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© Foto: Gianmaria Gava/Brandstätter-Verlag: Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst

Inspiration:
Attersee.

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Stardirigent Franz Welser-Möst

Er dirigiert die Wiener Philharmoniker, ist Stammgast bei den Salzburger Festspielen und hat sich international einen Namen in der Musikwelt gemacht: Stardirigent Franz Welser-Möst zählt zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit. Privat lebt er zurückgezogen am Attersee, isst gerne Marillenknödel und geht selbst bei einstelligen Wassertemperaturen in den See. Einst vom Großvater als "saure Wies'n" gekauft, hat der Dirigent sein Anwesen in Litzlberg am Attersee zu seinem eigenen kleinen Refugium umgebaut. Er findet dort die Muse und kann Kraft schöpfen.

Was ist der Attersee für Sie?


Der Attersee ist für mich alles. Mein Rückzugsgebiet, meine Inspiration, da schlägt mein Herz.

Ich gehe jeden Tag in der Früh baden, auch wenn die Wassertemperaturen einstellig sind. Man kann sagen, dass die Badesaison bei mir von März bis November geht. Heuer bin ich am 14. März von Amerika zurückgekommen und kurz danach war ich schon baden. Mit meiner Frau fahre ich auch oft mit dem Elektroboot hinaus und wir genießen die Stille. Die Gegend hat so ziemlich alles was das Herz erfreut: Ich gehe ja auch gerne Bergsteigen, Fischer bin ich aber keiner.

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© Foto: Julia Wesely: Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst

Bergsteigen? Wo sind Sie da unterwegs?

Entweder auf dem Schafberg, auf dem Schoberstein oder am Hochlecken. Das ganze Höllengebirge kenne ich wie meine Westentasche und am Langbathsee bin ich auch immer wieder. Man hat halt so gewisse Touren, die man immer wieder macht...  

Der Kultursommer im Salzkammergut ist sehr vielfältig. Was sind Ihre privaten Kulturhighlights?

Ich lebe eigentlich sehr zurückgezogen. Wenn ich ausgehe, dann bin ich bei den Gmundner Festwochen. Ich war erst kürzlich bei einem Soloabend von Michael Heltau – solche Veranstaltungen genieße ich sehr. Ich bin weniger bei Konzerten sondern lieber bei Ausstellungen oder Lesungen. Musik habe ich ja beruflich mehr als genug. Mich interessiert auch das Theater oder die bildende Kunst.  

Apropos "zu laut": Sie haben ja ein Buch geschrieben:
"Als ich die Stille fand". Worum geht es?

Es ist ein Plädoyer für die Entschleunigung, mit autobiographischen Elementen. Mit "laut" meine ich dabei nicht nur die Lautstärke an sich, sondern auch die permanente Spaßgesellschaft in der wir uns befinden. Im Buch geht es darum, was Goethe "die Muse" genannt hat, dass wir uns nicht immer nur beschallen lassen sollten, sondern uns auch manchmal mit uns selbst beschäftigen sollten. Aber davor haben viele Menschen Angst.

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© Foto: Julia Wesely: Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst

Sie sind viel beschäftigt. Entschleunigung ist aber ein großes Thema bei Ihnen…

Ich habe 1995 die Entscheidung getroffen, dass ich 12 Wochen im Jahr nicht dirigiere. Ich habe ja permanent aus dem Koffer gelebt und war ununterbrochen unterwegs. Irgendwann kann man dann keinen Flughafen mehr sehen. An diese Vereinbarung mit mir selbst habe ich mich jetzt konsequent gehalten.  In diesen 12 Wochen mache ich Urlaub bei mir zu Hause.

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© Foto: Julia Wesely: Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst

Wie schaut so ein Urlaub dann aus?

