Goisern ist."

Hubert von Goisern spielt auf seiner Zieharmonika

(K)ein Heimatbuch

In "flüchtig" lernen wir Eva Maria Magdalena, genannt Maria, kennen, die in einer schneeumtosten Nacht in einer Seilbahnkabine am Weg vom Dachstein ins Tal auf die Welt kam. Wenn sie später in der Kurstadt Bad Ischl in die Schule geht, hat man die Schauplätze plötzlich alle vor sich: das Café Zauner an der Esplanade , die Traun, die ruhig dahinfließt, den Kurpark mit seinen Alleen und opulenten Blumenbeeten. Operette liegt in der Luft. Bis ins kleinste, liebevolle Detail beschreibt Achleitner Marias Lebensgeschichte, die eine jähe Wendung nimmt, als sie nach 30 gemeinsamen Jahren ihren Mann Herwig verlässt und ohne eine Nachricht mit dessen Volvo vom Salzkammergut bis nach Griechenland fährt. Hubert Achleitner schickt seine Protagonistinnen und Protagonisten auf eine spannende Reise durch Berge und Täler, die im Endeffekt eine Topografie der emotionalen Höhen und Tiefen seiner Figuren sind. Der Soundtrack reicht von André Heller über Blues aus dem "Radio Salzkammergut" bis zu den melancholischen Tönen der griechischen Bouzouki.

Hubert von Goisern beim Angeln in Hallstatt

"2003 habe ich mir erstmals notiert: 'Eine Geschichte schreiben über einer Frau, die bei der Haustür rausgeht und nicht mehr zurückkommt. Ohne irgendeine Ankündigung und warum sie das macht.' Der Klassiker ist ja, der Mann geht raus um Tschick zu kaufen und kommt nicht mehr zurück. Da war diese Grundidee geboren und dann habe ich immer wieder nachgedacht, warum jemand so etwas tun würde? Egal ob Mann oder Frau. Ich habe angefangen an den Figuren zu arbeiten, überlegt aus welchem Milieu sie stammen, welche Berufe sie haben. Habe verschiedene Sachen ausprobiert bis ich das Gefühl hatte, ja so passt's. Und dann hat es eh noch lange gebraucht, bis ich mich hingesetzt habe um es zu schreiben."

Album "Zeiten & Zeichen"

Schneller war er da bei der Konzeption und Aufnahme seines neuen und bislang 13. Studioalbums "Zeiten & Zeichen", das beinahe zeitgleich mit dem Roman erschien. Darauf geht es mitunter sehr kritisch zu. Vor allem die Nummer "Freunde" fühlt der NS-Kollektivschuld ordentlich auf den Zahn.

Es geht um den Operetten-Librettisten Fritz Löhner-Beda, der von den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde und um Operetten-König Lehár, einen Lieblingskomponisten Hitlers, der nichts tat, um seinen Freund zu retten.

In diesem teils gerappten, teils mit der Hookline "Freunde, das Leben ist lebenswert" unterlegten Song zeigt er sich wieder, der Musiker und Songwriter, der tief schürft. Der sich mit den unangenehmen Themen beschäftigt, der hinschaut, wo andere wegschauen. Den Finger in die Wunde legt. Dieser Mut, diese Chuzpe auch anzuecken und nicht jedem gefallen zu müssen, das Rebellisch-Sein, ist eine Eigenschaft, die den Salzkammergutlern im Allgemeinen nachgesagt wird.

Klingt nach Klischee? Wenn man die Gegend betrachtet, die wunderschöne, aber oft raue Natur, scheint diese Kulisse unweigerlich auf ihre Darsteller zu reflektieren.

"Im Salzkammergut da kann man gut lustig sein", heißt es im bekannten Singspiel "Im Weißen Rössl am Wolfgangsee".  Aber eben nicht nur, sondern auch sentimental und melancholisch. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach diesen unglaublich starken Gefühlen, die Hubert von Goisern so gerne in seine Heimat zurückkehren lässt. Aus Sicht einer jeden Urlauberin und eines jeden Urlaubers ist das mehr als nur verständlich.

Morgenstimmung am Hallstättersee in Oberösterreich

Apropos Franz Lehár: Auch beim Lehár Festival Bad Ischl , dem renommierten Operettenfestival, das seit 1961 zu Ehren des großen Komponisten ausgerichtet wird, ist Hubert von Goisern gern gesehener Gast. Wenn er heimkommt, lehnt er sich aber nicht nur zurück, um sich den Schmankerln und Unterhaltungsangeboten vom Traunsee bis zum Pötschenpass hinzugeben. Der Künstler in ihm schläft nicht. Und so beobachtet er etwa sehr genau die Vorbereitungen rund um das Kulturhauptstadtjahr 2024 . Dann werden Bad Ischl und 22 weitere Regionen des Salzkammerguts zum europäischen Hot-Spot. Dieses hochkarätige Kulturevent in der Heimat – das ist für den Musiker sogar im doppelten Sinn eine große Freude und Chance. Denn bereits 2009 als Linz Kulturhauptstadt Europas war, steuerte er mit der Linz-Europa-Tournee ein spektakuläres Projekt bei. "Ich bringe mich da gerne ein, auch wenn ich vorerst selbst noch keine Visionen dazu habe. Nach Buch und Album habe ich jetzt aber wieder freie Kapazitäten und kann etwas dazu beitragen, dass es ein tolles Jahr wird."

Diese Reportage stammt aus der Feder von Inez Ardelt.

Das Salzkammergut und die Kunstschaffenden

Seit jeher hat das Salzkammergut Künstler angelockt und hervorgebracht. In der Zeit der silbernen Operette hatten Größen des damaligen Musikbusiness' wie der Komponist Franz Lehár, sein Lieblingssänger der Tenor Richard Tauber, aber auch Oscar Straus, Emmerich Kálmán und viele mehr ihr Domizil in Bad Ischl. Davon zeugen heute noch unzählige Denkmäler, Tafeln und die Lehár-Villa, die heute ein Museum ist.

Das Salzkammergut hat aber darüber hinaus selbst einige große Musik-Kaliber in die Welt gesetzt. Neben Hubert von Goisern, der es mit den Alpinkatzen und seinem "Hiatamadl" bis an die Chartspitze schaffte, etwa auch Austropop-Legende Wilfried. Und weiter nordöstlich von Bad Goisern die gebürtigen Gmunder  Klaus Eberhartinger (Frontmann der EAV) und Conchita Wurst und auch Stardirigent Franz Welser-Möst liebt seine Wahlheimat den Attersee.

Auf den Spuren von Hubert von Goisern durch das Salzkammergut

Beim Steegwirt in Bad Goisern

Die Fuhr am Hallstättersee

2020 wurde die "Fuhr" (flache Transportboote aus Holz, auch Plätten genannt) am Hallstättersee in die Liste der immateriellen Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Die Fuhren wurden schon im 13. Jahrhundert zum Transport von Salz aus dem Salzbergerwerk Hallstatt über den See und die Traun genutzt. Heute beherrschen nur mehr wenige Personen dieses Handwerk.

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Tourismusverband Inneres Salzkammergut
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