Seit jeher haben die Sterne den Menschen fasziniert. Wir verraten Ihnen alles über die Sternschnuppen Nacht im August, die dunkelsten Ecken Oberösterreichs, Sternwarten und außergewöhnliche Angebote für Sterngucker:innen.
Jedes Jahr im August zieht der Meteorstrom der Perseiden an der Erde vorbei. Zu dieser Zeit sieht man an klaren Nächten mit freiem Auge hunderte Sternschnuppen. Je dunkler der Beobachtungsort, umso mehr Sternschnuppen sind zu sehen.
Der Höhepunkt dieses atemberaubenden Naturschauspiels ist in der Nacht von 12. auf 13. August, zwischen 22:00 Uhr und 4:00 Uhr, die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 2:00 und 4:00 Uhr. Aber auch in den Nächten davor und danach sind zahlreiche Meteore zu sehen.
Um gut für diese Nächte gerüstet zu sein, empfehlen wir Ihnen, rechtzeitig eine entsprechend lange Wunschliste zu schreiben.
Das Jahr startet funkelnd: Die Quadrantiden eröffnen im Jänner das Himmelsjahr mit einem kräftigen Sternschnuppenregen. Im Sommer folgen die Perseiden, das große Highlight für Sternenfreund:innen – warme Nächte, klare Sicht und unzählige Wünsche am Himmel. Im Herbst sorgen die Draconiden ufür Bewegung, bevor die Geminiden im Dezember das Jahr mit einem leuchtenden Finale beschließen. Dazu gesellen sich Sternenparaden, der Erdbeermond, Sonnen- und Mondfinsternisse und vieles mehr…
In der Nacht auf den 30. Juni erreicht der Erdbeermond um 01:57 Uhr seinen Höhepunkt. Als erster Vollmond nach der Sommersonnenwende zieht er ungewöhnlich tief über den Himmel und zeigt sich rund um den Mondaufgang oft in warmen Gold- und Orangetönen. Seinen Namen verdankt er der traditionellen Zeit der Erdbeerernte. Wer den Blick zum Horizont richtet, erlebt einen besonders stimmungsvollen Sommermond. Mondaufgang in Linz: 29. Juni 2026 um 21:18 Uhr.
In den frühen Morgenstunden des 12. August zeigt sich eine seltene Planetenkonstellation am Himmel: Jupiter, Merkur, Mars, Uranus, Saturn und Neptun reihen sich vwie an einer unsichtbaren Perlenkette vom Osten bis in den Südwesten auf. Die helleren Planeten sind mit freiem Auge gut sichtbar, für Uranus und Neptun lohnt sich ein Fernglas. Wer vor Sonnenaufgang den Blick nach oben blickt, erlebt ein seltenes Schauspiel kosmischer Harmonie – still, beeindruckend und voller Staunen.
Am 12. August zeigt der Himmel eines seiner seltensten Schauspiele: eine totale Sonnenfinsternis. Während die Zone der Totalität über Island, Spanien und Portugal zieht, ist das Ereignis auch in weiten Teilen Europas eindrucksvoll zu erleben. Die Sonne wird dabei großteils vom Mond verdeckt, das Licht verändert sich spürbar und die Welt wirkt für kurze Zeit wie verzaubert. Der Höhepunkt wird um 19:45 Uhr erreicht. Ein magischer Moment zwischen Tag und Nacht, der lange in Erinnerung bleibt.
Nach Einbruch der Dunkelheit folgt das große Finale eines außergewöhnlichen Himmeltages: die Perseiden. Dank Neumond herrschen 2026 nahezu ideale Beobachtungsbedingungen. In der Nacht vom 12. auf den 13. August ziehen unzählige Sternschnuppen über den Himmel, unter besten Bedingungen mehr als 90 pro Stunde. Viele davon leuchten besonders hell und hinterlassen lange Lichtspuren. Wer in dieser Sommernacht nach oben blickt, erlebt einen Himmel voller Magie und Sternenglanz.
Am 24. September übernimmt die Venus die Hauptrolle am Abendhimmel. Mit ihrer größten Helligkeit des Jahres zieht sie schon kurz nach Sonnenuntergang alle Blicke auf sich. Obwohl sie im Teleskop nur als schmale Sichel erscheint, leuchtet sie heller als zu jeder anderen Zeit des Jahres. Der Grund: Die Venus steht der Erde besonders nahe und reflektiert außergewöhnlich viel Sonnenlicht. Tief über dem südwestlichen Horizont funkelt sie wie ein heller Scheinwerfer in der Abenddämmerung – ein Anblick, der selbst zwischen den Sternen heraussticht.
Am 4. Oktober erreicht Saturn seine Opposition und präsentiert sich so eindrucksvoll wie sonst zu keiner anderen Zeit des Jahres. Der Ringplanet steht der Sonne am Himmel genau gegenüber, leuchtet besonders hell und begleitet die Nacht von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen. Im Sternbild Walfisch erscheint er als ruhiger, goldener Lichtpunkt, der sich deutlich von den funkelnden Sternen unterscheidet. Schon mit bloßem Auge ist Saturn ein faszinierender Anblick. Wer jedoch durch ein kleines Teleskop blickt, entdeckt sein berühmtes Ringsystem – ein Himmelswunder, das selbst erfahrene Sternenbeobachter immer wieder staunen lässt.
In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober erreichen die Draconiden ihren Höhepunkt. 2026 sind die Bedingungen dafür besonders günstig: Der Mond bleibt nahezu unsichtbar und sorgt für einen angenehm dunklen Himmel. Die Draconiden zählen zwar zu den ruhigeren Meteorschauern des Jahres, faszinieren aber mit ihren langsamen, oft lang nachleuchtenden Sternschnuppen. Das Maximum wird am 9. Oktober gegen 03:00 Uhr erwartet. Wer in dieser Herbstnacht den Blick nach Norden richtet, erlebt vielleicht, wie der Drache seine funkelnden Spuren über den Himmel zieht.
Am 16. November rücken Mars und Jupiter am Nachthimmel ungewöhnlich nah zusammen und bilden ein beeindruckendes Paar im Sternbild Löwe, das mit bloßem Auge sichtbar ist. Jupiter strahlt hell und golden, während Mars mit seinem rötlichen Schimmer für einen reizvollen Kontrast sorgt. Die Begegnung ist bereits einige Tage vor dem Höhepunkt zu beobachten und bleibt auch danach noch sichtbar. Ein besonderer Himmelsmoment, bei dem zwei Planeten gemeinsam die Bühne des Nachthimmels erobern.
Zum Abschluss des Himmelsjahres zeigen die Geminiden noch einmal ihre ganze Pracht. In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erreicht einer der aktivsten Meteorschauer des Jahres seinen Höhepunkt. Unter besten Bedingungen ziehen bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel. Da der Mond bereits früh am Abend untergeht, stehen die Chancen auf einen dunklen Nachthimmel ausgezeichnet. Wer nach Mitternacht einen Ort fernab künstlicher Lichtquellen aufsucht, kann erleben, wie der Winterhimmel über Oberösterreich zu funkeln beginnt – ein magischer Jahresausklang voller Wünsche und Sternenglanz.