Ich mache beispielsweise jedes Jahr eine Bergtour mit Ferdl Hirscher und auch mit Franz Harnoncourt bin ich gerne in den Bergen unterwegs. Die Familie Harnoncourt ist ja auch am Attersee daheim. Generell leben meine Frau und ich fast eremitenhaft.  Aber in der Festspielzeit werde ich dann zum  Oberösterreich-Botschafter und beordere Kollegen oder Journalisten zum Bräugasthof  Aichinger nach Nussdorf und versuche die Leute für die Region zu begeistern. Man merkt halt bei mir, dass mein Herz hier daheim ist am Attersee.

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© Foto: Gianmaria Gava/Brandstätter-Verlag: Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst

Was ist Ihr Lieblingsplatz zu Hause?

Meine Bibliothek. Ich habe da ein ganzes Haus in dem rund 8.000 Bücher sind, vom Krimi bis zur Partitur. Wobei meine Frau eher die Krimis liest als ich. Mich sprechen philosophische, politische und historische Bücher vor allem an: von Shakespeare bis Jelinek. Gerade eben habe ich "Das Wunder des Überlebens" von Ernst Lothar verschlungen. Das ist für alle Kunstinteressierten eine absolute Empfehlung.  Wenn ich nicht in der Bibliothek bin, sitze ich auch gerne beim Bootshaus und schaue den Wellen und den Fischen zu. Das ist die wahre Muse für mich.

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© Foto: Julia Wesely: Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst

Oberösterreich hat ja auch kulinarisch viel zu bieten: Gibt's Gerichte die Sie schon seit Ihrer Kindheit gerne essen?

Marillenknödel und Mohnnudeln: Die habe ich schon als Bub gerne gegessen. Meine Familie war nicht reich, Fleisch gab es nur am Wochenende. Beide Gerichte mag ich heute noch gerne. Ich koche zwar selten, aber Marillenknödel kann sogar ich (lacht). Aber bitte unbedingt mit Topfenteig! Meine Frau ist aber eine sehr gute Köchin und teilt mich zu den niederen Diensten ein: Ich putze dann Gemüse oder schneide das Obst. Das kann ich mittlerweile schon ganz gut (lacht). Und Wiener Schnitzerl krieg ich auch noch hin.

Sie haben Oberösterreich ja sogar im Namen: Wie ist Ihre Verbindung zu Wels?

Also das "Welser"-Möst war die Idee meines damaligen Managers, da ich ja ursprünglich aus Wels komme. Mein Elternhaus war dort, mein Bruder lebt heute noch in der Gegend und natürlich habe ich Freunde dort. Aber die Beziehung zu Wels ist aktuell hauptsächlich in meinem Namen.

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© Foto: Gerhard Flekatsch: Der Dirigent Franz-Welser-Möst
Der Dirigent Franz-Welser-Möst

Was gefällt Ihnen an der oberösterreichischen Kulturlandschaft?

Ich verfolge es ehrlicherweise nicht so genau. Aber ich frage mich schon, was nach Corona übrig bleibt. Die großen Tanker wie die Salzburger Festspiele, das Landestheater und die Wiener Oper werden schon weiter bestehen. Aber man muss auch an die kleinen Kulturinitiativen denken. Das ist der Humus auf dem die Kunst wachsen kann. Daher sind etwa Initiativen wie die Jeunesse  besonders wichtig. Da müssen wir großen Künstler uns auch solidarisch zeigen. Gerade die Jugend gehört künstlerisch gefördert, das ist mir ein Herzensanliegen.

Mehr über die Region Attersee-Attergau

Die Künstler und der Attersee

Die Region Attersee - Attergau wurde für zahlreiche Künstler zum Ort der Sommerfrische, des Rückzugs und nicht selten zum Lebensmittelpunkt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog es etwa den weltberühmten Maler Gustav Klimt an den Attersee, wo ein überwiegender Teil seiner über 50 bekannten Landschaftsgemälde entstand. Besonders beliebt ist heute der Attergauer Kultursommer, bei dem die künstlerische Leitung Mechthild Bartolomey jedes Jahr Weltstars in die Region holt. Auch das Gustav Mahler Festival oder die internationalen Nikolaus Harnoncourt Tage sind weit über die Grenzen der Region bekannt. 

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