Eigentlich hätte Franz Xaver Gruber Weber werden sollen. 1787 wurde er in Hochburg-Ach als Sohn einer Leinenweberfamilie geboren. Doch schon als Kind zog es ihn zur Musik. Sein Lehrer erkannte sein Talent und förderte ihn heimlich. Mit zwölf Jahren sprang Gruber für den erkrankten Lehrer an der Orgel ein – und überzeugte damit schließlich auch seinen Vater.
Aus dem angehenden Weber wurde ein Lehrer, Organist und Komponist. Und Jahre später der Mann hinter einer Melodie, die um die Welt gehen sollte.
Heiligabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg. Hilfspriester Joseph Mohr übergibt Franz Xaver Gruber ein Gedicht, das er zwei Jahre zuvor geschrieben hatte. Gruber soll eine Melodie dazu komponieren.
Noch am selben Abend erklingt “Stille Nacht! Heilige Nacht!” nach der Christmette zum ersten Mal – gesungen von Mohr und Gruber, begleitet von einer Gitarre.
Was damals niemand ahnt: Von hier aus beginnt die Reise eines Liedes um die Welt.
In einer solchen Stube lebte die Familie des jungen Franz Xaver Gruber.
Auf diesem Webstuhl sollte Franz Xaver Gruber das Weberhandwerk erlernen.
Rüste dich für das nächste Weihnachtsfest und lade hier die Noten von "Stille Nacht! Heilige Nacht!" herunter.
Franz-Xaver-Gruber-Haus
Franz-Xaver-Gruber-Haus
Zurück zu den Anfängen: In Hochburg-Ach erinnert das Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnishaus an die Kindheit des Komponisten. Das historische Gebäude entspricht weitgehend seinem ehemaligen Geburtshaus. Drinnen erzählen ein Webstuhl vom ursprünglich vorgesehenen Lebensweg und ein Hammerklavier von jenem, den Gruber tatsächlich einschlug. Kleine Räume, große Musikgeschichte.
Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg
Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg
Ein Weihnachtslied geht um die Welt – und ein Weg folgt seiner Botschaft. Rund um Hochburg-Ach verbindet der Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg Natur, Kunst und die Friedensbotschaft von “Stille Nacht”. Fünf Stationen stehen für die fünf Kontinente. Engelsflügel tragen die Skulpturen, dazu begleiten Liedstrophen und Gedanken aus der Bibel den Weg. Ein Spaziergang von rund einer Stunde. Und vielleicht einer, der noch ein bisschen länger nachwirkt.
Suche nach der Stillen Nacht
Suche nach der Stillen Nacht
Wie war das Leben im Hochburg des 18. Jahrhunderts? Wie wurde aus einem Weberkind ein Musiker? Und wie konnte ausgerechnet diese schlichte Melodie die Welt erobern? Beim Historienspiel “Die Suche nach der Stillen Nacht” wird die Geschichte Franz Xaver Grubers jedes Jahr im Advent lebendig. Gespielt wird nicht einfach nur eine Weihnachtsgeschichte. Erzählt wird von einem harten Alltag, musikalischer Leidenschaft und der Sehnsucht nach Frieden.
Die Gedächtnisorgel
Die Gedächtnisorgel
Wo alles mit der Liebe zur Musik begann, darf natürlich eine Orgel nicht fehlen. Seit 1962 erinnert die Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnisorgel in der Pfarrkirche Hochburg an den berühmtesten Sohn des Ortes.
Die Krippe von damals
Die Krippe von damals
Vor genau dieser Krippe erklang “Stille Nacht! Heilige Nacht!” am 24. Dezember 1818 zum ersten Mal. Heute steht sie nicht in Oberndorf, sondern im Museum Innviertler Volkskundehaus in Ried im Innkreis. Über Umwege kam die historische Krippe 1933 in die Stadt und wurde Teil der Museumssammlung.
Von Oberösterreich in die Welt
Von Oberösterreich in die Welt
Nach der Uraufführung blieb „Stille Nacht“ nicht lange im Salzburger Land. Tiroler Sängerfamilien nahmen das Lied mit auf ihre Reisen. Zunächst verbreitete es sich im deutschsprachigen Raum, später auf anderen Kontinenten. Heute wird “Stille Nacht! Heilige Nacht!” in mehr als 300 Sprachen und Dialekten gesungen.
1787
Am 25. November kommt Franz Xaver Gruber in der "Steinpointsölde" in Hochburg-Ach zur Welt.
1792
In Salzburg wird am 11. Dezember Joseph Mohr als uneheliches Kind geboren.
1805 - 1806
Franz Xaver Gruber bekommt die Erlaubnis seines Vaters, sich zum Lehrer ausbilden zu lassen. Er nimmt Orgelunterricht im nahen Burghausen. 1806 absolviert er die Lehramtsprüfung in Ried im Innkreis. Nach einem Praxisjahr in Hochburg-Ach wird er 1807 Lehrer in Arnsdorf.
1815 - 1816
Joseph Mohr wird zum Priester geweiht und schreibt 1816 in Mariapfarr das Gedicht "Stille Nacht! heilige Nacht!". Franz Xaver Gruber wird Kantor und Organist in Oberndorf bei Salzburg.
1817 - 1818
Joseph Mohr wird als Hilfspriester nach Oberndorf versetzt, Mohr und Gruber lernen sich kennen. Am Heiligen Abend 1818 bittet Joseph Mohr Franz Xaver Gruber sein Gedicht zu vertonen. Nach der Christmette erklingt erstmals "Stille Nacht! Heilige Nacht!".
1824 - 1825
Der Orgelbauer Carl Mauracher lernt das Lied in Oberndorf kennen und nimmt es mit ins Zillertal. Von dort beginnt die Verbreitung durch Tiroler Sängerfamilien.
1827 - 1832
In diesem Zeitraum fertigt der Schriftsetzer und Buchhändler Joseph Greis in Steyr den ersten Textdruck des Liedes an.
1863
Am 7. Juni stirbt Franz Xaver Gruber in Hallein.
1906
Die Kirche St. Nikola in Oberndorf wird abgerissen. Die Krippe, vor der "Stille Nacht! heilige Nacht!" erstmals erklang, landet bei den Schulschwestern von Oberndorf.
1926
Die Schulschwestern verkaufen die Krippe an den Pfarrer und Sammler Johann Veichtlbauer.
1933
Veichtlbauer überträgt seine Sammlung mit der Krippe an die Stadt Ried im Innkreis. Dort wird sie zum Grundstock des "Museum Innviertler Volkskundehaus."
Mehr als zwei Jahrhunderte nach seiner Entstehung braucht “Stille Nacht! Heilige Nacht!” keine große Bühne. Ein paar Töne reichen.
Vielleicht ist genau das sein größtes Geheimnis: Ein schlichtes Lied aus einer schwierigen Zeit erinnert bis heute daran, wonach sich Menschen überall auf der Welt sehnen – nach Frieden, Hoffnung und einem Moment der Stille.
Und ein Stück dieser Geschichte beginnt in Oberösterreich.
Die St. Florianer Sängerknaben sind eine der ältesten Institutionen im Musikleben Oberösterreichs. Sie bestehen seit dem Jahr 1071, als die Augustiner Chorherren das Stift St. Florian übernommen haben.
Im Lauf der Jahrhunderte sind aus dem Chor der St. Florianer Sängerknaben immer wieder große Musiker hervorgegangen. Der wohl bis heute berühmteste "Florianer" war der Komponist Anton Bruckner.
Aufnahmen der St. Florianer Sängerknaben sind im Webshop des Chors erhältlich.